Portrait von Rudolf Röhrl

Der Dozent, Reservist und Jäger aus Reichswalde

Rudolf Röhrl mit seinem Dackel Ludwig im Garten seines Hauses in Reichswalde.

Rudolf Röhrl mit seinem Dackel Ludwig im Garten seines Hauses in Reichswalde.

Foto: Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Kleve-Reichswalde.  Rudolf Röhrl ist da, wenn man ihn braucht. Ob als passionierter Jäger im Grünrock, als Karnevalist bei den Schwanenfunkern. Oder eben in Zivil.

Schon die Begrüßung an der Haustür des 49-jährigen Reichswalders ist herzlich. Was natürlich zum einen am gastfreundlichen Empfang durch den Hausherrn Rudolf Röhrl liegt, zum anderen aber auch an Ludwig. Der 17 Monate alte Rauhaardackel ist ein umwerfend sympathischer Vertreter seiner Rasse. Ein Clown, ein Halbstarker. Bildschön. Ludwig ist kein Schoßhund. Zumindest nicht offiziell. Er ist Arbeitshund, genauer gesagt Jagdhund aus edelster und reinster Rauhaardackellinie.

Jäger im Grünrock oder Karnevalist bei den Schwanenfunkern

„Ein künftiger Jagdhund“, schränkt Herrchen Röhrl ein. „Er befindet sich gerade mitten drin in der Ausbildung.“ Darin zeigt er sich durchaus begabt. Ludwig hat eben gerne zu tun, ist da, wenn Rudolf Röhrl ihn braucht. Da gleichen sich Herr und Hund. Denn Röhrl zeichnet genau das aus: Er ist da, wenn man ihn braucht. Ob als passionierter Jäger im Grünrock oder als Karnevalist bei den Schwanenfunkern. Oder eben in Zivil.

Bundeswehr (KVK) ist im Bereich des Katastrophenschutzes vor Ort präsent

Aber Rudolf Röhrl tauscht auch immer wieder gerne seine Zivilkleidung gegen Uniform ein. Denn er ist Oberstleutnant der Reserve und Leiter des so genannten Kreisverbindungskommandos Kleve, kurz KVK. Der 49-Jährige betont: „Wenn man uns braucht, dann sind wir da!“ Es gehe nicht um das „ich“, sondern um das „wir“. Gemeint ist das Team des KVK. Damit ist die Bundeswehr nämlich auch im Bereich des Katastrophenschutzes direkt hier vor Ort im Kreis Kleve präsent.

Die zivil-militärische Zusammenarbeit

Röhrl erklärt: „Unsere Aufgabe ist die zivil-militärische Zusammenarbeit, wenn der Katastrophenfall da ist. In einem solchen Fall bin ich militärischer Berater im Krisenstab des Kreises Kleve, zeige auf, wie die Bundeswehr mit Personal und Material vor Ort helfen könnte.“

Dabei arbeitet das KVK mit anderen Blaulichtorganisationen (beispielsweise Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Rotes Kreuz) zusammen. Trainiert wird dafür regelmäßig. Der Reichswalder setzt viel Engagement in seine Arbeit als Leiter des KVK, von denen es in NRW 54 gibt. Bereitwillig erzählt er von seiner Leidenschaft für das KVK und wirbt für „Nachwuchs“, sprich für weitere Reservisten, die sich in seinem Team für die Sache „Militärische Beratung in zivilen Katastrophenfällen“ einsetzen sollen.

Es geht um effektive Hilfe in der Krise

Denn schließlich geht es um effektive Hilfe in der Krise: Flugunglücke, Hochwasser, Orkane oder Waldbrände sind hier denkbar.... In einem solchen Fall wäre Röhrl mit seinem Team (elf Reservisten) sofort zur Stelle. Bewaffnet mit Laptop, Diensthandy und Georeferenzprogrammen. Wie effektiv die Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Kräften sein kann, hat auch Pfingststurm Ela im Jahr 2014 bewiesen: die Bundeswehr war zur Unterstützung in der Gefahrenabwehr mächtig gefordert.

Zielorientiertes Arbeiten und gelebte Kameradschaft

Der Reichswalder gibt zu, dass die vielfältigen Aufgaben, das zielorientierte Arbeiten im Team, gelebte Kameradschaft ihn faszinieren. „Wir sind Dienstleister an der Gesellschaft. Also für uns alle“, betont er. Im zivilen Leben ist der Oberstleutnant übrigens freiberuflicher Führungskräftetrainer und Hochschuldozent.

Das passt zum kommunikativen und offenen Menschen Röhrl, der eines offensichtlich besonders gut kann: Anderen Menschen Wissen vermitteln. Drei Monate im Jahr arbeitet er als Dozent an der Führungsakademie in Hamburg und bildet dort das militärische und zivile Spitzenpersonal der Streitkräfte in Kommunikation und Stabsarbeit aus. Seine Affinität zur Bundeswehr erklärt der gebürtige Augsburger mit seinem Onkel, der Berufsoffizier war. „Mein Berufswunsch war es immer zur Bundeswehr zu gehen und dort zu studieren.“ Das ist ihm gelungen, er wurde Offizier, studierte Volkswirtschaftslehre und Rechtswissenschaften in München.

Ein halbes Jahr Kroatien und Bosnien

1996 verbrachte er auch ein halbes Jahr in Bosnien und Kroatien. „Ich habe die Bundeswehr 1999 nur verlassen, weil ich dort nicht im Bereich Presse/Öffentlichkeitsarbeit tätig werden konnte.“ Das war aber drei Jahre bei der IHK in Krefeld möglich. Es folgten vier Jahre bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Bayern. Dann der Ruf nach Kleve.

Hier war er von 2006 bis 2011 bei der WFG der Stadt Kleve tätig, bevor er den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Ein guter Schritt. „Mit dem, was ich tue, habe ich mein Ziel erreicht. Ich bin grundzufrieden“, gibt der Oberstleutnant zu, der im Gespräch glaubhaft Optimismus und Lebensfreude aus strahlt. Beruflich wie privat hat er in der Schwanenstadt übrigens sein Glück gefunden.

Kleve wurde mehr und mehr zur Heimat

Ehefrau Sandra („eine Urkleverin“, so Röhrl) lernte er bereits 2006 hier kennen, seit 2008 sind sie verheiratet. Kleve wurde mehr und mehr Heimat für Röhrl. Zuletzt zog auch seine Mutter hierher. Beruflich und Emotional bleibt aber eben auch immer die Bundeswehr, in diesem Fall das KVK und die beratende Unterstützung im Katastrophenfall ein „Zuhause“.

Kontaktmöglichkeit für engagierte Reservisten

Wer sich als ehemaliger Offizier oder Unteroffizier für den Kreis Kleve in Zukunft auch als Reservist engagieren möchte, kann sich an Oberstleutnant der Reserve Rudolf Röhrl unter rudolfroehrl@bundeswehr.org wenden.

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