Karneval 2020

Der Klever Prinz Marc holte den Rathausschlüssel

Prinz Marc der Steuernde holte sich den Rathausschlüssel von Sonja Northing.

Prinz Marc der Steuernde holte sich den Rathausschlüssel von Sonja Northing.

Foto: Markus van Offern (mvo)

Kleve.  Beim Rathaussturm wehrte sich Bürgermeisterin Sonja Northing tapfer. Doch jetzt regiert Prinz Marc der Steuernde mit seiner Narrenschar.

High Noon auf dem Pastor-Leinung-Platz: Mit einem Knall eroberte Prinz Marc der Steuernde um 12.04 Uhr das Klever Rathaus und Bürgermeisterin Sonja (Northing) die Schlüsselgewaltige musste sich geschlagen geben. Die Bürgermeisterin trug ein prächtiges Kostüm mit vielen, vielen Schlüssel, damit sie auf jeden Fall einen habe, erinnerte sie mit einem Schmunzeln an 2019, als auf der Bühne der Schlüssel fehlte.

Auf schwarzen Socken durch das Rathaus

Zwar hatte sich Sonja die Schlüsselgewaltige tapfer geschlagen und die Besucher erfuhren, dass sie gerne Socken sortiert und dass die Familie vornehmlich „schwarze Socken“ besitze. Was der Prinz prompt mit einem „das hätt’ ich anders eingeschätzt“ schlagfertig mit Blick auf die Bürgermeisterin, die bei der kommenden Kommunalwahl vornehmlich von der SPD unterstützt wird, kommentierte. Doch auch schwarze Socken nutzten der Bürgermeisterin nichts, zuletzt lag der Prinz nach den drei Spielen mit 2:1 vorne. Doch weil die Bürgermeisterin den Code vom Tresor, in dem der Schlüssel sicher verwahrt wurde, mal wieder vergessen hatte, sprengten die Panzerknacker des Prinzen das Ding, das sie zuvor auf die Bühne gehievt hatten, einfach in die Luft. Marc der Steuernde griff hinein und jubelte: Das Rathaus gehört bis Aschermittwoch den Narren.

Vor dem Narrenbrunnen warmgeschunkelt

Schon um 11 Uhr hatte sich die Narrenschar am Treffpunkt vor dem Narrenbrunnen an der Stiftskirche warmgeschunkelt und zog pünktlich um 11.11 Uhr durch die Stadt hinunter vor das Rathaus, begleitet von zahlreichen Narren am Wegesrand, die ihm kräftig „Kleve Helau!“ zuriefen. Derweil marschierten die Karnevalsgesellschaften vors Rathaus und belagerten als Helau-Armee die Bühne, auf der die Klever Ratsherren und -Damen das Rathaus zu verteidigen suchten.

Die Klever Christdemokraten dabei im gemeinsamen „Kostüm“ mit einem klaren, politischen Statement der Stunde auf der Brust: „Rechtsabbiegen verboten“ sagten die Schilder. Und: „Wir fahren in der Mitte“. Dabei hatten die Schwarzen grüne Lenkräder. „Grün und jeck“ war das Statement der Grünen, die Damen im vom Wind zerzausten grünen Wuschelhaar, die Sozialdemokraten standen Sonja Northing als bunte Truppe mit Clowns, Scheich und dickem rotem Hut zur Seite, Freidemokraten und Unabhängige Klever hielten sich in der Bühnenmitte in bunten Kostümen im Hintergrund.

Preise-Raten für einen wohltätigen Zweck

Doch so richtig wehrten sie sich nicht: Mark der Steuernde eroberte mit Macht die Bühne und forderte die Bürgermeisterin zu drei Spielen heraus: Rückwärtslaufende Musik konnte Sonja, die Schlüsselgewaltige, besser erraten. Beim Preise-Raten hing alles am seidenen Faden, denn Sonja hatte geübt und für einen „wohltätigen Zweck“ (so Northing) an der Kasse gesessen. Doch der Prinz hatte Tempotaschentücher für seinen Sohnemann gekauft und wusste diesen Preis ganz genau. Geschlagen geben musste sich die Bürgermeisterin dann auch beim Socken-Aufhängen. Da gab’s von den Ratsherren und -Damen mal wieder keine Mitarbeit und sie musste ganz alleine die Ringelsocken hängen. Während Prinz und seine Panzerknacker-Garde Hand in Hand arbeiteten. „Im Team geht alles besser“, sagte Prinz Mark der Steuerende, sprengte den Tresor in die Luft und hat jetzt die Macht bis Aschermittwoch.

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