Bolzplatz Kalkar

Ärger um Bolzplatz - Lärm wurde nicht konkret gemessen

Bis vor kurzem standen die Fußballtore noch auf dem Bolzplatz am Schwanenhorst in Kalkar.

Foto: Andreas Gebbink

Bis vor kurzem standen die Fußballtore noch auf dem Bolzplatz am Schwanenhorst in Kalkar.

Kalkar.   Kalkars Bürgermeisterin Britta Schulz räumt ein: Gutachten zur Schließung des Bolzplatzes beruht nur auf einer angenommenen Lärmbelästigung.

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Die schalltechnische Untersuchung, die zur Beseitigung der beiden Tore auf dem Bolzplatz am Schwanenhorst geführt hat (wir berichteten), basiert nicht auf einer tatsächlichen Messung des Lärmpegels. Das teilte gestern Bürgermeisterin Britta Schulz der NRZ auf Nachfrage mit. Die Untersuchung richte sich nach der Lärmschutzrichtlinie und Erfahrungswerten. So wurde für den Bolzplatz am Schwanenhorst angenommen, dass 25 Fußballspieler einen Lärmemission von 101 Dezibel verursachen – ganz unabhängig davon, ob dort überhaupt 25 Menschen Fußball spielen.

Es gilt die Richtlinie

„Es spielt rechtlich keine Rolle, wie oft der Platz tatsächlich benutzt wird“, sagte Britta Schulz. Es gelte die Tabelle 35 der VDI-Richtlinien. Innerhalb der Wohnbebauung sei ein Lärmpegel von 55 Dezibel außerhalb der Ruhezeiten zulässig, am Wochenende und innerhalb der Ruhezeiten (20 bis 8 Uhr) gelten 50 Dezibel. Am Haus des Beschwerdeführers werden 58 Dezibel angenommen. Entsprechend würden die Lärmrichtwerte um drei Dezibel überschritten.

Britta Schulz möchte nun schauen, ob durch die Verlegung des Fußballbereiches es doch noch eine Möglichkeit gibt, die rechtlichen Vorgaben einzuhalten. Nach ihren Erfahrungen spielen am Schwanenhorst höchst selten 25 Fußballspieler zugleich.

Die Entscheidung, die Tore abzubauen, seien mit dem Kreis Kleve abgestimmt worden, sagte Bürgermeisterin Britta Schulz. Durch die Errichtung von Lärmschutzwänden könnte man einen Betrieb des Bolzplatzes außerhalb der Ruhezeiten genehmigen. Dies würde bedeuten, dass die Stadt in Richtung Osten eine 24 Meter lange und zwei Meter hohe Wand errichten müsste und Richtung Nordwesten müsste eine 21 Meter lange und drei Meter hohe Lärmschutzwand gebaut werden.

Kalkarer mögen jetzt besonnen bleiben

Günter Pageler, Vorsitzender der Freien Bürger Kalkar, macht sich Sorgen angesichts des rauen Tons, der mittlerweile auf Facebook herrsche. Hier werde der Beschwerdführer förmlich denunziert. Die Äußerungen seien grenzwertig und zu verurteilen. „Wir leben nun mal in einem Rechtsstaat und der Anwohner hat sein Recht bekommen“, sagt Pageler im Gespräch mit der NRZ. Er hält auch eine Fußball-Protestaktion, die für den kommenden Samstag um 15 Uhr angesetzt worden ist, für wenig hilfreich. Er bittet die Kalkarer darum, besonnen zu bleiben und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Die FBK werde hierzu beitragen.

Die CDU Kalkar teilte gestern in einer Presseerklärung mit, dass sie sich für den Erhalt des Bolzplatzes einsetzen werde: „Mit sehr großem Bedauern und Unverständnis haben Fraktion und Stadtverband der CDU den Rückbau des Bolzplatzes zur Kenntnis genommen. Wir als CDU sind der Auffassung, dass ein öffentlicher Bolz- und Sportplatz ein wesentlicher Bestandteil des Gemeinwohls einer Kommune darstellt. Kinder und Jugendliche müssen auch außerhalb von Vereinen die Möglichkeit haben, sich zum gemeinsamen Sport zu treffen. Der Bolzplatz am Schwanenhorst liegt hell und zentral und wurde von den Kindern und Jugendlichen über viele Jahre sehr gut angenommen und ist auch ein wichtiger Bestandteil der Integrationsarbeit“, so die CDU.

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