Rathaus-Neubau

Der Rat hat entschieden

Das Rathaus kurz vor dem Umbau.  Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool

Das Rathaus kurz vor dem Umbau. Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool

Foto: WAZ FotoPool

Kleve. Die Klever Stadtverordneten stimmten mit deutlicher Mehrheit von CDU, SPD und Grünen für einen Neubau. Rund 12,5 Millionen Euro wird das Projekt kosten. Damit erhält die Schwanenstadt erstmals ein repräsentatives Verwaltungsgebäude.

Lange haben die Ratsmitglieder schweigen müssen, gestern Abend konnte endlich der weiße Rauch über der Kavarinerstraße aufsteigen: Wir haben ein neues Rathaus! Mit deutlicher Mehrheit von CDU, SPD und Grünen wurde das Angebot eines niederländischen Unternehmens (Name der Redaktion bekannt) gewählt. Damit erhält die Schwanenstadt erstmals ein repräsentatives Verwaltungsgebäude. Die Kosten für die Sanierung sollen sich auf 11,2 Millionen Euro belaufen, der Umzug der Verwaltung in Container wird 1,5 Millionen Euro kosten (wir berichteten).

„Eine gute Lösung
für Kleve“

Das alte Rathaus wird zum großen Teil abgerissen. Die niederländische Firma möchte das ehemalige Krankenhaus bis auf die historischen Gebäudeteile dem Erdboden gleich machen. Der Ratssaal wird neu angeordnet und weiter Richtung Minoritenplatz entstehen. Alle Verwaltungsteile werden integriert: „Wir müssen somit keine zusätzlichen Räumlichkeiten anmieten“, sagt Grünen-Fraktionsvorsitzender Siegbert Garisch. Auch Kleve Marketing soll im Erdgeschoss des Rathauses untergebracht werden, ebenso eine Kantine mit Außengastronomie. Das Rathaus wir einen Anschluss an die Tiefgarage erhalten.

CDU-Fraktionsvorsitzender Udo Janssen ist über diese Entscheidung sehr glücklich: „Wir haben eine gute Lösung für Kleve gefunden.“ Eine Lösung, die für die Stadt auch finanziell zu stemmen sei, u.a. durch den Verkauf von Grundstücken. Die SPD hingegen habe mit Bauchgrummen zugestimmt, so Alexander Frantz: „Die Kostenexplosion muss uns schon nachdenklich stimmen.“ Letztendlich sei die Entscheidung aber gegenüber dem Bürgervotum aus 2009 vertretbar, da für ihn nicht nur finanzielle Gründe den Ausschlag geben, sondern auch städtebauliche Aspekte wichtig seien. Zudem hätte man das Rathaus in seinem jetzigen Zustand nicht mehr belassen können. Siegbert Garisch (Grüne): „Eine reine Sanierung war nicht realistisch.“

Selbst die FDP, die den Rathausplänen nicht zustimmen konnte, fand gestern lobende Worte für den Entwurf: „Kleve wird ein schönes, funktionales Rathaus erhalten“, sagt Daniel Rütter. Allein über den Preis lasse sich streiten. „Uns ging es immer um die wirtschaftlichste Lösung.“ Ein Neubau wäre günstiger gewesen.

Die erste Beschwerde liegt allerdings schon vor. Der zweite Bieter hat eine umfangreiche Schrift eingereicht, über die nun die Vergabekammer in Düsseldorf innerhalb von sechs Wochen zu entscheiden hat. Offenkundig fühlt sich der Bieter aus Kleve benachteiligt.

Am kommenden Mittwoch, 27. Juli, wird die Stadtspitze genauere Informationen über das neue Rathaus öffentlich machen. Über die Bebauung des Minoritenplatzes wird erst nach den Sommerferien entschieden.

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