Kultur

Der Schatz aus der Kalkarer Rumpelkammer

Die Bremer Stadtmusikanten standen ursprünglich in Altkalkar. Zurzeit befindet sich die Skulptur in einer Lagerhalle.

Foto: Kolping-Kindergarten

Die Bremer Stadtmusikanten standen ursprünglich in Altkalkar. Zurzeit befindet sich die Skulptur in einer Lagerhalle. Foto: Kolping-Kindergarten

Kalkar.   Die Skulptur „Bremer Stadtmusikanten“ des bekannten Künstlerehepaares Kuhbach-Wilmsen liegt in Kalkar unbeachtet in einer Lagerhalle

Lutz Kühnen ist ganz begeistert. Je länger er sich mit dieser Sache beschäftigt, desto spannender wird sie für ihn. Eher beiläufig hat der Fraktionsvorsitzende des Forums entdeckt, dass Kalkar fünf Skulpturen zweier namhafter Künstler besitzt – nur bislang wusste noch niemand davon.

Seit acht Jahren liegen die „Bremer Stadtmusikanten“ nun schon in der Lagerhalle des Gewerbe- und Gründerzentrums in Kalkar-Kehrum und kein Mensch kümmert sich drum. Wurde das Werk ursprünglich dem Künstler Alfred Sabisch zugeordnet, ist jetzt klar, dass die Skulptur von dem international bekannten Künstlerehepaar Anna Kubach-Wilmsen und ihrem bereits verstorbenen Ehemann Wolfgang Kubach erschaffen worden ist. „Selbst der Neffe Christoph Wilmsen-Wiegmann kannte diese Skulptur nicht“, so Lutz Kühn.

Da die Werke des Künstlerehepaares eine große Reputation genießen, sollen sie bald wieder in Kalkar zu sehen sein. Das Forum stellte jetzt im Kulturausschuss die entsprechenden Anträge. Lutz Kühnen schlägt vor, die „Bremer Stadtmusikanten“ im Umfeld des Kolping-Kindergartens aufzustellen.

„Darüber hinaus ist die Stadt Kalkar aber auch Eigentümerin von drei weiteren Werken des Künstlerehepaares“, erklärt Kühnen. Zwei Skulpturen dienten ursprünglich als Wasserinstallation. Der so genannte „Fischbrunnen“ befindet sich heute an der ehemaligen Ritter-Elbert-Schule im Stadtteil Hönnepel, und die „Brunnenspirale“ liegt auf einer Wiese nahe der Heinrich-Eger-Grundschule in Appeldorn. Beide Brunnen seien nicht mehr funktionsfähig.

Ebenfalls von Kubach-Wilmsen wurde ein Grundstein der ehemaligen Hauptschule in Altkalkar geschaffen, dieser Stein befindet sich heute im Städtischen Museum. In Appeldorn gibt es noch ein Wandrelief an der Seite des „St. Anna Hauses“ in Appeldorn.

Nach Recherchen fand Kühnen heraus, dass Anna Kubach-Wilmsen eine Zeit lang bei Alfred Sabisch gearbeitet hat: „Insofern ist es nicht verwunderlich, dass die Ausführung der „Bremer Stadtmusikanten“ sehr dem „Nikolaus“ vor dem Schulzentrum gleicht“, sagt Kühnen.

Über die Zukunft der Kunstwerke wird sich der Kalkarer Stadtrat am 9. November kümmern. Das Forum möchte die Stadtmusikanten in der Nähe des Kolping-Kindergartens und die Brunnen an ihren ursprünglichen Standorten aufstellen. Alle Kunstwerke sollen mit einer Info-Tafel versehen werden, auch der „Nikolaus“ von Alfred Sabisch soll eine Information zum Künstler erhalten.

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