Coronavirus

Diakonie Kleve schlägt Alarm: Schutzmaterialien unzureichend

Die Schutzmaterialien für die Diakonie.

Die Schutzmaterialien für die Diakonie.

Foto: Diakonie

Goch.  Nur ein Bruchteil der geforderten Schutzmittel seien vom Kreis Kleve zugeteilt worden. Patienten könnten nur fünf Tage gepflegt werden.

Die Diakonie im Kirchenkreis Kleve schlägt Alarm: Die zugeteilten Schutzmittel des Landes Nordrhein-Westfalen würden bei Weitem nicht nicht ausreichen. Dabei habe das Ministerium Materialien in großem Umfang angekündigt. Diakonie-Geschäftsführer Joachim Wolff schreibt jetzt: Vom Kreis Kleve habe man nun 50 OP-Masken (dreilagiger MNS) erhalten, anstatt der 6.000 benötigten, zehn statt 200 FFP-2 Masken und zwei Liter Handdesinfektion anstatt 200 Liter. Andere ebenfalls bestellte Schutzausrüstung wurde erst gar nicht geliefert.

Ob weitere Lieferungen erfolgen werden, konnte der Kreis Kleve nicht sagen. „Die MNS-Masken reichen für ein Viertel der Einsätze an nur einem Tag. Mit den FFP-2 Masken kann ein COVID-19 Patient bei entsprechenden Einsätzen bis zu fünf Tage gepflegt werden und das Desinfektionsmittel ist bereits nach zwei Tagen aufgebraucht“, weiß Jörg Schlonsok, stellvertretender Pflegedienstleiter und Hygienebeauftragter der Diakonie.

„Um überhaupt handlungsfähig zu bleiben, mussten wir auf dem freien Markt Schutzausrüstung erwerben, wobei die aufgerufenen Preise um ein vielfaches höher sind, als bisher“, erläutert Malcolm Lichtenberger, Fachbereichsleiter der pflegerischen Dienste. Mit viel Glück werden die ersten Bestellungen in 14 Tagen eintreffen, wobei sich die Lieferanten auf Liefertermine nicht festlegen wollten.

„Der Einsatz von selbstgenähten Schutzmasken ist für den Pflegedienst der Diakonie derzeit das erste Mittel der Wahl und besser als kein Schutz. Noch vorhandene MNS Masken (OP-Masken) werden hingegen gezielt bei Patienten in besonderen Versorgungssituationen eingesetzt“, ergänzt Angelika Jacobs, Verbundleitung der Tagespflegen. Sie koordiniert das Nähen dieser Masken durch sechs Mitarbeiterinnen und inzwischen 25 Ehrenamtliche.

Mittlerweile wurde das frei verfügbare Desinfektionsmittel den Sanitärräumen der Diakonie entnommen und den Pflegekräften zur Verfügung gestellt. „Denn für alle anderen Personen ist Händewaschen im Kampf gegen Corona wesentlich effektiver“, erinnert Malcolm Lichtenberger.

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