Historie

Die Flugzeugabstürze am Airport Weeze

Wo wurde dieses Foto aufgenommen? Das Team des Weezer Museums sucht weitere Informationen.

Wo wurde dieses Foto aufgenommen? Das Team des Weezer Museums sucht weitere Informationen.

Weeze/Goch.   Das Royal Air Force Museum in Weeze beschäftigt sich mit Flugunglücken in der Historie des Flughafens. Weitere Informationen werden gesucht.

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Das Team des Royal Air Force Museums arbeitet akribisch die Geschichte rund um den Airport auf. Gleichzeitig hat es aber auch weitere Ereignisse in der Region im Blick. So hat sich eine kleine Arbeitsgruppe des Museums in den vergangenen zwei Jahren damit beschäftigt, die Flugzeugabstürze zu untersuchen, die sich im Zweiten Weltkrieg rund um Weeze ereigneten. 15 Unglücke sind bislang erfasst worden. Hinzu kommen vier Meldungen über Flugzeuge in Kevelaer und fünf in Goch, bei denen nicht klar ist, ob sie in Weeze abgestürzt sind.

Britische Jagdflugzeuge wurden im Krieg abgeschossen

Im Moment beschäftigt sich das Team vor allem mit einem spektakulären Ereignis am 14. Februar 1945. Damals waren über dem Niederrhein am Ortsrand von Weeze gleich zwei britische Jagdflugzeuge des Typs Spitfire abgeschossen worden. Ein Flugzeug kam in Wemb herunter. Eine damals zwölfjährige Augenzeugin hatte berichtet wie die brennende Maschine auf ein Gehöft zukam. Kurz vor den Häusern drehte es nach links ab und schlug 100 Meter vor dem Haus in einer Wiese ein. Der Pilot Warren M. Lightbourn starb dabei.

Er wurde zunächst am Waldrand bestattet und später im Reichswald auf den Forest War Cemetery umgebettet. Die Augenzeugin ist sicher, dass der Pilot bewusst sein Flugzeug vom Gehöft weggesteuert hat, um die Bewohner nicht zu gefährden. Dies sei der einzige Absturz in Weeze und Umgebung, der in allen Details sicher geklärt werden konnte, so Dr. Bernd-Rüdiger Ahlbrecht. Bis zum vergangenen Jahr war Lightbourn auch der einzige Pilot, von dem der Name bekannt war.

Bei dem anderem Absturz am 14. Februar 1945 gab es dagegen viele Jahre viele offene Fragen. Man wusste anhand gefundener Teile nur, dass es sich vermutlich auch um eine Spitfire gehandelt hat. Sie kam etwa 100 Meter nördlich der Einmündung des Schwanenweges herunter. Der Pilot war bislang unbekannt.

Durch Informationen aus den Niederlanden konnte dieser Absturz jetzt zugeordnet werden. Bei dem Piloten handelt es sich um Frans Johan Hubert van Eijk. Sein Flugzeug gehörte zur Dutch Squadron der Royal Air Force und hatte in Straelen einen Flaktreffer erhalten. Die Maschine kam schließlich in Niederhelsum herunter. Der Pilot kam dabei ums Leben.

Wo wurden die Piloten begraben?

Heute liegt er auf dem Friedhof in Gouda, offen ist, wo er damals nach dem Absturz begraben wurde. Dazu hofft das Team des Museums jetzt auf Hinweise aus der Bevölkerung. Fest steht, dass auf dem Grabstein von van Eijk als Todesort „Hees“ verzeichnet ist.

Durchaus denkbar ist, dass van Eiijk in Hees zusammen mit von Lightbourn begraben wurde. Denn es existiert ein Foto, das zwei Grabkreuze zeigt. Da beide Piloten am selben Tag und nur in zwei Kilometer Entfernung voneinander ums Leben kamen, liege dieser Schluss nahe, heißt es. Er lässt sich aber noch nicht verifizieren. Daher werden jetzt Bürger gesucht, die wissen, wo das Foto mit den beiden Kreuzen aufgenommen wurde. Hinweise werden unter 0172 3916359 entgegen genommen.

Fahrradroute zu Absturzorten wird geplant

Derzeit gibt es Überlegungen, eine Fahrradroute zu bestimmten Absturzorten einzurichten. Dazu soll in dieser Woche ein Treffen in Bergen sein, auch die Gemeinde Weeze ist mit im Boot. Auf deutscher Seite sollen die beiden Absturzorte in der Hees einbezogen werden.

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