Caritasverband

Die Gocherin Ursula van Cuick kämpft sich zurück ins Leben

Ursula van Cuick (Mitte) nimmt die Hilfe der mobilen Pflege der Caritas in Goch in Anspruch. Nadja Borchert, Mitarbeiterin in der Pflegedienstleitung (links), und Kathrin Kempkes, stellvertretende Pflegedienstleiterin, helfen ihr beim Aufstehen vom Bett.

Foto: Niklas Preuten

Ursula van Cuick (Mitte) nimmt die Hilfe der mobilen Pflege der Caritas in Goch in Anspruch. Nadja Borchert, Mitarbeiterin in der Pflegedienstleitung (links), und Kathrin Kempkes, stellvertretende Pflegedienstleiterin, helfen ihr beim Aufstehen vom Bett. Foto: Niklas Preuten

Goch.   Nach einem Schlaganfall erarbeitet sich Ursula van Cuick ihre Eigenständigkeit zurück. Dabei hilft der Gocherin die mobile Pflege der Caritas.

Nach einer Herz-Operation im Mai des vergangenen Jahres traten plötzlich Komplikationen auf. Ursula van Cuick fiel für kurze Zeit ins Koma und konnte, als sie erwachte, weder sprechen noch ihre rechte Seite bewegen. „Plötzlich änderte sich das ganze Leben“, sagt die 66-Jährige heute.

Sie kämpfte sich zurück, langsam und mit Rückschlägen, aber auch mit einem großen Willen. Die Gocherin formulierte erst einzelne Worte, dann wieder ganze Sätze. Als endlich die zehnwöchige Reha in Bad Wünnenberg begann, lernte Ursula van Cuick auch wieder das Laufen. Und doch war klar, dass ihr Alltag noch längere Zeit eingeschränkt bleiben würde.

27 Pflegekräfte für 150 Kunden

Deshalb nahm ihr Ehemann Günter van Cuick bereits frühzeitig Kontakt zum Caritasverband Kleve auf, um eine mobile Pflege zu organisieren. „Ich wollte eine professionelle Hilfe haben“, stellt Ursula van Cuick fest. Da bereits ihre Mutter lange Jahre von der Caritas gepflegt worden war, fiel die Entscheidung schnell. „Ich hatte deswegen nicht so eine große Hemmschwelle. Ich wusste, dass die Caritas zuverlässig ist“, erzählt Ursula van Cuick.

Seitdem kommt jeden Morgen eine der examinierten 27 Pflegekräfte, die sich in Goch und Umgebung um rund 150 Kunden kümmern, und hilft bei der täglichen Körperpflege. Aus den 45 Minuten vom Anfang ist mittlerweile eine gute halbe Stunde geworden. Ursula van Cuick erarbeitet sich ihre Eigenständigkeit Stück für Stück zurück, auch wenn sie mit dem rechten Arm noch nicht wieder heben kann und das Schreiben mit Links lernen musste.

Mit der Altersbegleitung einkaufen

Einmal in der Woche geht eine Altersbegleitung mit der Gocherin zudem zum Einkaufen. „Mein Mann hat dann Zeit für sich“, sagt sie, „denn ich habe mich im vergangenen Jahr manchmal als Belastung gesehen.“ Der 73-Jährige ließ jedoch nie einen Zweifel an seiner Unterstützung aufkommen: „Wir gehen zusammen durch Himmel und Hölle.“ Jetzt steht er eben häufiger in der Küche. „Das ist kein Problem, ich koche gerne“, sagt er.

Dass morgens nun eine weitere Person mit im Haus ist, daran hat sich das Ehepaar schnell gewöhnt. „Wir sind Gäste und so benehmen wir uns auch“, sagt Kathrin Kempkes, die als stellvertretende Pflegedienstleiterin bei der Caritas für den Bereich Goch zuständig ist. Durchschnittlich alle sieben Tage wechseln die Pflegerinnen. „Wir achten aber auf eine gewisse Kontinuität“, betont Nadja Borchert, Mitarbeiterin in der Pflegedienstleitung.

Den Stress nicht übertragen

Auch als das Personal wegen Schwangerschaften und anderer Abwesenheiten kurzzeitig knapp wurde, habe die Professionalität nicht gelitten, sagt Günter van Cuick. „Das dürfen die Menschen nicht merken, sonst überträgt sich der Stress“, so Borchert.

Ursula van Cuick klingt dagegen gelassen: „Ich bin froh über die Entwicklung, obwohl es auch seelische Tiefs gibt.“ Wenn sie jedoch an den lebensverändernden Tag zurückdenkt, dann macht sie sich bewusst: „Der Pflegeaufwand hätte noch viel größer sein können.“

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