Verkehr

Die Waalbrücke, Grande Dame Nimwegens, wird saniert

Die Waalbrücke in Nimwegen wird umfangreich saniert.

Die Waalbrücke in Nimwegen wird umfangreich saniert.

Nimwegen.   Ab Mai wird die Waalbrücke in Nimwegen anderthalb Jahre lang erneuert. Die Straßenbaubehörde erwartet Verkehrsprobleme für die Region.

Sie ist eine wichtige Brücke und eine schöne noch dazu. Sie ist die „Grande Dame“ der niederländischen Verkehrsinfrastruktur und ein Nadelöhr für tausende Autofahrer, die täglich den Weg zwischen Wohnhaus und Arbeit suchen. Die Waalbrücke in Nimwegen strahlt den Klevern ihre Kraft und Schönheit förmlich entgegen, die mit dem Fahrrad den Deichweg im Ooijpolder radeln. 82 Jahre alt ist die Brücke mittlerweile und muss dringend saniert werden. Im Mai wird die Straßenbaubehörde Rijkswaterstaat die Brücke in Angriff nehmen. Anderthalb Jahre lang wird dann an dem Bauwerk gearbeitet. Und das bedeutet starke Einschränkungen für den Autoverkehr.

Viele deutsche Berufspendler

Die Sanierung der Waalbrücke hat natürlich auch Folgen für den Kreis Kleve. Freya Stob, Sprecherin der Stadt Nimwegen, sieht täglich hunderte Pendler mit deutschem Nummernschild über die Brücke zur Autobahn A15 fahren. Jeden Tag nutzen 45 000 Menschen den Weg über die historische Bogenbrücke, die im Zweiten Weltkrieg 1940 in die Luft gesprengt und 1943 von den Deutschen wieder aufgebaut wurde. Nach den heftigen Kämpfen zum Ende des Krieges konnten die Alliierten die Brücke am 20. September 1944 einnehmen. Heute steht die Waalbrücke unter Denkmalschutz.

Thijs Scheres arbeitet bei Rijkswaterstaat und leitet dieses Mammutprojekt. Er erzählt, dass vor allem der Belag der Brücke ausgetauscht werden muss. Vor 80 Jahren habe man den Brückenboden mit Beton ausgegossen und dieser müsse jetzt komplett entfernt werden: „Wir werden uns wirklich bis auf die Stahlkonstruktion vorarbeiten“, erklärt Scheres. Peu à peu werde man den Beton entfernen und dann neue Betonelemente einbauen. Gleichzeitig wird das Bauwerk neu gestrichen: „Dafür werden wir aber erst einmal sieben Farbschichten aufwendig entfernen müssen“, sagt Scheres. Danach werde die Waalbrücke einen hellgrauen Anstrich erhalten. Auch die Bögen unterhalb der Fahrbahn, die jetzt dunkelgrün sind, bekommen eine helle Farbe. „Die Brücke wird danach ganz anders wahrgenommen“, ist sich Mathieu Schouten sind, der für die Gestaltung des Brückenwerkes zuständig ist. Auch eine neue Beleuchtung werde es geben. Die „Grande Dame“ erhalte einen frischen, jugendlichen Charme.

Ende 2019 soll alles fertig sein und das bedeutet eine anderthalbjährige Belastungsprobe für den Autoverkehr. Thijs Scheres erklärt, dass während der gesamten Bauphase jeweils vier Fahrbahnen für Autos und Linienbusse freibleiben. LKW und landwirtschaftliche Fahrzeuge dürfen die Brücke ab Mai nicht mehr benutzen. Sie werden entweder großräumig um die Stadt geleitet (Autobahnbrücke A 50) oder müssen (auch aus Richtung Kleve) über den städtischen Oranjesingel fahren, um dann die neue Brücke Oversteeg zu nutzen.

Engere Fahrbahnen

Die Fahrbahnen auf der alten Waalbrücke werden deutlich schmaler. Jedem Autofahrer stehen dann nur noch 2,50 Meter zur Verfügung: „Ein größeres Auto hat ungefähr eine Breite von 2 Metern“, verdeutlicht Thijs Scheres. Rijkswaterstaat erwartet daher, dass die Autofahrer ihr Tempo anpassen werden und deutlich langsamer als die zulässigen 50 km/h fahren werden. „Dies wird natürlich zu Verkehrsproblemen führen“, so Scheres.

In einem ersten Schritt wird der bestehende Radweg an der Brückenseite für den Auto- und Busverkehr hergerichtet. Im Juni soll dies fertig sein. Danach werden die zwei Fahrbahnen stadtauswärts gesperrt und erneuert. Im Anschluss werden die Fahrbahnen stadteinwärts saniert.

Für Radfahrer und Fußgänger soll sich künftig die Verkehrssituation deutlich verbessern. „Nach der Sanierung werden die Linienbusse wieder auf der normalen Fahrbahn fahren und bekommen keine Extraspur“, erklärt Scheres. Dies hat den Vorteil, dass Radfahrer und Fußgänger doppelt so viel Platz erhalten. Ziel der Stadt ist es, den Radverkehr noch stärker zu fördern. „Gerade für Bewohner der Neubaugebiete in Lent und Elst dürfte das Rad eine gute Alternative werden“, sagt Scheres.

>> WEITERE INFORMATIONEN:

36,5 Millionen Euro wird die Sanierung der Brücke kosten. Rijkswaterstaat wird 35,5 Millionen Euro übernehmen. Das restliche Geld wird von der Gemeinde Nimwegen beigesteuert. Hier geht es vor allem um die Gestaltung der neuen Brücke. Für eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt habe man eine besondere Verantwortung, sagt Mathieu Schouten von der Stadt Nimwegen.

Die Brückengeländer sollen nach historischem Vorbild der 30er Jahre wieder aufgebaut werden. Die 80 Jahre alte Stahlkonstruktion der Brücke sei noch einwandfrei.

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