Natur

Die Klever Gärtner bibbern vor dem Zünsler

Hans-Heinz Hübers hegt und pflegt die Buchsbäume im Neuen Tiergarten.

Foto: Andreas Gebbink

Hans-Heinz Hübers hegt und pflegt die Buchsbäume im Neuen Tiergarten. Foto: Andreas Gebbink

Kleve.   Der Buchsbaumzünsler greift in diesem Jahr besonders stark um sich. Die kleine Raupe frisst und frisst und zerstört die schönsten Pflanzen.

Man muss schon sehr gut gucken, um diese kleine Raupe zu sehen. Der Buchsbaumzünsler versteckt sich gerne im Dickicht des Buxus und richtet dort einen verheerenden Schaden an. Er frisst und frisst und frisst und zerstört die schönsten Pflanzen, die zum Teil seit Jahrzehnten am Niederrhein wachsen. Der Zünsler hat sich in diesem Jahr zum Schrecken der Gärtner entwickelt. In Nullkommanichts vertilgt er das edle Grün, das in den vergangenen Jahren vor allem mit verschiedenen Pilzerkrankungen zu kämpfen hatte.

Hans-Heinz Hübers, Gartenmeister der Stadt Kleve, hat schon viele Leidensgeschichten gehört. Seine Kollegen klagen nahezu alle über einen Befall und auch aus den Gesprächen mit vielen Klevern weiß Hübers, dass 2017 ein Buchsbaumzünslerjahr ist. Arg getroffen hat es auch den Garten von Hannelies Schmidthausen in Keeken. In ihrem Beet hat sie eine 20 Jahre alte Buchshecke und eine große Buchskugel als Stilelement: „Innerhalb von vier bis fünf Tagen war alles kahl gefressen“, erzählt sie. Jetzt ist nur noch ein Astgerippe zu sehen. „Wir haben hier noch nie Probleme mit Pilzen oder Raupen gehabt, aber in diesem Jahr ist es ganz schlimm“.

Doch wie wird man diesen Plagegeistern noch Herr? Hans-Heinz Hübers setzt auf eine Buchsbaumzünsler-Falle, die man im Garten aufhängen könne. Die Falle lockt die männlichen Falter durch Sexuallockstoffe (Pheromone) an und diese fallen in den Behälter. Diese Methode eigne sich vor allem für den Privathaushalt und ist im Handel erhältlich. Allerdings wirkt sie offenbar auch nicht immer: Hannelies Schmidthausen hat es bereits mit der Falle versucht und einige Falter befinden sich in der Tat im Behälter. „Aber es waren wohl viel zu viele. Ich habe nicht den Eindruck, dass die Falle etwas bewirkt hat.“

Die Klever Umweltbetriebe nutzen noch ein weiteres Mittelchen, um den Zünsler zu kämpfen. Sie spritzen mit dem Bazillus Thuringiensis, den sie auch gegen den Eichenprozessionsspinner einsetzen. „Er ist unschädlich für andere Tiere, aber effektiv“, so Hübers.

Schwieriger sei die Bekämpfung von Pilzen, die in den vergangenen Jahren dem Buxus ebenfalls zugesetzt haben. Hans-Heinz Hübers rät dazu, die Pflanzen mit Dünger zu stärken, damit sie widerstandsfähiger sind. Auch das Schneiden sei sehr wichtig. Einen Winterschnitt könne er nicht empfehlen, da die Gefahr von Frostschäden zu groß sei. Auf den beiden Museumsinseln im Neuen Tiergarten werden die Hecken relativ schmal gehalten, damit sie winddurchlässig sind. Dies sei ein sehr wirksamer Schutz gegen Pilze, sagt Hübers.

Und die abgestorbenen Buchspflanzen, wohin damit? Hier gebe es zweierlei zu beachten: Pflanzen, die von einer Raupe aufgefressen worden sind, kann man über die braune Bio-Tonne entsorgen. Pflanzen, die von einem Pilz befallen sind, gehören hingegen in die graue Tonne, erklärt Hübers. Dies gelte auch für Pflanzen auf den Klever Friedhöfen: „Allerdings hält sich hier der Befall noch in Grenzen“.

Hannelies Schmidthausen wird vorerst abwarten. Ihre schöne Buchskugel möchte sie noch nicht ausbuddeln, vielleicht erholt sich die Pflanze noch einmal mal, so ihre Hoffnung: „Es wäre wirklich zu schade“.

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