Bauerntag auf der Wasserburg

Die Landwirte sind die Seelen des Kleverlandes

Gehört zum Niederrhein dazu: Der Landwirt.

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Gehört zum Niederrhein dazu: Der Landwirt. Foto: Hei

Kleve.   Katholische Landvolkbewegung und Wasserburg Rindern hatten zum Bauerntag mit NRW Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking geladen

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Landesagrarpolitik aus erster Hand gab’s beim gestrigen Bauerntag auf der Wasserburg Rindern von Christina Schulze Föcking, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW. Die Katholische Landvolkbewegung (KLB) hatte dazu gemeinsam mit Dr. Kurt Kreiten, Leiter der Wasserburg Rindern, eingeladen. In seiner 50-jährigen Geschichte fand der Bauerntag erst zum zweiten Mal im Foyer des völlig ausgebuchten Bildungszentrums statt.

Junge Leute lauschten der Ministerin

Vor allen Dingen viele junge Leute von der höheren Landwirtschaftsschule – auch aus dem ökologischen Bereich – lauschten konzentriert den Worten der nicht unumstrittenen Landwirtschaftsministerin (die NRZ berichtete gestern auf der Landesseite). Die hatte sich wohl vorbereitet und sprach ohne Umschweife auch schwierige Themen an, wie beispielsweise Flächenverbrauch, Naturschutzgesetz und Pflanzenschutz.

Flächenverbauch nimmt bedenklich zu

„Im vorigen Jahrhundert musste ein Landwirt mit seiner Arbeit vier Menschen ernähren, heute sind es 155“, machte die Ministerin zum Punkt Flächenverbrauch deutlich. Es gingen für den Naturschutz und auch für Baumaßnahmen und damit verbundene Ausgleichsflächen viel zu viele Flächen verloren. „Da müssen wir das Naturschutzgesetz überarbeiten und hinterfragen“, erklärte Schulze Föcking. Auch ausführliche Statements zur Düngeverordnung und zum Pflanzenschutz sprachen die Zuhörer im Foyer der Wasserburg an. „Pflanzenschutz ist in der Öffentlichkeit kein Wohlfühlthema“, beschrieb die Ministerin es passend.

Artenschwund sehr,sehr ernst nehmen

„Wichtig ist, dass hier nicht ideologisch argumentiert wird, sondern wissenschaftlich fundiert.“ Das viel diskutierte Glyphosat wurde von ihr ganz bewusst nur kurz erwähnt. Die Überleitung zum Insektensterben war quasi ein Muss und hier erklärte die Ministerin in ungewohnter Eindringlichkeit: „Wir müssen den zunehmenden Artenschwund sehr, sehr ernst nehmen.“ Zur Zeit und in den kommenden Jahren würden u.a. Insektenmonitorings durchgeführt, deren Auswertungen allerdings ebenfalls erst in ein paar Jahren zu erwarten seien.

Tierwohl und afrikanische Schweinepest

Tierwohl, Milchpreise, afrikanische Schweinepest, EU-Bürokratie („Das kann so nicht weiter gehen!“), Breitbandausbau, schwierige Marktbedingungen und fehlende Anerkennung der Landwirte in der Öffentlichkeit waren nur einige Beispiele für Herausforderungen, denen sich die Politik gemeinsam mit den Landwirten stellen müsse. Die Ministerin betonte oft, dass biologisch orientierte und konventionelle Landwirtschaft gemeinsam betrachtet werden müssten und eine Landwirtschaft sei, die stark ist. Während des Vortrags in der Wasserburg Rindern gab die Ministerin ihren Zuhörern das Gefühl, gehört und ernst genommen zu werden.

Landwirtschaft ist ein Gefühl

„Landwirte sind Landschaftspfleger. Landwirtschaft ist ein Gefühl. Landwirtschaft prägt die Kultur. Und ohne Landwirte verliert der ländliche Raum seine Seele“, sind Sätze der Ministerin, die den Gästen im Gedächtnis bleiben werden.

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