Kleve.

Theater für Jugend und Erwachsene: Die Rettung wird vertagt

Das Theater Mini-art spielt das Stück „Taschen voll Brot“ von Matei Visniec.

Das Theater Mini-art spielt das Stück „Taschen voll Brot“ von Matei Visniec.

Foto: Andreas Daams

Kleve.   Thema ist brandaktuell. Theater mini-art spielt „Taschen voll Brot“ von Matei Visniec. Noch keine Anmeldung für die Schulvorstellungen.

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Ein abgestorbener Baum, eine graue Steinwüste, ein grauer Brunnen. Davor: zwei Menschen, ein Mann und eine Frau. Darin: ein Hund. Die Menschen wollen dem Hund helfen, ihn herausholen. Aber dazu müsste man etwas tun. Davon handelt das Stück „Die Taschen voll Brot“, das am Wochenende 10. und 11. November im Theater mini-art Premiere hat. Man befindet sich sozusagen am Vorabend einer möglichen Tat.

Entstanden ist das Stück schon 1993. Autor ist der rumänische Autor und Philosoph Matei Visniec. Eigentlich hat er ein Stück über das Gehirn in seiner wohl rationalsten Funktion als Rechtfertigungsorgan geschrieben. Vielleicht ist der Hund eine Bestie, dann wäre es gefährlich, ihn zu retten. Vielleicht ist er im Brunnen geboren und lebt dort schon immer, dann wäre er daran gewöhnt. Vielleicht kann man sich gar nicht in einen Hund hineinfühlen, ohne selbst Hund zu sein, dann ist eine Rettung womöglich unsinnig. Oder vielleicht wollen die Tiere ja gar nicht mehr bei den Menschen leben, dann müssten die Menschen damit erstmal zurechtkommen. „Ich ereifere mich nicht“, sagt der Mann an einer Stelle, „ich denke nur nach.“

Was kann man tun gegen Probleme in dieser Welt?

Was soll man tun angesichts all der Probleme in dieser Welt? Gleichgültig sind die beiden Menschen am Brunnen ja nicht. Aber sie verzetteln sich in ihren Eitelkeiten und eilig zurechtgezimmerten Weltsichten. Am Schluss verschieben die Protagonisten ihre Rettungsaktion auf den nächsten Tag. „Klagen und Jammern ist einfach, aber was ist zu tun?“, formuliert Regisseur Rinus Knobel die Essenz des Stückes. Ja, was? Eine Antwort gibt es nicht, natürlich nicht. „Trotzdem ist das Stück nicht hoffnungslos“, sagt Hauptdarstellerin Crischa Ohler.

Stück für Jugendliche ab 14 Jahren

Ein Problem gibt es allerdings mit diesem Stück. Es ist nicht für Kinder geeignet, sondern für Jugendliche ab 14 Jahren. Und plötzlich stehen die Theatermacher vor der unglaublichen Tatsache, dass sich bislang noch keine Klasse für die Schulvorstellungen angemeldet hat. Nicht eine einzige. Grundschulen und Kindergärten kommen immer gerne zu mini-art, aber offenbar haben die weiterführenden Schulen kein Interesse an den grundsätzlichen Fragen dieser Welt – oder keine Zeit dafür. „So etwas hatten wir noch nie“, sagt Crischa Ohler. An der Qualität der Darbietung kann es nicht liegen, die ist wie gewohnt eindrucksvoll. Und das Thema ist brandaktuell, da muss man nur regelmäßig in den Hauptteil der Tageszeitung schauen.

Hier gibt es die Karten

Für die beiden Premierenvorstellungen gibt es auch noch Karten. Diese sind am 10. November um 18 Uhr und am 11. November um 16 Uhr. Eine Abendvorstellung für jedermann ist am 24. November um 19 Uhr. Schulvorstellungen sind am 12., 13. und 23. November jeweils um 10 Uhr geplant. Weitere Informationen und Karten gibt es telefonisch unter 02821/811570.

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