Kultur

Die Stimme der Klever Kulturszene

Haus Mifgash ist ein fester Bestandteil des Klever Kulturlebens geworden.

Haus Mifgash ist ein fester Bestandteil des Klever Kulturlebens geworden.

Kleve.   Die Neuformation „Kulturraum Kleverland“ möchte die Interessen der freischaffenden Künstler vertreten. Jetzt stellten sie sich der Politik vor

Freischaffende Künstler unter einen Hut zu bekommen, ist keine einfache Aufgabe. Unterschiedliche Typen, unterschiedliche Meinungen, individuelle Charaktere – es gibt wohl kaum eine andere Gruppe, die sich noch schwieriger auf einen Nenner bringen ließe. Und doch haben es die Freischaffenden in Kleve geschafft, einen Künstlerverbund zu gründen. „Kulturraum Kleverland“ heißt der Zusammenschluss, der die Interessen der Musiker, Kabarettisten, Tänzer, Theaterspieler, bildende Künstler und Grafiker bündeln möchte, um mit einer starken Stimme Interessen zu vertreten.

Denn wer bei der Stadt Kleve gehört werden möchte, der benötigt eine starke Lobby. Mit beeindruckenden Zahlen stellte jetzt Daniel Maurice Ziegler den Verbund im Kulturausschuss vor. Gut 48 000 Menschen nutzen jährlich die Angebote der unterschiedlichen Künstlergruppen. Darunter befinden sich unter anderem die Klangfabrik Kleve, Haus Mifgash, die Klever Jazzfreunde, das Radhaus, Theater im Fluss oder Einzelpersonen wie Jan Schuhmacher, Steph Rausch oder Ella Lichtenberger. Ansprechpartner und Sprecher für die Gruppe sind Max Knippert, Christoph Frauenlob und Walter Hoffmann.

Mehrwert für die Stadt

Daniel Maurice Ziegler verdeutlichte, dass die Künstler nicht nur Bittsteller sind, sondern einen echten Mehrwert für die Kleve schaffen: Da wären nicht nur die unterschiedlichen Veranstaltungsbeiträge, sondern auch wichtige Inklusionsarbeit an Schulen und kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche: „Wir bieten eine Plattform für die Persönlichkeitsentfaltung“, so Ziegler.

Er bot an, dass man auch für die Verwaltung aktiv werden könne. Etwa bei der Erstellung eines besseren Veranstaltungskalenders auf der Klever Internetseite. „Zum größten Teil sind wir Profis, die von der Kunst leben“, sagte Ziegler.

Das große Ziel ist für die Gruppe die Errichtung eines eigenen Kulturzentrums. Gerade die kleineren Künste wie Kabarett und Musik benötigen ein geeignetes Podium, welches die Stadthalle nicht biete.

Grünen-Vertreterin Wiltrud Schnütgen wollte von den Kulturschaffenden wissen, welche Art Veranstaltungsort gewünscht wird und ob man ein Anforderungsprofil erstellen könne. Sprecher Walter Hoffmann sagte, dass man noch keinen Plan in der Tasche habe: „Wir müssen auch wissen, was überhaupt möglich ist.“

Petra Tekath (SPD) regte ein gemeinsames Gespräch an. „Wir haben bereits beantragt, Räumlichkeiten für die freie Kulturszene zu schaffen. Ich hoffe doch sehr, dass wir im nächsten Jahr den entscheidenden Schritt machen können“.

Kultur im Hallenbad

Als besondere Aktion für den Herbst planen die Künstler eine „Kulturwelle“ im Hallenbad am Königsgarten. „Wenn der Umzug in das neue Sternbuschbad erfolgt ist, dann werden wir im leeren Becken zwei Wochen lang Kulturangebote präsentieren“, kündigte Ziegler schon mal an.

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