Politik

Die Uedemer Verwaltung soll um drei Stellen wachsen

Im Büro von Birgit Schumacher wäre noch Platz: Drei neue Stellen sollen in der Uedemer Verwaltung eingerichtet werden.

Foto: Andreas Gebbink

Im Büro von Birgit Schumacher wäre noch Platz: Drei neue Stellen sollen in der Uedemer Verwaltung eingerichtet werden. Foto: Andreas Gebbink

Uedem.   Die Uedemer Verwaltung soll erweitert werden. Bürgermeister Rainer Weber freut sich, warnt aber vor den Auswirkungen des Fachkräftemangels.

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Die Emotionalität, mit der Uedems Politiker Mitte Dezember des vergangenen Jahres über die personelle Besetzung der kleinen Verwaltung stritten, ist zweieinhalb Monate später Sachlichkeit gewichen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jörg Lorenz, der Bürgermeister Rainer Weber in der hart geführten Haushaltsdebatte fehlende Führungsqualitäten vorgeworfen hatte, schlug nun vor drei statt, wie zunächst geplant, nur zwei Stellen zu schaffen: „Das ist besser, als mit Ach und Krach durchzukommen. Denn die personelle Situation ist nach wie vor schwierig.“ Einstimmig empfahl der Haupt- und Finanzausschuss daraufhin in seiner jüngsten Sitzung, den Stellenplan zu erweitern.

Zahlreiche Projekte in den nächsten Jahren

„Dafür bin ich sehr dankbar, weil in den nächsten Jahren sehr viel Arbeit auf uns wartet“, sagte Bürgermeister Weber. Neue datenschutzrechtliche Regelungen müssen genauso umgesetzt werden wie das E-Government-Gesetz, das die Verwaltung in eine digitale Zukunft führen soll. Auf der langen Aufgabenliste für die bislang gut 40-köpfige Mannschaft stehen zudem unter anderem die Einführung eines Systems zum Dokumentenmanagement und eines betrieblichen Gesundheitsmanagement sowie der Aufbau einer neuen Homepage, die 2019/2020 online gehen soll.

Um diese Projekte soll sich eine der neuen Vollzeitkräfte kümmern. Eine andere Stelle wird, wenn der Rat am 15. März zustimmt, für die Wiedereinführung der Zentrale genutzt. „Wir brauchen diese erste Informationsstelle im Rathaus“, stellte Weber im Gespräch mit der NRZ fest. Die Ausgabe von Broschüren, Kulturkarten oder Mülltüten soll ebenfalls in den Arbeitsbereich der Zentrale fallen. „Viele dieser Aufgaben werden aktuell vom Bürgerbüro erledigt“, so Weber. Wo die dritte Stelle angesiedelt werden soll, ist noch nicht entschieden. Auf ein ganzes Jahr umgerechnet kostet diese Änderung des Stellenplans rund 145 000 Euro, wie Kämmerer Gerd-Heinz Billion erklärte. Für 2018 müssten rund 75 000 Euro eingerechnet werden.

Verstärkte Ausbildung

Auch FDP-Fraktionschef Benjamin Paeßens stimmte der personellen Erweiterung zu, „auch wenn wir uns damit schwerer als die SPD getan haben“. Viele der Aufgaben seien für eine kleine Kommune wie Uedem kaum umsetzbar und müssten interkommunal gelöst werden. CDU-Fraktionschef Michael Lehmann hofft, dass sich durch das neue Personal die Überbelastung der Verwaltungsmitarbeiter verringert.

„Wenn sich die räumliche Situation entspannt, sollten wir auch über eine zusätzliche Ausbildung nachdenken“, forderte Jörg Lorenz und lag damit auf einer Linie mit Rainer Weber. „Wir werden nicht mehr nur alle zwei Jahre, sondern nun jedes Jahr ausbilden“, sagte der Bürgermeister angesichts des Fachkräftemangels, den auch die Uedemer Verwaltung spüre. „Der Markt ist absolut leer gefegt“, so Weber, der aktuell auch einen persönlichen Referenten oder eine Referentin sowie eine Sekretärin oder einen Sekretär für sein Vorzimmer sucht. „Ich hoffe, dass wir diese ganzen Stellen bis Mitte des Jahres ansatzweise besetzt bekommen“, sagte er.

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