Dog-Dancing

Die Uedemerin, die mit dem Hund tanzt

Foto zeigt die Inhaberin der Hundeschule Rhythm4dogs Birgit Paas aus Uedem,die hier Tricks aus dem Dog-Dancing mit ihrer 10jährigen Hündin Candy zeigt.

Foto zeigt die Inhaberin der Hundeschule Rhythm4dogs Birgit Paas aus Uedem,die hier Tricks aus dem Dog-Dancing mit ihrer 10jährigen Hündin Candy zeigt.

Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Uedem.  Dogdance ist eine Hundesportart, die Hund und Mensch zusammen schweißt. Birgit Paas, Hundetrainerin in Uedem, zeigt wie’s geht.

Wenn die Soldatin zu dramatischer Musik mit ihrem belgischen Schäferhund über den Teppich kriecht, beide sich in Deckung drücken, aufspringen, weg rennen, zusammen auf den Boden rollen und dann ein Schuss die Frau theatralisch zusammenbrechen lässt, stockt den Zuschauern das Herz. Dann springt der Schäferhund auf den Oberkörper der Frau und holt sie mit perfekter Herzmassage und Mund zu Maul Beatmung ins Leben zurück. Applaus gab’s für diese Vorstellung im Internet auf entsprechenden YouTube-Portalen schon jede Menge. Es ist eine Geschichte, die im Rahmen eines DogDance Turniers erzählt wurde. Wer auch einmal tanzende Menschen mit ihren Hunden sehen möchte, der sollte sich am Samstag, 27. Juli, den Besuch eines solchen Turniers an der Mühlenstraße 122 in Uedem nicht entgehen lassen. Denn dazu lädt dort Hundetrainerin und aktive Dogdancerin Birgit Paas von der Hundeschule Rhythm4dogs von 10 bis 18 Uhr, Interessierte ein. Der Eintritt ist frei.

Die NRZ Kleve wollte genauer wissen, wie das geht, dieser „Hundetanz“, was genau es ist und ob vielleicht auch „Bürohund“ QashQai dafür geeignet wäre.

Birgit Paas hat zur Schnupperstunde eingeladen und ihren vierbeinigen Star, den Oldie Candy, dabei. Candy ist eine Grand-Dame in Sachen Dogdance und zeigt uns i-Dötzchen mal, was ein Profi so drauf hat. Die Border-Collie-Schnauzer-Mix-Hündin hat schon viele Preise mit Frauchen Birgit gewonnen und beherrscht auch die schwierigsten Tricks wie aus dem Effeff. Durch die Beine rennen, rollen, rückwärts laufen, Purzelbäume schlagen, auf den Rücken springen, Sachen holen, sich verbeugen und vieles mehr gehört dazu. QashQai schaut ein wenig verwundert - und Frauchen Anke auch. Das sieht alles so leicht aus. Und leise. Kein lautes Kommando kommt über Birgits Lippen und scheucht den Hund, alles sieht aus wie ein spielerischer Fluss. Auch Candy ist leise bei der Ausführung ihrer Übungen. Bravo!

Dogdance ist Hundesport

„Also Dogdance vereint viele Hundesportarten in sich. Beim Dogdance werden Geschichten erzählt, die der Hundeführer mit seinem Hund darstellt“, verrät sie. „Dabei tanzt das Team zur Musik, die die gemeinsame Geschichte untermalt.“ Hat ein Hund Rhythmus im Blut, besitzt er Taktvermögen wie der Mensch? Birgit lacht. „Nein, der Hund kennt zwar irgendwann seine Musik, aber der gemeinsame Rhythmus wird durch den Menschen erzeugt. Der Hund tut, was sein Mensch ihm vermittelt.“ Und dieses Vermitteln beruht auf jeder Menge Training.

Ohne Fleiß kein Tanz. „Im Grunde ist der fertige Tanz das harmonisch fließende Aneinanderreihen verschiedener Tricks und perfekter Fußarbeit“, erklärt die Dogdance-Trainerin. Und gearbeitet wird beim Dogdance immer mit positiver Verstärkung. Sprich: Der Hund bekommt Leckerchen, Streicheleinheiten oder/und Spielsequenzen, wenn er gut mit arbeitet. Die hohe Motivation spielt eine große Rolle. Kein Hund wird gezwungen mit seinen Leuten zu arbeiten. Gut aufgebaut ist das Training aus Hundesicht immer ein lohnenswertes, Spaß machendes „Spiel“.

Eleganz für Grobmotoriker

Das merkt auch QashQai schnell. Ebenso wie Frauchen gehören beide eher nicht zur Kategorie „sensible, verspielte Tänzer“, sondern eher zur Sparte „grob motorisch“ und mit bodenständigem Charme ausgestattet. Trotzdem: die Fußarbeit kennt QashQai, die im Hauptjob ein geprüfter Vermisstenspürhund ist, schon sehr gut. Da hat Birgit nicht viel zu korrigieren. Aber sich auf der Stelle drehen, Wellen laufen, zwischen den Beinen gehen und rückwärts schreiten ist schon etwas schwieriger. Ebenso das Zügeln der eigenen Stimme. Nach jedem erfolgreichen Teilschritt gibt’s großes Lob für den sechsjährigen Bouvier QashQai und natürlich ein Leckerchen. Die Lernfähigkeit geht durchaus auch gerne durch den Magen. Nach einer längeren Trainingsphase klappt’s sogar schon mit drei Übungen, die zur Musikuntermalung aneinander gereiht werden.

Allerdings - so viel Spaß wie es auch macht, für einen Start beim Dogdance-Turnier am 27. Juli in Birgit Paas Hundeschule an der Mühlenstraße 122 in Uedem wird’s definitiv beim Team Anke&QashQai noch (lange) nicht reichen.

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