Handwerk

Donsbrügger Mühle: Eine Schönheit in der Düffel

Die historische Holländermühle in Donsbrüggen hat eine neue Hülle bekommen.

Die historische Holländermühle in Donsbrüggen hat eine neue Hülle bekommen.

Foto: Andreas Gebbink

Kleve-Donsbrüggen.   Die Donsbrügger Mühle leuchtet jetzt in der Landschaft. Die Schindeln aus Eichenholz geben dem historischen Bauwerk ein ganz neues Gesicht

Nanu, ist das noch die Donsbrügger Mühle? Wer das historische Bauwerk in der Düffel in diesen Tagen zum ersten Mal wieder sieht, der muss schon zweimal hingucken. Seit vergangenem Freitag sind die Gerüste rund um die Holländermühle entfernt worden und offenbaren eine richtige Schönheit. Tausende neue Eichenschindeln wurden im August angebracht und geben dem Bauwerk aus dem Jahre 1824 ein völlig neues Gesicht. Viele Radfahrer, Autofahrer und Fußgänger bleiben stehen, gucken und zücken das Handy – die Donsbrügger Mühle ist zu einem begehrten Fotoobjekt geworden.

Reibungsloser Ablauf

Hermann Berson und Paul Kersjes vom Förderkreis „Alte Mühle Donsbrüggen“ freuen sich darüber, dass alles so reibungslos geklappt hat. Innerhalb von vier Wochen hat das Fachunternehmen Josef Pfeffer aus Zwiesel im Bayrischen Wald die Mühle komplett neu eingekleidet. „Die haben hier wirklich spitze gearbeitet“, sagt Herrmann Berson, der Vorsitzende des Vereins.

Die Arbeiten an der Außenfassade sind notwendig geworden, weil durch Wind und Regen die alten Schindeln feucht geworden sind. Damals wurde leider keine Belüftungsschicht für die Holzplatten vorgesehen – diesen Fehler hat man diesmal ausgemerzt. Es wurde ein Gerüst aus Latten angebracht, auf denen die Schindeln mit Metallstiften befestigt wurden. Dank der Belüftung sollen die Eichenbrettchen jetzt mindestens 50 bis 60 Jahre halten.

Typisch ist eine Holzmühle am Niederrhein übrigens nicht. Die meisten Mühlen in der Region sind aus Stein errichtet worden. Und auch die Metallflügel der Donsbrügger Mühle gibt es so schnell kein zweites Mal am Niederrhein - „die Holländerin“ ist eine echte Rarität.

Die Fassadenerneuerung war nur mit der finanziellen Unterstützung der NRW-Stiftung und der Sparkasse möglich. Die NRW-Stiftung hat 49 000 Euro bereit gestellt und auch die Sparkasse Rhein-Maas hat einen gehörigen Spendenbetrag fließen lassen. Insgesamt kostet die Maßnahme 85 000 bis 90 000 Euro.

Trotzdem ging es nicht ohne die kräftige Mitarbeit der Mitglieder. An der neuen Fassade haben zehn Helfer kontinuierlich mitgewirkt. „Wir haben unter anderem die alten Schindeln abgenommen“, erzählt Paul Kersjes. Dabei habe man noch feststellen müssen, dass die alten Schindeln auf einer Dachpappe genagelt worden sind und unter der Dachpappe befanden sich noch weitere Nägel: „Damit hatten wir nicht gerechnet“, sagt Kersjes. Aber unter der fachlichen Leitung von Vereinsmitglied Michael van Lier habe man das Projekt schnell abwickeln können.

An den neuen Anblick in der Düffel muss der Niederrheiner sich vielleicht erst noch gewöhnen: „Im Laufe der Jahre werden die Eichenschindeln auch wieder ergrauen“, sagt Berson. Für ihn ist die Mühle zurzeit ein Schmuckstück: „Wir haben die schönste Mühle Deutschlands“, sagt er stolz.

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