Führung

Dr. Barbara Hendricks besuchte Justizvollzugsanstalt Kleve

Dr. Barbara Hendricks, MdB, komissarische Bundesumweltministerin, im Gespräch mit dem Leiter der JVA Kleve.

Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Dr. Barbara Hendricks, MdB, komissarische Bundesumweltministerin, im Gespräch mit dem Leiter der JVA Kleve. Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Kleve.   Dr. Barbara Hendricks, kommissarische Bundesumweltministerin, hat die Justizvollzugsanstalt (JVA) Kleve besucht.

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Zahlreiche Medienvertreter trafen sich gestern mit Dr. Barbara Hendricks, MdB, kommissarische Bundesumweltministerin, um sie auf einem Informationsrundgang durch die Justizvollzugsanstalt (JVA) Kleve zu begleiten. Mitten drin auch Häftling und Redakteur Michael, zuständig für die Jaily-News, also vier Jahresausgaben der Knastzeitung. Auch er kam durch den Rundgang mit der Ministerin in Bereiche der JVA, die ihm sonst verwehrt sind. Das JVA-Mitarbeiterteam mit Leiter Udo Gansweidt an der Spitze führte Hendricks als erstes zum „Klassenraum“ der Integrationskursteilnehmer.

Zahlreiche ausländische Häftlinge

Pädagogin Ildiko Tamasi und Lukas Dawidowsky kümmern sich um die zahlreichen ausländischen Häftlinge, die hier Deutsch lernen. Ein pakistanischer Gefangener mit Doktortitel versicherte der Bundesministerin: „Es geht mir gut. Ich habe nur einmal in meinem Leben einen kleinen Fehler gemacht, deswegen bin ich hier.“ Barbara Hendricks erwiderte: „Na, das wird wohl eher ein großer Fehler gewesen sein.“

Maximun: 234 Gefangene

Der pakistanische Doktor lächelte und betonte: „Aber mir geht es gut. Ich habe nur meine Freiheit verloren.“ So wie viele andere ausländische Häftlinge in der JVA Kleve. „Hier sind jetzt 231 Insassen, das Maximum sollte bei 234 liegen. 63 Prozent davon sind Ausländer“, berichtete Johann Biermann, Leiter des allgemeinen Vollzugsdienstes.

Sein Kollege Jörg Neyenhuys (Hausdienstleiter der JVA) erläuterte den Gästen aus Berlin dann, dass Integration in Kleve ganz groß geschrieben würde, eben aufgrund des Ausländeranteils. Die Integrationskurse gibt’s seit 2016. Und sie sind immer „ausgebucht“.

Schwierig: Angebote für deutsche Insassen

Barbara Hendricks wollte wissen, ob denn auch deutsche Gefangene die Chancen auf Aus- und Weiterbildung in der JVA Kleve hätten. Es sei schwer deutschen Insassen dauerhafte und/oder langfristige Weiterbildungsangebote zu machen, weil die Fluktuation in Kleve sehr groß sei, ergänzte der Hausdienstleiter. „Die JVA Kleve lebt vom hohen Durchfluss. Die Vollstreckungsbreite ist hier groß.“ Soll beispielsweise heißen: Auch Bürger, die sich weigern eine eidesstattliche Erklärung abzugeben oder Geldstrafen zu zahlen, müssen hier in Beugehaft sitzen. „Aber meistens haben die nach zwei Tagen genug“, so ein JVA-Bediensteter. „Es sei denn, es sind Reichsbürger, die bleiben schon mal drei Wochen.“

Dann lockte wieder die Freiheit

So lange musste die Ministerin natürlich nicht hinter den soliden Mauern und Gittern der JVA ausharren. Nach weiteren Einblicken in verschiedene Beschäftigungs- und Berufsräume (Küche, Metallverarbeitung, Kreativbereich) sowie der Kapelle und Besucherräume, ging’s wieder in die Klever Freiheit.

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