Diebstahl

Drogengelder aus Klever Asservatenkammer verschwunden

Knapp 69.000 Euro fehlen in der Asservatenkammer der Staatsanwaltschaft Kleve. Jetzt ermittelt die Staatswaltschaft Duisburg.

Knapp 69.000 Euro fehlen in der Asservatenkammer der Staatsanwaltschaft Kleve. Jetzt ermittelt die Staatswaltschaft Duisburg.

Foto: Jens Kalaene

Kleve.   Bei der Staatsanwaltschaft Kleve sind zwischen 2013 und 2018 größere Beträge beschlagnahmter Drogengelder entwendet worden. Es wird ermittelt.

Aus der Asservatenkammer der Staatsanwaltschaft Kleve sind zwischen 2013 und 2018 größere Mengen Bargeld verschwunden. Ingesamt soll es um einen Betrag in Höhe von 68.850 Euro gehen. Bei dem Geld soll es sich um beschlagnahmtes „Dealgeld“ handeln. Die Staatsanwaltschaft Duisburg hat ein Ermittlungsverfahren gegen einen ehemaligen Asservatenverwalter eingeleitet. Der 50-Jährige sei geständig, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Jennifer König, gegenüber der NRZ.

Ermittlungen seien fast abgeschlossen

Veröffentlicht wurden diese Fälle erstmals in einer Drucksache des Landtages NRW. Im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Beweismitteln im Missbrauchsskandal von Lüdge hatte der AfD-Abgeordnete Markus Wagner eine Anfrage an die Landesregierung gestellt. Er wollte wissen, wie viele Asservate bei der NRW-Justiz und in den Kreispolizeibehörden nicht mehr auffindbar sind.

Aus der Antwort des Innenministeriums ist ersichtlich, dass bei der Staatswaltschaft Kleve erhebliche Geldbeträge verschwunden sind. Bei anderen Staatsanwaltschaften handelte es sich dem Papier nach um deutlich geringere Wertgegenstände. Wie das Ministerium mitteilt, liegt die Zuständigkeit bei der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf. Die Ermittlungen seien aber fast abgeschlossen, so Sprecherin Jennifer König aus Duisburg.

Ermittlungen seit Ende November 2017

Laut Staatsanwaltschaft Duisburg ist das Ermittlungsverfahren Ende November 2017 eingegangen. Demnach flogen die Unregelmäßigkeiten nach einem Verfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz auf, bei dem „eine größere Menge an Bargeld beschlagnahmt worden war“, wie König rekonstruierte.

Das Geld sollte nach Darstellung der Duisburger Staatsanwaltschaft eigentlich in der Klever Asservatenkammer aufbewahrt werden. Es war trotz Empfangsquittung dort aber nicht mehr auffindbar, als das Gericht die beiden Beschuldigten zwar verurteilte, jedoch die Rückgabe der Summe anordnete. „Als einer der Verurteilten sein Geld wieder haben wollte, fiel dies auf“, erläuterte Jennifer König.

Ein Regress gegen den Beschuldigten wird geprüft

Ein Regress gegen den Beschuldigten werde geprüft. Der Leitende Oberstaatsanwalt in Kleve habe nach Bekanntwerden der Fälle dafür Sorge getragen, dass das Vier-Augen-Prinzip auch bei der Entgegennahme von Bargeldbeträgen streng eingehalten werden, so das Innenministerium in seiner Antwort an den AfD-Abgeordneten.

Die entscheidende Akte befindet sich zurzeit bei der Kreispolizeibehörde in Kleve. Die im Bericht des Ministeriums genannten Beträge wollte die Staatsanwaltschaft Duisburg nicht bestätigen. Demzufolge wurden die knapp 69.000 Euro in elf Fällen entwendet. 2013 fehlten 9580 Euro, 2014 wurden 7825 Euro entwendet und 2015 waren es 18.780 Euro. Im November 2017 fehlte Drogengeld in Höhe von 32.050 Euro. Außerdem fehlen in der Asservatenkammer der Klever Staatsanwaltschaft sechs Mobiltelefone und drei Messer.

Nach Angaben des Sprechers der Klever Staatsanwaltschaft, Sebastian Noé, sollten generell größere Geldsummen von der Polizei gar nicht erst bei der Asservatenkammer abgegeben werden, sondern direkt bei der Gerichtskasse eingezahlt werden.

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