Museum Kurhaus

Eine Turm-Skulptur aus Bronze für Kleve

In der Kunstgießerei Kayser in Düsseldorf wird kräftig am Kunstwerk für die Ausstellung in Kleve gearbeitet.

Foto: Claudia Gronewald

In der Kunstgießerei Kayser in Düsseldorf wird kräftig am Kunstwerk für die Ausstellung in Kleve gearbeitet. Foto: Claudia Gronewald

Kleve/Düsseldorf.   In der Kunstgießerei Kayser in Düsseldorf entsteht eine monumentale Skulptur von Andreas Schmitten für eine Ausstellung im Museum Kurhaus.

Werkstatt für Metallbildhauerei und Kunstgießerei steht auf dem kleinen Schild an der eher unscheinbaren Tür. Wer sie öffnet, betritt ein großes Gebäude mit einzelnen Hallen, das nur auf den ersten Blick eine ganz normale Werkstatt mit dem Handwerkszeug einer Schmiede oder Schlosserei ist. Hier im Hafengebiet von Düsseldorf wird Kunst gemacht. Hier geben Künstler wie Paloma Varga Weisz, Thomas Schütte oder Tony Cragg ihre Skulpturen in Auftrag. Und hier entsteht gerade eine monumentale Arbeit für die Ausstellung von Andreas Schmitten im Museum Kurhaus Kleve (Eröffnung ist am 13. Mai).

Tonnenschwere Skulptur

3,5 Tonnen schwer, sechs Meter hoch und mit einem Durchmesser von 2,50 Meter steht der schneeweiße, ganz aus Bronze gefertigte und dynamisch gen Himmel strebende „Turm“ auf einem Sockel.

Zweieinhalb Monate lang haben sechs der insgesamt 35 Mitarbeiter der Kunstgießerei von Rolf Kayser an diesem riesigen Werk des gebürtigen Mönchengladbachers gearbeitet. Pate stand dabei am Anfang ein nur wenige Zentimeter großes Modell. „Dieses wurde dann aus Styropor auf das Originalmaß gefräst“, erklärt Werkstattleiter Rolf Kayser. Danach habe für ihn und seine Mitarbeiter die Arbeit begonnen. „Nach diesem Modell wird eine Sandnegativform angefertigt. In diese hinein wird dann die flüssige Bronze gegeben“, so Kayser.

Aus 20 bronzenen Einzelteilen

Die jetzt fast fertige Skulptur bestand ursprünglich aus rund 20 bronzenen Einzelteilen, die zunächst bearbeitet und geschliffen, anschließend zusammen geschweißt wurden. Bevor es ans Lackieren gehen konnte, mussten noch Schweißnähte verschliffen werden. Am Ende wird das eigens für die Klever Ausstellung gefertigte Werk dann noch poliert. Wegen seiner Größe wird die Arbeit per Kran und liegend aus der Halle gehoben, die „Außenhaut“ nochmals kontrolliert bzw. bearbeitet, bevor es mit einem Spezialtransport ins Klever Museum gebracht wird.

In Düsseldorf entstehen derzeit weitere Werke von Andreas Schmitten, der derzeit als wegweisender junger deutscher Konzeptkünstler und Bildhauer sowie regelrechter „Senkrechtstarter“ gilt und von Museumsleuten ebenso hoch gehandelt wird wie von Künstlerkollegen und Galeristen. Von 2001 bis 2005 studierte er Philosophie und Kunstgeschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, von 2005 bis 2012 Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf.

Die Skulptur passt nicht ins Museum

Die Werke von Andreas Schmitten sind im übrigen auf dem Gelände der Kunstgießerei von Rolf Kayser in durchaus prominenter Gesellschaft. So ist die Skulptur „Der Große Geist“ von Thomas Schütte, seit Jahren im Klever Kurhaus zu Hause, ebenfalls hier entstanden. Und in den Regalen von Rolf Kaysers Werkstatt liegen die Modelle oder die einzelnen Teile zahlreicher Kunstwerke, die – sollte der jeweilige Künstler dies in Auftrag geben – nur darauf warten zu weiteren Skulpturen gemacht zu werden...

Eine ganz besondere Herausforderung wartet dann mit der tonnenschweren Skulptur noch auf Kleve: „Die Arbeit passt nicht durch die Tür und kann auch aus statischen oder baulichen Gründen nicht im Museum gezeigt werden“, weiß Kuratorin Valentina Vlasic. „Sie muss also woanders aufgebaut werden. An einer Lösung wird derzeit noch gearbeitet.

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