Museumsstück

Ein Flugzeug für Weeze in Einzelteilen

Mit einem Transporter ist das Flugzeug aus England in Weeze eingetroffen.

Mit einem Transporter ist das Flugzeug aus England in Weeze eingetroffen.

Foto: Steve Hill

Weeze.   Die Freunde des Royal Air Force Museums Laarbruch in Weeze haben ein weiteres Flugzeug für ihre Ausstellung erworben: eine Hawker Hunter T.7.

Heinz-Willi Knechten blickt versonnen auf den roten Sattelschlepper, der vor dem Royal Air Force-Museum auf dem Gelände des Airport Weeze vorgefahren ist. Der Truck hat eine wichtige Fracht aus England an Bord: Ein neues Flugzeug für das Museum, eine Hawker Hunter T.7.

„Wir bemühen uns ja ständig, etwas zu bekommen, was hier in der Zeit als die britischen Soldaten noch stationiert waren, geflogen oder gefahren ist, und konnten diese Hunter durch Zufall in einem Netzwerk aufspüren“, erklärt der Vorsitzende des Museumsvereins.

Als der polnische Fahrer des Trucks die Plane seines Lkw öffnet, erblicken die Mitglieder des Vereins, was sie da eigentlich erworben hatten: Jede Menge Einzelteile, die erahnen lassen, dass es sich um ein Flugzeug handelt. „In diesem Laster sind Teile des Rumpfes und ein Flügel mit Fahrwerk, zwei Schleudersitze und noch ein paar Fahrwerksteile. Am Nachmittag kommt noch ein zweiter Lkw und bringt zwei Cockpits, den anderen Flügel, Bleche, eine extra Kanzel und diverse andere Teile“, freut sich Knechten. Der erste Blick über die Teile lässt den Vorsitzenden zufrieden drein blicken: „Es gibt kaum noch Flugzeuge diesen Typs auf dem Markt, die meisten sind verschrottet. Ich bin überzeugt, wir haben ein gutes Flugzeug bekommen.“

Ein wenig Spürsinn gefragt

Um an ein solches militärisches Fluggerät überhaupt zu kommen, sei ein wenig Spürsinn gefragt, meint Knechten: „Es gibt Netzwerke, etwa bei Facebook, wo auch ausgemusterte Militärflugzeuge angeboten werden.“ Selbst die Bundeswehr trennt sich so von ihren ausgemusterten Jets. Nachdem diese demilitarisiert worden sind, werden sie im Internet angeboten. Ersteigern kann sie dort jeder, doch die Auflagen sind streng.

So stießen die Weezer Museumsfreunde auf die Hunter, die im britischen Burton-in-Kendal (rund 100 Kilometer nördlich von Manchester) stand. Dass die Hunter tatsächlich deutschen Boden erreichen konnte, verdankte der Verein dem Handwerksbetrieb Konrad Josten aus Weeze, der den Transport der Hunter organisierte.

Wacky Knechten und seine Kollegen vom Museumsverein sind derweil damit beschäftigt, die Hunter abzuladen und die Teile ins ehemalige Stationskino Astra zu schleppen. „Hier wollen wir sie im Laufe der nächsten Wochen zusammenbauen und restaurieren.“

Das dritte Flugzeug

Die Hawker Hunter ist mittlerweile das dritte Flugzeug, dass die Museumsfreunde auf Laarbruch stationieren können. Neben einer Blackburn Buccaneer, die auf dem Außengelände des Museums geparkt ist, hängt im Kinosaal ein Segelflugzeug, das zu Ausbildungszwecken von den britischen Piloten genutzt wurde. Natürlich würden Heinz-Willi Knechten und seine Freunde gern noch weitere Flugzeuge an den Niederrhein holen, doch das wird zunächst Zukunftsmusik bleiben: „Wir können uns ja nicht ewig ausbreiten.“ Neben der räumlichen Grenze gibt es aber auch eine finanzielle Hürde, sagt er: „Im niederländischen Barlo gibt es einen Flugzeughändler, der einen ausgemusterten Tornado-Kampfjet besitzt. Doch unter 100.000 Euro wäre da nichts zu machen!“

Sei’s drum, für Heinz-Willi Knechten und Co. ist wieder ein Traum wahr geworden und er weiß, wem er das zu danken hat: „ Ohne die Unterstützung der Gemeinde, hier vor allem der Kollegen Robert Erretkamps und Paul Krüger vom Bauhof, wäre das nicht zu stemmen. Herzlichen Dank auch an die Mitarbeiter von der Trainings Base und Landwirt Hubert Boßmann, die immer wieder anpacken.“

Ein paar Häuser weiter sitzt Flughafensprecher Holger Terhorst in seinem Büro und kann das Treiben auf dem Museums-Gelände gut beobachten: „Das Engagement der Männer und Frauen ist großartig. Das ist ein Stück Historie des Flughafens.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben