Gesellschaft

Ein Haus für Kulturen

Die Entwürfe wurden genau unter die Lupe genommen.

Die Entwürfe wurden genau unter die Lupe genommen.

Foto: Christoph Karl Banski

Kleve.   Der Arbeitskreis „Haus der Begegnung“ lud zu einer Informationsveranstaltung in die Klever Stadthalle – und stieß auf sehr großes Interesse

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Architekt Werner van Ackeren sprach dem Initiator und „geistigen Vater“ des Projektes „Haus der Begegnung/Beth HaMifgash“, Ron Manheim, ein Lob aus, das sich zunächst gar nicht danach anhörte. „Anfangs dachte ich, Ron Manheim hat mich alleine angesprochen,“ sagte van Ackeren auf der ersten Informationsveranstaltung im Foyer der Stadthalle, „ich glaube, dass hat er mit jedem so gemacht, das war seine Strategie.“

Wenn es so war, zeugt es von einer cool-frechen Cleverness, die letztlich ein Pilotprojekt in Gang brachte, das sich in einem neuen Gebäude zu einem Zentrum gegen Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und jedwede andere Form von Diskriminierung entwickeln könnte. In einer Stadt, die bei der Vernichtung des jüdischen Volkes in Deutschland während der nationalsozialistischen Herrschaft eine unrühmliche Rolle spielte: während der Novemberpogrome 1938 brannte die Synagoge nieder.

Die Stadtverwaltung Kleve stand dem Projekt von Beginn an positiv gegenüber. Bürgermeister Theo Brauer: „Ich habe damals ohne zu zögern aus vollem Herzen die ideelle Unterstützung zugesagt, weil mich die Idee schlichtweg begeistert.“ Das Haus der Begegnung, so Brauer weiter, erinnere an die Geschichte des jüdischen Lebens in Kleve und ermögliche die Begegnung mit Nachbarn in der Stadt und mit denen aus der Umgebung bis nach Holland. Die Kombination aus Sachverstand, Tatkraft und Herzblut, die der Arbeitskreis mit Ron Manheim, Thomas Rufmann, Jürgen Rauer, Nils Looschelders und Werner van Ackeren als Antriebsmotor benutze, „soll dazu beitragen, dass im Herzen der Stadt an städtebaulich heraus gehobener Stelle zwischen Schwanenburg und Stiftskirche ‘Beth HaMifgash’ entsteht.“

Erste Überlegungen entstanden in den letzten Jahren während der Gedenkveranstaltungen zum 9. November und zum 27. Januar. „Erinnern und Gedenken drohen zu leeren Ritualen zu verkommen, wenn sie nicht einher gehen mit einem vielfältigen aktiven Handeln als Konsequenz aus der Geschichte.“ Beth HaMifgash soll kein jüdisches Zentrum werden sondern auf die Geschichte jüdischen Lebens in Kleve verweisen und für alle Regionen, Kulturen, Religionen, Hautfarben und Weltanschauungen offen sein.

Diese „zündende Idee“ (van Ackeren) stellten die Absolventen der Fachhochschule Köln vor. Daniela Mannheim, Maximilian Keck, Saltuk Bugra Topçu und Arndt Heimann erläuterten in teilweise konfusen Vorträgen ihre Ideen einer baulichen Umsetzung für ein Erinnerungs- und Dokumentationszentrum mit Café, Begegnungsstätte, Ruhepol und schönem Aussichtspunkt. Ein integrierter Mehrzweckraum soll die Möglichkeit für jüdische Gottesdienste bieten.

Infos: www.hdb-kleve.de

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