Gesamtschule Goch

Eltern aus Huisberden kritisieren Schulbus-Sparmodell

Für Schulkinder aus Huisberden soll der Bus um 6.19 Uhr abfahren.

Foto: Polizei

Für Schulkinder aus Huisberden soll der Bus um 6.19 Uhr abfahren. Foto: Polizei

Bedburg-Hau.   Nach der Schulbus-Streichung fährt der Linienbus zur Gesamtschule Goch um 6.19 Uhr in Huisberden ab. Gemeinde setzt sich für Sonderlösung ein.

Wie ihre beiden Kinder das dauerhaft schaffen sollen, weiß Anne Baumann aus Huisberden nicht. Die Streichung des Schulbusses an der Gesamtschule Goch hat auch für ihre Familie extreme Konsequenzen. Um 5.30 Uhr müssten die Kinder aufstehen, damit sie rechtzeitig um 6.19 Uhr an der Bushaltestelle stehen können. „Das geht so überhaupt nicht“, ärgert sich auch Susanne Lingner, deren Tochter ebenfalls von der neuen Regelung negativ betroffen ist.

Der vorschnelle Beschluss der Schulkonferenz und der Schulverbandszweckversammlung zeigt peu à peu, wie unausgegoren und unüberlegt das Sparmodell ist. 50 000 Euro sollten durch den Wechsel von Schulbus auf Linienbus eingespart werden, doch durch die Zusatzregelungen für Kinder aus Keppeln, Louisendorf und vermutlich auch für Huisberden stellt sich die Frage, ob sich das Rechenmodell überhaupt noch lohnt.

Denn die Gemeinde Bedburg-Hau wird eine zusätzliche Sondersitzung der Schulverbandszweckversammlung beantragen. Erneut geht es dann um die Frage, wie man diese extremen Härtefälle abmildern kann. Im Gespräch ist ein Schultaxi – und auch das kostet Geld.

Warten auch am Nachmittag

Der für die Kinder in Huisberden vorgeschlagene Linienbus – der auch zusätzlich eingerichtet worden ist – soll nach den Ferien um 6.19 Uhr in Huisberden abfahren, um 6.52 Uhr in Kalkar sein und um 7.20 Uhr an der Gesamtschule: „Die Kinder hängen dann jeden Morgen eine halbe Stunde auf dem Schulhof rum“, ärgert sich Mutter Anne Baumann. Am Nachmittag das gleiche Spielchen: Auch dann müssen die Kinder eine halbe Stunde nach Schulschluss warten, ehe ein Bus sie nach Hause bringt.

Anne Baumann und Susanne Lingner ärgern sich vor allem über „die sture Haltung“ des Gocher Bürgermeisters und Verbandsvorstehers Ulrich Knickrehm: „Für uns wird der Schulbus einfach gestrichen, obwohl es in Huisberden gar keinen Linienbus gibt“, sagt Lingner. Hätte man die Eltern im Vorfeld vernünftig informiert, hätte man solche Probleme schnell benennen können. Jetzt wird im Nachtrag geflickschustert.

Schulwechsel ist keine Alternative

Für die Eltern aus Huisberden sind auch die anderen Schulformen in der Umgebung keine Alternative. Denn auch zur Klever Gesamtschule fährt kein Bus, mit dem Fahrrad zur Hoffmannallee wären es jeden Morgen 45 Minuten. „Und im Übrigen fühlen sich unsere Kinder in Goch auch wohl, sie haben gute Noten und ein Schulwechsel wäre wirklich kontraproduktiv“, sagt Anne Baumann.

Georg Seves, Mitarbeiter der Gemeinde Bedburg-Hau, setze sich zurzeit für eine Lösung ein. Die Eltern wünschen, dass der Beschluss zur Abschaffung des Schulbusses am besten ausgesetzt wird. „Es geht uns nicht ums Geld, wir zahlen auch das Schoko-Ticket. Es geht um die völlig unzumutbaren Zeiten“, sagt Anne Baumann.

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