Gesetzesänderung

Eltern dürfen mit ihren Kindern auf dem Gehweg radeln

Seite an Seite auf dem Bürgersteig (von links): Polizeikommissar Stefan Cohnen, Mutter Annika Macdonald, Tochter Merle Macdonald, Rasmus Bones (schulfachlicher Berater für Verkehrserziehung für den Kreis Kleve) und Andrea Schotten (Schulleiterin der Grundschule Marienwasser in Weeze).

Foto: Niklas Preuten

Seite an Seite auf dem Bürgersteig (von links): Polizeikommissar Stefan Cohnen, Mutter Annika Macdonald, Tochter Merle Macdonald, Rasmus Bones (schulfachlicher Berater für Verkehrserziehung für den Kreis Kleve) und Andrea Schotten (Schulleiterin der Grundschule Marienwasser in Weeze). Foto: Niklas Preuten

Weeze.   Eltern dürfen ihre bis zu achtjährigen Kinder mit dem Rad seit Ende 2016 auf dem Bürgersteig begleiten. Gesetzesänderung oft noch nicht bekannt.

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Die Gesetzesänderung ist bereits seit 14 Monaten in Kraft, doch in den Köpfen vieler Eltern scheint sie noch nicht angekommen zu sein: Aufsichtspersonen dürfen Kinder bis zur Vollendung des achten Lebensjahres mit dem Fahrrad auf dem Gehweg begleiten und müssen nicht mehr nebenher auf der Straßen fahren. Am Straßenrand geparkte Autos oder lauter Umgebungslärm können nämlich die Kommunikation erheblich erschweren. „Die Eltern können nun in gefährlichen Situationen besser Einfluss nehmen, wenn sie ebenfalls auf dem Gehweg fahren“, sagt Polizeikommissar Stefan Cohnen von der Verkehrsunfallprävention.

Dabei müssen Erwachsene und Kinder jedoch insbesondere bei viel Fußgängerverkehr auf dem Bürgersteig vorausschauend und in Schrittgeschwindigkeit fahren. „Fußgänger dürfen nicht behindert werden“, stellt Cohnen klar. Die Änderung in der Straßenverkehrsordnung folge dem Ziel, mehr Bürger aufs Fahrrad zu bringen.

„Wir finden es sehr wünschenswert und toll, wenn Eltern ihre Kinder beispielsweise zur Grundschule begleiten“, sagt Rasmus Bones, schulfachlicher Berater für Verkehrserziehung für den Kreis Kleve. „Das verringert das morgendliche Verkehrsaufkommen von Autos an den Schulen und bringt die Kinder bereits vor dem Unterricht in Bewegung.“

Kinder aufs Radfahren vorbereiten

Wenn die Tage wie jetzt nach den Osterferien wieder wärmer und freundlicher werden, radelten 30 bis 40 der insgesamt 190 Schüler zur Grundschule Marienwasser in Weeze, erzählt Schulleiterin Andrea Schotten. Zur Vorbereitung der Mädchen und Jungen aufs Radfahren nimmt die Schule regelmäßig die Angebote zur Verkehrserziehung wahr. „Kurz vor den Sommerferien durchqueren unsere Schüler beispielsweise in der Radfahrwoche einen Parcours auf dem Schulhof“, sagt Schotten. Bremsen und Slalomfahren werden dabei genauso trainiert wie einhändiges Fahren oder den Schulterblick. Rasmus Bones beobachtet mit den noch unerfahrenen Kindern zudem den Verkehr. „Sie lernen so das Antizipieren, und ihr Blick für Gefahren wird geschärft“, erklärt der Experte für Verkehrserziehung.

Die Gesetzesnovelle, die am 14. Dezember 2016 in Kraft trat, sieht neben der Rad-Begleitung auf dem Gehweg weitere Änderungen vor. So dürfen seitdem E-Bikes bis zu 25 km/h auch innerorts auf ausgewiesenen Radwegen fahren und Tempo-30-Zonen vor Schulen können nun auch auf innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen leichter eingerichtet werden.

>> AUS DER STRASSENVERKEHRSORDNUNG

„Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen, Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen mit Fahrrädern Gehwege benutzen.“ [...] „Soweit ein Kind bis zum vollendeten achten Lebensjahr von einer geeigneten Aufsichtsperson begleitet wird, darf diese Aufsichtsperson für die Dauer der Begleitung den Gehweg ebenfalls mit dem Fahrrad benutzen; eine Aufsichtsperson ist insbesondere geeignet, wenn diese mindestens 16 Jahre alt ist.“ [...] „Der Fußgängerverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden.“ [...]

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