Kindergarten

Eltern zahlen in Kleve weniger für die Kita

Eltern zahlen einmalig rund zehn Prozent weniger für die Kita.

Eltern zahlen einmalig rund zehn Prozent weniger für die Kita.

Foto: AG / NRZ

Kleve.   Es geht den meisten Familien finanziell gut, aber das ist nur eine „Momentaufnahme“, warnt der Kämmerer vor. Stadt erweitert Platzangebot.

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Immer mehr Eltern geht es finanziell recht gut. Deshalb decken die Elternbeiträge in den Kindergärten nicht mehr – wie vor zwei jahren beschlossen – eine Obergrenze von 13 Prozent des Kindpauschalenbudgets, sondern satte 14,7 Prozent. Darum empfiehlt der Jugendhilfeausschuss dem Rat, die Elternbeiträge einmalig zu senken. Die Verwaltung schlug vor, der Einfachheit halber um runde zehn Prozent, es würde dann ein Elternanteil von 13,88 Prozent übrig bleiben. Denn die gute Lage zurzeit sei nur eine „Momentaufnahme“, mahnte Kämmerer Willibrord Haas. Weil Kleve nun das Platzangebot erheblich erweitert, wisse man ja nicht, wie sich die Elternstruktur der Zukunft gestalte, ob somit bald mehr finanziell schwächere Familien ihre Kinder in eine Kita schicken. Den höchsten Beitrag zahlen Eltern mit einem Einkommen über 140 000 Euro pro Jahr, das sind derzeit zwölf Fälle. Es müsse aber sichergestellt werden, dass der einzelne Elternbeitrag zu einem Kindergartenplatz die gesetzliche Kindpauschale unterschreitet.

Trotzdem beantragte Susanne Siebert (Grüne), dass die Politiker „bei dem vor zwei Jahren beschlossenen Ziel der 13 Prozent bleiben“. Alle anderen Fraktionen stimmten ihr zu. Für Kämmerer Haas bedeuten die 0,88 Prozent weniger Elternanteil dann 12 000 Euro weniger im Stadtsäckel, rechnete er gleich aus.

Die Verwaltung erinnerte, dass inzwischen nicht mehr die Kindpauschalen alleine für die Kosten des Platzangebotes in Kitas ausreichen, sondern dass zusätzliche Landeszuschüsse aufgebracht werden müssen, die mit dem „Gesetz zur Rettung der Trägervielfalt von Kindertageseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen“ im vorigen Jahr eingeführt wurden.

So viel wird gezahlt

In Kleve werden gezahlt: in Kindertageseinrichtungen für zweijährige Kinder in der niedrigsten Beitragsstufe (unter 30 000 Euro Jahreseinkommen) für 25 Stunden Betreuung 41 Euro monatlich, für 35 Stunden pro Woche 58 Euro Monatsbeitrag und für 45 Stunden 80 Euro; für Kinder ab drei Jahren wird der Betreuungsaufwand geringer und man zahlt für 25 Stunden Spiel- und Lernzeit pro Woche einen Monatsbeitrag von 32 Euro beziehungsweise 45 Euro (bei 35 Stunden) oder 72 Euro (45 Stunden pro Woche). Bei mittleren Einkommen (80 000 Euro im Jahr) werden für Zweijährige je nach Stundenzahl 195 Euro oder 276 beziehungsweise 383 Euro (45 Std.) fällig, bei über Dreijährigen 151 Euro für 25 Stunden, 218 für 35 Stunden, 347 für 45 Stunden Kita-Zeit. In der höchsten Gehaltsstufe (über 140 000 Euro Einkommen im Jahr) belaufen sich die Elternbeiträge für Zweijährige auf maximal 744 Euro, für Drei- bis Sechsjährige auf höchstens 675 Euro im Monat.

Für die Tagespflege von Kindern unter zwei Jahren in den Kitas werden die Betreuungszeiten in Fünf-Stunden-Stufen gestaffelt, angefangen von zehn Stunden Betreuung für 22 Euro in der niedrigsten Gehaltsstufe bis zu 104 Euro für 45 Wochenstunden Babybetreuung, in der mittleren Gehaltsstufe (80 000 € Einkünfte) zwischen 102 und 498 Euro für den Betreuungsaufwand der Kleinsten und in der höchste Gehaltsstufe ab 212 Euro für zehn Stunden bis 1037 Euro monatlich für 45 Stunden Babybetreuung pro Woche.

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