Historie

Erläuterungen fürs Kalkarer Kriegerdenkmal

Das Kriegerdenkmal ist nicht gerade ein Aushängeschild für die Stadt Kalkar.

Foto: Stadt Kalkar

Das Kriegerdenkmal ist nicht gerade ein Aushängeschild für die Stadt Kalkar. Foto: Stadt Kalkar

Kalkar.   Der Kalkarer Kulturausschuss diskutierte erneut über den Umgang mit dem Kriegerdenkmal im Park an der Altkalkarer Straße

Wie geht es weiter mit dem Kalkarer Kriegerdenkmal? Das monströse Relikt aus der Nazi-Zeit mit einer zweifelhaften Inschrift aus Hitlers „Mein Kampf“ ist nicht gerade ein Schmuckstück für den Kalkarer Stadtpark, aber ein Dokument der Zeitgeschichte. Seit längerem diskutieren die Politiker der Stadt darüber, wie man mit diesem Denkmal umgehen soll. „Wir sind uns alle einig, dass es ohne eine historische Einordnung so nicht stehen bleiben kann“, sagte jetzt Kulturamtschef Harald Münzner im Ausschuss.

Er präsentierte den Mitgliedern einen vierseitigen Textvorschlag, für zwei mögliche Erläuterungstafeln. Allerdings solle man darüber noch einmal ausführlich diskutieren: „Es wäre voreilig, jetzt einfach Tafel zu beschriften“, so Münzner. Denn über die Gestaltung des Parks soll insgesamt noch einmal gesprochen werden. Möglicherweise kann man die Neugestaltung auch über das Integrierte Handlungskonzept vom Land NRW üppig bezuschussen lassen.

Informationen im Internet

Harald Münzner schlug daher vor, eine ausführliche Erläuterung des Kriegerdenkmals aktuell ins Internet zu stellen, um dann in Ruhe über eine Ausfertigung der Info-Tafeln nachzudenken. Auf den Tafeln soll nicht nur eine schriftliche Abhandlung über das Zustandekommen des Denkmals stehen, sondern es sollen auch Bilder von der Einweihung und der Urkunde angebracht werden. Der vierseitige Text sei bereits das „Maximum“, was man als Erläuterung auf einer Informationstafel anbringen könne. Weitere Dokumente und Quellenhinweise sollten dann im Internet hinterlegt werden. Mittels QR-Code könne man auch für einen einfachen Zugang sorgen.

Günter Pageler (FBK) betonte im Kulturausschuss, dass das Denkmal zurzeit „grausig“ aussehe. Die Bodenplatten seien zerstört und das Denkmal mache einen abweisenden Eindruck. „Dieser Platz kann so nicht bleiben“, meinte Pageler. Das sieht auch CDU-Mitglied Ralf Janßen so: „Dieser Platz hat ganz andere Chancen, sich zu entwickeln. Wir müssen gucken, was man mit dem Denkmal überhaupt macht.“

Harald Münzner regte eine generelle Änderung des Denkmals an: Die Treppenstufen hätten die Anmutung eines Aufmarschplatzes: „Da darf man sich fragen, ob wir das künftig noch so haben wollen“.

Wir berichtet, wird das Kriegerdenkmal wegen einer Inschrift aus Adolf Hitlers „Mein Kampf“ kritisch gesehen. Münzner führte jetzt nach Recherchen aus, dass die Inschrift bei der Einweihung am 12. Juli 1936 noch nicht vorhanden gewesen sei. „Offenbar benötigte man damals noch eine schriftliche Erlaubnis aus Berlin.“ An der Einweihung nahmen damals mehrere Einheiten und Gliederungen der NSDAP teil.

Für das Kriegerdenkmal habe man damals eine „Sonderakte“ erstellt. Diese Akte enthält auch ein Schreiben des Bürgermeisters Rouenhoff, in dem er den „Ausspruch des Führers“ auf der Rückseite des Denkmals zitiert. Wann jedoch die Inschrift eingemeißelt wurde, wer sie gemacht hat und was die Inschrift gekostet hat, bleibt unbekannt. Ein Ratsbeschluss dazu ist im Archiv nicht nachzuweisen. Münzner vermutet, dass die Inschrift erst in den Jahren 1936 bis 1938 erfolgte.

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