Backhandwerk

Eröffnung von Jockis Bäckerei-Drive-In in Goch steht bevor

„Jocki’s Drive in“: Die Schrift prangt schon auf dem noch nicht fertigen Gebäude, das am Donnerstag eröffnet wird.

„Jocki’s Drive in“: Die Schrift prangt schon auf dem noch nicht fertigen Gebäude, das am Donnerstag eröffnet wird.

Foto: Eve

Goch.  Neben seiner künftigen Backstube an der Hervorster Straße eröffnet Joachim Reffeling einen „Drive In“. Auch ein Café ist geplant.

Wer den immer fröhlich-freundlichen Bäckermeister Joachim „Jocki“ Reffeling schon mal in seiner Backstube an der Feldstraße besucht hat, weiß, warum es nach 120 Jahren Zeit wurde, die Produktion der Backwaren zu verlagern. Die Räumlichkeiten in der innerstädtischen Straße sind längst zu beengt. Wie es gelingt, dort Brote, Brötchen, Kuchen und Torten für diverse Filialen herzustellen, ist Jocki selbst ein Rätsel.

Mit Hilfe der Gocher Wirtschaftsförderung hat der 59-jährige Unternehmer jedenfalls vor einigen Monaten eine Gewerbeimmobilie mit riesigem Grundstück gefunden, die er derzeit für seine Zwecke umbaut. Und mit einem zweiten Projekt, an derselben Stelle realisiert, startet er schon jetzt: Ein Brötchen-Drive-In samt Café entsteht an der Hervorster Straße am Rande des Industriegebiets. Am Donnerstag, 24. Oktober, soll Eröffnung sein. Die Aufregung ist groß, denn das Projekt ist weit und breit einzigartig.

„Backstube“ auf 1000 Quadratmetern

Man kennt’s von McDonald’s: Der Autofahrer fädelt sich in eine schmale Zufahrt ein, blickt auf eine Werbetafel, auf der die Snacks samt Bildern aufgelistet sind, und gibt seine Bestellung auf, ohne aus dem Auto auszusteigen. Anders als beim Hamburgerladen verzichtet Reffeling allerdings auf eine Gegensprechanlage, schließlich möchten der „frische Bäcker“ (selbst kreierter Werbeslogan) und sein Team auch zukünftig noch ganz nahe dran an der Kundschaft sein.

Deshalb besteht der Gocher auch darauf, weiterhin von „Backstube“ zu sprechen, auch wenn die in zwei großen Gebäuden von insgesamt rund 1000 Quadratmetern untergebracht sein wird. Im Januar soll Eröffnung sein, bis dahin kommt die Ware noch aus der Feldstraße. „Es ist eine besondere Herausforderung, während des Baus die Produktion unverändert aufrecht zu erhalten“, sagt der Bäckermeister. Aber es wird gelingen, da ist er sicher.

93 Mitarbeiter in Goch, Kalkar, Kleve und Weeze

Ein großzügiges Café mit Drive-in-Schalter – davon träumt Joachim Reffeling schon lange. Man muss was tun in der Branche, weiß er, gerade das Bäckerhandwerk hat es schwer gegen die Billig-Konkurrenz der Supermärkte. 93 Mitarbeiter beschäftigt der Mittelständler in Goch, Kalkar, Kleve und Weeze, da spürt er auch eine große Verantwortung.

Mit Ehefrau Renate und leitenden Mitarbeitern wagt er deshalb den großen Schritt, hat ein Grundstück gekauft, das eine Menge Optionen bereit hält. Dem Bäckereibetrieb stehen nun 6000 Quadratmeter zur Verfügung. Genügend (Park-)Platz für Mitarbeiter und Kunden. „Im hinteren Bereich können später auch Brummifahrer problemlos ihre Fahrzeuge abstellen“, sagt er. Gar nicht zu reden von seinen eigenen Lieferwagen und den Zulieferern, die derzeit montags und mittwochs schon mal die Feldstraße blockieren.

Auch Trucker werden angesprochen

Dass auch Trucker kommen werden, ist kaum eine Frage, denn der Drive-in liegt gleich am Kreisverkehr und am Autobahnzubringer. „80 Firmen mit rund 2500 Beschäftigten liegen hier drum herum, denen und allen anderen Leuten bieten wir neben einem Frühstück auch Mittags-Snacks“, kündigt Reffeling an. 40 Plätze drinnen und 60 auf der bei Bedarf erwärmten Terrasse sind vorhanden. Wer’s eilig hat, nimmt seine belegten Brötchen und den Kaffee mit ins Fahrzeug. Die Brötchen werden so früh vorbereitet, dass sie ab fünf Uhr morgens am Schalter verfügbar sein werden.

Das Chef-Büro und der übrige Verwaltungsbereich sind schon fertig, denn diese Räume konnte Joachim Reffeling komplett vom Vorgängerbetrieb übernehmen. Investiert wird besser in die Produktion, findet er, denn auf die kommt’s an. Qualität und Geschmack, eine nette Atmosphäre für die Kunden und dazu gute Arbeitsbedingungen fürs Personal – so möchte der Bäcker sein Unternehmen in die Zukunft führen.

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