Unfälle

Es gibt ein hohes Risiko auf den Straßen im Kreis Kleve

Im Kreis Kleve gab es auch 2018 zahlreiche Unfälle mit schwer verletzten Personen.

Im Kreis Kleve gab es auch 2018 zahlreiche Unfälle mit schwer verletzten Personen.

Foto: Freiwillige Feuerwehr Weeze

Kreis Kleve.   Die Zahl der Schwerverletzten auf den Straßen im Kreis Kleve ist nach wie vor sehr hoch. Die Polizei wird in diesem Jahr stärker kontrollieren.

Es war ein fürchterlicher Unfall: Mit hoher Geschwindigkeit überholte am 18. Februar ein weißer Kastenwagen auf dem Oraniendeich einen Linienbus. Ein entgegenkommendes Fahrzeug konnte nicht mehr ausweichen und landete im Feld, der Kastenwagen donnerte in die Böschung. Zwei Menschen verletzten sich schwer. Der Oraniendeich zwischen Kleve und Emmerich wurde für Stunden gesperrt.

9082 Unfälle im Kreis Kleve

Ein Verkehrsunfall mit Schwerverletzten, wie er sich im vergangenen Jahr dutzendfach im Kreis Kleve ereignet hat. Hohe Geschwindigkeit, unangepasste Fahrweise, drängelndes Fahren, Unkonzentriertheit -- die Gründe für Unfälle sind vielfältig. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 9082 Unfälle, dabei sind in 1139 Fällen Menschen zu Schaden gekommen. Besonders hoch ist der Anteil der Menschen, die sich schwer verletzt haben. 275 Schwerverletzte registrierte die Kreispolizei Kleve für 2018. Achim Jaspers, neuer Leiter der Direktion Verkehr, sagte gestern bei der Vorstellung der Statistik: „Das Verletzungsrisiko im Straßenverkehr ist im Kreis Kleve nach wie vor hoch.“ Auch in Relation zu den Landeszahlen liegt der Kreis Kleve bei der Anzahl der Schwerverletzten in der Spitzengruppe.

Die Präventionsarbeit wird daher in diesem Jahr noch einmal deutlich verstärkt. So werden ab kommender Woche die Geschwindigkeitskontrollen nicht mehr in Gänze veröffentlicht und auch nicht mehr so detailliert wie bislang. Außerdem wird nicht mehr nur geblitzt, sondern die sündigen Autofahrer werden angehalten und aufgeklärt. Jaspers hofft, dass der erzieherische Effekt deutlich höher sein wird, als ein reines Bußgeld.

Radfahrer sind besonders gefährdet

Die Zahl der Verkehrsunfalltoten ist mit 15 Personen im Vergleich zum Vorjahr (19) rückläufig. Allerdings sei auffällig, dass sich unter den verstorbenen Verkehrsteilnehmern acht Senioren befinden. „Davon waren sechs als Fußgänger oder Radfahrer unterwegs“, erklärt Jaspers. Gerade die Zahl der Radfahrer sei mit 26,4 Prozent überproportional stark in der Summe aller Verunglückten vertreten. Japsers sieht eine Aufgabe der Polizeibehörde darin, den Radfahrer als gleichberechtigten Verkehrsteilnehmer in den Straßenverkehr zu integrieren.

Erfreulich niedrig ist die Zahl der verunglückten Kinder. Im Jahr 2018 starb kein Kind im Straßenverkehr und die Zahl der Unfälle mit Kindern ging von 128 auf 106 zurück. Dies ist der niedrigste Wert seit Einführung der Statistik.

  • 15 Menschen starben im Straßenverkehr
  • Im Jahr 2018 sind 15 Menschen auf den Straßen im Kreis Kleve gestorben. Unter anderem gab es einen schweren Verkehrsunfall am 25. April auf der Tiergartenstraße in Donsbrüggen. Hier stießen zwei Fahrzeuge frontal zusammen, ein 92-jähriger Mann im Rollstuhl erlag seinen Verletzungen.
  • Im Juni starb ein 29-jähriger Mann auf der B 67 in Goch. Er geriet in den Gegenverkehr und prallte gegen einen Sattelzug. Die Ermittlungen ergaben später, dass der 29-Jährige unter Drogen- und Alkoholeinfluss gefahren war.
  • Im September 2018 übersah ein 67-jähriger Niederländer an der Kreuzung B 9/Asperdener Straße eine Radfahrerin. Die 75-Jährige erlitt schwere Verletzungen und starb in einer Spezialklinik.
  • In Kleve wurde im September eine 80-jährige Fußgängerin auf der Hoffmannallee von einer Autofahrerin angefahren. Die Frau verstarb im Krankenhaus.

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