Kultur

Es soll mehr fürs Museum Kurhaus Kleve geworben werden

Der Direktor des Museums Kurhaus Kleve dankte ausdrücklich für die Sanierung der Museumsfassade Mitte 2017.

Der Direktor des Museums Kurhaus Kleve dankte ausdrücklich für die Sanierung der Museumsfassade Mitte 2017.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.   Den sinkenden Besucherzahlen im Museum Kurhaus Kleve soll gegengesteuert werden. Direktor verteidigt die letzte „schwierige“ Ausstellung.

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Dr. Harald Kunde beschönigt nichts. Seit er das Museum Kurhaus leitet, sanken die Besucherzahlen vom Spitzenwert 25.000 (Richard-Long-Ausstellung / Erweiterung Friedrich-Wilhelms-Bad) in 2013 auf jetzt 17.000. Mit 20.000 hatte er gerechnet. Im Kulturausschuss bot er Ideen zum Gegensteuern an: u.a. mehr Marketing. „Wir hatten drei Runden mit Wirtschaftsförderer Dr. Rasch“, so der Museumsdirektor. So will man mehr Ausflugs-Pakete schnüren mit Busunternehmen. Rund 100 waren vor Ort und begeistert, aber nur zwei nahmen Kurhaus / Haus Koekkoek ins Programm. Dringend nötig sei dauerhafte Werbung am Flughafen Weeze und Bahnhof Kleve. Flyer sollen über Vermietung der Museumsräume informieren. Große Plakataufsteller seien wirkungsvoll, aber teuer.

Auf Nachfrage nannte Kunde Details zur Attraktivität der Ausstellungen: Kupferstecher Goltzius und Malerin Fries wollten 6500 Besucher sehen. Einige hätten beklagt, die Schauräume seien zu dunkel gewesen, doch die Leihgeber hätten es so verlangt. Zur Gruppenausstellung mit internationaler Gegenwartskunst „Inside Intensity“ kamen 5000 Besucher. Mehr Interesse weckte die barocken Malerei von Govert Flinck, die sei aber auch bedeutend teurer gewesen.

Mehr auf Kooperationspartner setzen

Kunde will zur Finanzierung großer Ausstellungen vermehrt auf Kooperationspartner setzen wie mit dem Museion Bozen. Auch Privatsammler und Galerien versuche man zur Mitwirkung zu bewegen. Anträge auf Zuschüsse würden stets frühzeitig gestellt – er dankte Ministerium und Stiftungen –, für 2018 stünden jedoch noch Zusagen aus.

Dass die jüngsten Ausstellungen „schwierig“ gewesen seien, verteidigte Prof. Kunde. Sie hätten als geschlossene fünfteilige Einheit auf vormalige „solide moderne Kunst der Nachkriegsavantgarde“ wie der „gesetzten Klassiker“ Penone und Anselmo aufgebaut, um „das Haus in seiner Gediegenheit zu öffnen“. In Zukunft wolle das Kurhaus/Haus Koekkoek u.a. den Statthalter Johann Moritz in neuem Kontext beleuchten, aber „kunsthistorische Ausstellungen brauchen mehr Vorbereitung, Zeit und Personal“.

Café und Museumsshop

Für die Aufenthaltsqualität im Café Moritz bestehe „Handlungsbedarf“. Der Museumsshop könne sich im Verkauf thematisch den aktuellen Ausstellungen anpassen und mehr kleine „Gimmicks“ anbieten.

Prof. Kunde überschlug, was das Museum alles bietet: seine Parklandschaft ringsum – das solle man mehr betonen, fanden Ausschussmitglieder –, Präsentation regionaler Kunst alle fünf Jahre, kulturelle Bildung mit Schulen, Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Veranstaltungen inklusive Eröffnungs-„Sehen-und-Gesehen-Werden“. Froh ist Kunde über die Neugestaltung zweier Depot-Räume. Eine Digitalisierung der Exponate sei „zweischneidig“, weil Bürger sich online informierten und vielleicht keinen Grund für einen Museumsbesuch sähen: Sie unterschätzten den „Zauber analoger Besuche“.

>> NEUE OPTIK IM INTERNET

Die geplante Vernetzung der Klever Museen Kurhaus / Haus Koekkoek mit den Museen Goch, Moyland und Xanten interessierte die Kulturausschussmitglieder auch unter dem Aspekt einer gemeinsamen Regional-Eintrittskarte nach niederländischem Vorbild. Hier haben die Museen allerdings viele verschiedene Träger. Darüber hinaus wünschten Parlamentarier, dass die NL-Museumkaart zur Ermäßigung des Eintrittspreises – 10 Euro für Großausstellungen – auch hier gelte. Fachbereichsleiterin Annette Wier sagte, der Rat könne die Gebührenordnung entsprechend ändern. Kunde warb: „Niederländer sind kunstinteressiert, reisefreudig und in größeren Gruppen unterwegs. Wir müssen in ihre Reiseroute rein.“

Ausschussmitglieder mahnten freundlich, dass der 2004 erstellte Internetauftritt des Klever Museums nach 15 Jahren dringend moderisiert werden sollte. Er könne die Attribute Park, Architektur, Kunst betonen. Museumsdirektor Prof. Harald Kunde gestand, dass man seit über zwei Jahren am Online-Auftritt arbeite, die bereits erstellte neue Optik aber von drei Museumsmitarbeitern zusätzlich ausgefüllt werden müsse. Man wolle nicht auf die textlastigen Infos verzichten, müsse Englisch als dritte Sprache hinzu fügen. Er hoffe, dass Ende des Jahres die neue Web-Site läuft.

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