Hausbau

Familie Ezer freut sich auf Neu-See-Land in Goch

Azad, Zeliha, Jiyan und Metin Ezer (von links) wollen im April in ihr Haus in Neu-See-Land einziehen.

Azad, Zeliha, Jiyan und Metin Ezer (von links) wollen im April in ihr Haus in Neu-See-Land einziehen.

Foto: Niklas Preuten

Goch.   Die Gocher Familie Ezer erfüllt sich derzeit ihren Traum vom Eigenheim im größten Neubaugebiet der Stadt. Der Einzug ist für April geplant.

Der lästige Baustaub im Haus und der dreckige Matsch vor der Tür können nicht das Bild verdecken, das in Zeliha und Metin Ezers Vorstellungen immer klarerer Konturen annimmt: Das Ehepaar sitzt darin entspannt an einem warmen Nachmittag im Frühsommer im eigenen Garten und schaut auf den Spielplatz, wo ihre Söhne Jiyan und Azad klettern. Familie Ezer erfüllt sich seit Ende Mai des vergangenen Jahres Dachziegel für Dachziegel und Kabel für Kabel den Traum vom eigenen Haus in Gochs größtem Neubaugebiet Neu-See-Land. „Wir bauen für die Kinder“, sagt Metin Ezer.

Bislang wohnt die Familie in Goch zur Miete. Die Suche nach einem geeigneten Grundstück begann vor etwa zwei Jahren. Fast wären die Ezers in Uedem fündig und heimisch geworden. Das hätte durchaus gepasst, weil Metin Ezer als Elektriker bei Horlemann arbeitet. „Letztlich wollten wir aber doch in Goch bleiben“, erzählt seine Ehefrau. Der siebenjährige Jiyan geht in die 2. Klasse der Liebfrauenschule, sein drei Jahre jüngerer Bruder Azad in den Kindergarten St. Maria Magdalena, beide spielen bei Concordia Goch Fußball. Die Kinder sollten weiter die Chance erhalten, in ihrem gewohnten Umfeld aufzuwachsen. Auch viele weitere Familienmitglieder wohnen in Goch. „Die Familie ist das Wichtigste“, sagt Zeliha Ezer.

550 Quadratmeter großes Grundstück

Das Eigenheim sollte also in Goch entstehen, aber wo genau? Vor einem guten Jahr wurden die Ezers auf den Bebauungsplan von Neu-See-Land aufmerksam. Sie sprachen mit Wirtschaftsförderer Rüdiger Wenzel, der ihnen die freien Grundstücke auf dem Gelände der ehemaligen Reichswaldkaserne zeigte. „Ich wollte ein wenig Freiheit hinter dem Haus haben“, sagt Metin Ezer und blickt auf die große Grünfläche, die bei Hochwasser als Überlauf für den See dient und ansonsten Platz zum Spielen bietet. Das Wasser ist nur ein paar Schritte von seinem rund 550 Quadratmeter großen Grundstück entfernt.

Dort schuftet der 36-Jährige an seinen freien Tagen und nach der Arbeit mit Unterstützung seiner Familie und Freunden. Bis auf den Rohbau und die Installation von Gas, Wasser und Heizung baut der gelernte Dachdecker und Elektriker das Haus mit seinen eigenen Händen auf. „Ich weiß, was ich kann und was ich nicht kann“, sagt Metin Ezer. „Das handwerkliche Talent liegt bei uns in der Familie. Damit kann man eine Menge Geld sparen.“

Keine Pause auf dem Bau

Die Finanzierung des Eigenheims in der begehrten und deshalb höherpreisigen Lage in Neu-See-Land ist eine Kraftanstrengung. „Wir bauen aber nur einmal. Deshalb haben wir uns entschieden, das Risiko einzugehen“, sagt Metin Ezer.

Die Fußbodenheizung und der Estrich wurden gerade verlegt. Jetzt muss der Boden trocknen in den zwei Etagen, die durch eine Galerie mit See-Blick offen verbunden sind. Eine Pause auf dem Bau legt Metin Ezer deswegen jedoch nicht ein: Draußen verlegt er in der Zeit Rohre und kümmert sich um die Außendämmung, wenn die Temperatur nachts nicht mehr unter fünf Grad Celsius sinkt. Für Anfang April haben die Ezers ihren Einzug geplant.

Kein Streit trotz Stress

Beim internen See-Fest im vergangenen Jahr knüpften sie bereits Kontakte zu den anderen Neu-See-Ländern, die ebenfalls zu den ersten Bewohnern des neuen Stadtteils gehören. „Wir haben tolle Nachbarn“, stellt Zeliha Ezer fest. Die 32-Jährige freut sich auf die „neue Phase in unserem Leben“. Und auf mehr Zeit mit der gesamten Familie. Die ist derzeit knapp, weil Ehemann Metin seine Freizeit größtenteils auf der Baustelle verbringt. „Natürlich ist es stressig, aber wir haben uns in all den Monaten niemals gestritten“, sagt Zeliha Ezer und schaut ihren Partner lachend an.

Auch Metin Ezer lächelt. Die Belastung, die der Hausbau mit sich bringt, scheint er gelassen wegzustecken. Und doch gibt es etwas, das ihm in dieser arbeitsreichen Zeit fehlt. „Ich vermisse das Angeln“, sagt er. Am Rhein oder an der Niers erholt er sich gerne. Metin Ezer hat sich schon informiert, ob er demnächst auch direkt vor der Haustür fischen darf. „Am See ist das Angeln leider nicht erlaubt“, berichtet er ohne Groll. Denn auch im eigenen Garten mit Blick auf den Spielplatz lässt es sich an einem warmen Nachmittag im Frühsommer entspannen.

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