175 Jahre St.Antonius-Hospital

Festakt zum 175-jährigen Jubiläum des Klever Krankenhauses

Viele Gäste und Redner kamen zum Festakt zum 175-jährigen Jubiläum des St. Antonius Hospitals Kleve.

Foto: NRZ Claudia Gronewald

Viele Gäste und Redner kamen zum Festakt zum 175-jährigen Jubiläum des St. Antonius Hospitals Kleve.

Kleve.   Das St. Antonius-Hospital Kleve feierte am Samstag sein 175-jähriges Bestehen mit einem Festakt und lud zu einem Tag der offenen Tür ein.

Dieses Haus ist eine Erfolgsgeschichte. Da waren sich die Redner beim Jubiläums-Festakt einig. Wie gut das St. Antonius Hospital 175 Jahre nach seiner Gründung aufgestellt ist, davon konnten sich am Samstag die vielen interessierten Besucher des Tags der offenen Tür überzeugen. Das Krankenhaus öffnete den Gästen Türen, die für Publikumsverkehr sonst verschlossen bleiben. In halbstündigen Führungen gab es spannende Einblicke in die Arbeit im Herzkatheterlabor, im Wundzentrum, in der Schmerzambulanz oder der Stroke Unit. Mitmachen ausdrücklich erwünscht. Fahrdienst, Hospizverein und die Abteilung für Geburtshilfe stellten sich vor. Natürlich durften auch Rundgänge durch das neue Bettenhaus, die Radiologie und den OP-Bereich nicht fehlen. Auf Kinder wartete ein kurzweiliges „Teddy-Röntgen“, Hüpfburg, Kinderschminken und ein Luftballonwettbewerb.

Mit Zuversicht in die Zukunft blicken

„Wir feiern heute die Vergangenheit, die Gegenwart und blicken mit Zuversicht in die Zukunft“, sagte Bernd Ebbers, Geschäftsführer der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft, zu der das St. Antonius-Hospital gehört. Er erinnerte in seiner Begrüßungsrede an den „positiven Verlauf“ den die Geschichte der Klinik seit ihrer Gründung 1843 nimmt. „Damals wie heute ist eine bestmögliche medizinische Versorgung unser Ziel“, unterstrich Ebbers.

Mit dem neuen Bettenhaus habe man dafür Maßstäbe gesetzt. Rund 170 000 Patienten, so der Geschäftsführer, hätten dem Verbund der vier Häuser (neben Kleve sind dies das Wilhelm-Anton-Hospital Goch, das Marienhospital Kevelaer und das St. Nikolaus-Hospital Kalkar) im vergangenen Jahr ihr Vertrauen geschenkt. So viele wie nie zuvor. Auch Weihbischof Rolf Lohmann sah den Menschen im Mittelpunkt: „Der entscheidende Punkt ist es, ihn ganzheitlich zu sehen und neben der medizinischen Versorgung auch die seelsorgerische Betreuung zu leisten.“ „Die Bürger verlassen sich auf uns“, wusste Wilfried Jacobs, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Trägergesellschaft. Er erinnerte in seiner Festrede an die Anfänge der Klinik und die Arbeit der Clemens-Schwestern, die in vier Stuben des alten Minoritenklosters die Krankenpflege begannen.

Eckdaten der Krankenhausgeschichte

Jacobs skizzierte Eckdaten der Krankenhausgeschichte und erinnerte an den Neubau des Hauses an der Albersallee nach der weitgehenden Zerstörung des Hospitals an der Kavarinerstraße im Oktober 1944. „Kleve ist das größte der vier Häuser. Durch den Neubau des modernen Bettenhauses haben wir hier Platz für 287 Patienten“, sagte Jacobs. Und man investiert weiter: im Bereich der Radiologie ist seit März ein zweites MRT (Magnetresonanztherapie) in Betrieb. Ausgaben von weiteren fünf Mio Euro sollen in den nächsten Jahren folgen. „Das Krankenhaus entwickelt sich dynamisch“, freute sich Jacobs. Das gelte etwa auch für die Wirbelsäulenchirurgie oder den „wichtigen Dreh- und Angelpunkt“ Innere Medizin. Man erziele einen Jahresumsatz von rund 200 Mio Euro und beschäftige ca. 3000 Mitarbeiter. „Wir bewegen uns in einem herausfordernden Umfeld“, sah er, „deshalb wollen wir die vier Standorte als Gesundheitsstruktur erhalten.“ Ein schlichtes Weiter so reiche nicht.

Aufenthalt galt als gefährlich

Der ärztliche Direktor des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums, Prof. Dr. Volker Runde, unternahm in seiner Rede eine kleine Zeitreise in die Historie des Krankenhauswesens. Er erinnerte daran, dass Krankenhäuser bis ins 19. Jahrhundert hinein Versorgungseinrichtungen für die Ärmsten waren. „Wer es sich leisten konnte, ließ damals den Arzt zu sich nach Hause kommen. Ein Aufenthalt im Krankenhaus galt als gefährlich.“ Erst als Robert Koch Bakterien als Ursache für das Sterben der Patienten ausgemacht hatte, änderte sich das allmählich. „Krankenhäuser verloren ihren Schrecken. Der gelungene Neubau jetzt ist ein weiterer Schritt, die gute Versorgung in dieser Region zu gewährleisten“, so Runde.

Landrat Wolfgang Spreen gratulierte zu dem „bemerkenswerten Jubiläum“, hob die gute Zusammenarbeit mit dem Kreis Kleve hervor (Stichwort Rettungsdienst) und betonte die wichtige Rolle des Klinikums als einem der größten Arbeitgeber im Kreisgebiet. „Das neue Bettenhaus ist ein Meilenstein in der Entwicklung des Krankenhauses.“ Die Patienten wüssten, so Spreen, „hier bin ich in guten Händen.“

Bauliche Wurzeln im heutigen Rathaus

Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing lobte die „Erfolgsgeschichte Krankenhaus Kleve“ und freute sich, dass auch im heutigen Rathaus die baulichen Wurzeln auf die Patientenversorgung in historischer Hinsicht verweisen. Auch Architekt Johannes Kresimon, Geschäftsführer der HDR GmbH, die den Neubau verantwortet, überbrachte seine Glückwünsche. „Es ist uns ein besonderes Anliegen mit unserer Architektur einen kleinen Beitrag zu leisten, damit Menschen wieder gesund werden können.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik