Konzert

Feuerstöße und Konfetti: Rammstein begeistert in Nimwegen

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Die Band Rammstein beim ersten ihrer beiden Konzerte im Nimweger Goffertpark am 4. Juli 2022

Die Band Rammstein beim ersten ihrer beiden Konzerte im Nimweger Goffertpark am 4. Juli 2022

Foto: Ralf Daute / NRZ

Nimwegen.  60.000 Zuschauer feierten die Band Rammstein in Nimwegen – warum das befürchtete Chaos ausblieb, wie das Konzert ablief

Das befürchtete Chaos bei der Anreise blieb aus, weil die Fans die Warnhinweise beachtet hatten und schon Stunden vor Konzertbeginn in den Nimweger Goffertpark geströmt waren. Gut 60.000 Anhänger der Band Rammstein (oder einfach nur Schaulustige) hatten sich am Ende vor der gigantischen Bühne versammelt, um das erste der zwei Konzerte der Band in Nimwegen zu bestaunen.

Weltschmerz gut verständlich

Ab halb neun Uhr traten Till Lindemann und Kollegen auf die Bühne, und von da an erfüllte das Spektakel für zwei Stunden alle Erwartungen – zwanzig Lieder in ohrenbetäubender Lautstärke, wummernde Bässe, aber zugleich ein so perfekter Sound, dass auch noch in 300 Metern Entfernung von der Bühne der Weltschmerz des Sängers gut verständlich rüberkam.

Flammen im Nachthimmel

Und dazu natürlich eine Bühnenshow, deren Energieverbrauch vermutlich ausreichte, um eine Kleinstadt durch den Winter zu bringen. Zeitweise sah es so aus, als ob die ganze Bühne in Flammen stand, und bei jedem Feuerstoß ergoss sich ein Schwall warmer Luft in den Park, so wie beim Aufguss in der Sauna. Gleich zweimal regnete es eine ganze Wagenladung Konfetti, sodass der Himmel nach Heuschreckenplage aussah. Endzeitstimmung in einer lauen Sommernacht.

Das Programm der Band wird bei jedem Auftritt der Stadion-Tour nahezu unverändert abgespult, als einziges Zugeständnis an den jeweiligen Auftrittsort nennt Sänger Till Lindemann zu Beginn den Namen der jeweiligen Stadt. Die Lieder – unter anderem Armee Der Tristen, Sehnsucht, Mein Herz brennt, Sonne – zeigen ausschnittsweise, welches gigantische Repertoire an brachialer „Neuer Deutscher Härte“ die Band über die Jahre zusammenkomponiert hat. Fast hatte man schon vergessen, dass sich die Band beispielsweise auch auf künstlerische Weise mit dem Fall des Kannibalen von Rotenburg auseinandergesetzt hatte (Mein Teil, 2004).

Ein Becher Bier kostete fünf Euro

Die Versorgung mit Nahrungs- und Genussmitteln funktionierte trotz des großen Andrangs erstaunlich gut. Die Besucher mussten am Anfang allerdings Wertmarken („Token“) kaufen, an den Buden gab es lange Schlangen. Und auch vor den Toiletten bildeten sich schnell lange Reihen von Menschen. Ein Becher Bier kostete rund fünf Euro.

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