„Frauen wollen miteinander teilen“

Kleve.  Die Frauenfilmnacht in den Klever Tichelpark-Kinos ist für viele Frauen längst zur liebgewonnenen Tradition geworden. Und das, obwohl sie in diesem Jahr erst zum dritten Mal stattfindet. Vierhundert Frauen haben am 10. März um 19 Uhr die Möglichkeit, unter drei Filmen, die parallel laufen, auszuwählen. Die drei Filme hat eine Jury des Unternehmerinnen-Forums Niederrhein vorher ausgesucht. Welche man zu sehen bekommt, bleibt allerdings bis zur letzten Minute geheim.

Macht aber nichts. Im Gegenteil: „Die Karten werden uns aus den Händen gerissen“, weiß Barbara Baratie, Geschäftsführerin des Unternehmerinnen-Forums. Denn die Frauen sollen Spaß an „ihrem“ Abend haben. Auch die, die sonst keine Zeit für einen Kinobesuch haben. Passend zum Film gibt es einen Cocktail. Und wer zehn Euro mehr zahlt, kann sich nach dem Film auch noch an einem italienischen Buffet im Casa Cleve gütlich tun. Das Restaurant ist übrigens an diesem Abend ausschließlich für die etwa 400 Frauen reserviert, die die Frauenfilmnacht besuchen. Sogar die Tanzfläche steht den Frauen offen.

Fünf Euro vom Eintrittsgeld gehen an einen guten Zweck. „Wir Frauen wollen auch miteinander teilen“, betont Barbara Baratie. Schon im Vorfeld haben Frauen Geld gespendet. Dies ist auch während der Frauenfilmnacht möglich. Im letzten Jahr kamen auf diese Weise stolze 7388 Euro zusammen. Eine Hälfte des diesjährigen Erlöses geht an den Verein Beth Mifgash, der freitags vormittags Flüchtlingsfrauen zu einem Frauencafé einlädt. „Ich habe gesehen, wie dieser kleine Schritt ein Leuchten in den Augen der Frauen bewirkt“, so Barbara Baratie.

Die andere Hälfte geht wie schon im Vorjahr an die Aktion Pro Humanität. „Wir unterstützen Frauen in Afrika, indem wir Mikrokredite vergeben“, erklärt Heike Waldor-Schäfer, Mitglied der Hilfsorganisation. Sie berichtet beispielsweise von Frauen, auf diese Weise Getreidemühlen erwerben und damit schon Überschüsse erwirtschaften. „Die gehen in einen Fonds für Frauen, die krank sind und die Kredite daher nicht bedienen können“, so Heike Waldor-Schäfer. Dabei sei die Rückzahlquote bei Frauen extrem hoch: „Von 50 Frauen zahlen 48 ihren Kredit zurück.“ Inzwischen hätten Frauen von den Gewinnen schon Grundstücke kaufen können.

Konkretes Hilfsprojekt der diesjährigen Aktion ist eine Region im Niger, wo 10000 Frauen in 26 Mikrokredit-Gruppen organisiert sind. Auch hier geht es um Landwirtschaft, diesmal mit Schafen und Kälbern. „Wichtig finde ich, dass wir Hilfe vor Ort leisten“, sagt eine Unternehmerin, „damit die Menschen dort erst gar nicht fliehen müssen.“ Ein Stand der Aktion Pro Humanität während der Frauenfilmnacht rückt dann auch diese andere Seite der Welt in den Blickpunkt.

Karten für die Frauenfilmnacht am 10. März gibt es ab sofort im Klever Kino am Tichelpark. Sie kosten 12,50 Euro. Der Preis beinhaltet einen Begrüßungscocktail. Das Abendbuffet für 10 Euro mehr kann man direkt mitbuchen. Im letzten Jahr waren die Karten nach 14 Tagen ausverkauft – daher ist eine rechtzeitige Reservierung nötig. Beginn in den Tichelpark-Kinos ist um 19 Uhr.

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