Mensch am Mittwoch

Für Frank Hendricks ist Musik Trumpf

Frank Hendricks hat schon vielen Kindern in Kleve das Musizieren beigebracht.

Frank Hendricks hat schon vielen Kindern in Kleve das Musizieren beigebracht.

Foto: Andreas Daams

Kleve.   Frank Hendricks ist Musiklehrer an der Karl-Kisters-Realschule. Der studierte Trompeter brennt nach wie vor fürs Musizieren.

Peter Frankenfeld, Gott hab ihn selig, war ein großer Showmaster. Eine seiner berühmten Sendungen im bundesdeutschen Fernsehen der frühen 70er Jahre hieß „Musik ist Trumpf“. Nun könnte man bei einem Artikel über den Trompeter und Musiklehrer Frank Hendricks vermuten, dem Berichterstatter ginge es um das Motto – Musik ist Trumpf, klar, das würde Hendricks sofort unterschreiben. Tatsächlich handelt es sich hierbei aber um eine Berufs-, wenn nicht gar Berufungsgeschichte.

Denn Frank Hendricks‘ Vater wollte gerne, dass sein Sohn ein Instrument erlernt, so wie er selbst. Der hatte aber keine Lust dazu. Einmal schaute sich die Familie am Samstagabend „Musik ist Trumpf“ an. Mittendrin fragte der Vater wieder, was Frank sich denn für ein Instrument vorstellen könne. In dem Moment spielte im TV eine Bigband, Männer mit weißen Smoking-Jacken, dann ging das Licht aus, ein Spot richtete sich auf den Trompeter, und der spielte ein Solo.

Wenn schon, dann Trompete, lautete die Entscheidung des Sohnes. Noch am selben Abend rief der Vater einen Kollegen aus seiner Band an, und der brachte postwendend eine alte Trompete vorbei. Und Frank Hendricks, Jahrgang 1966, entdeckte irgendwann, dass er sich ein Leben ohne Instrument gar nicht mehr vorstellen konnte. Mit seiner Schul-Clique, allesamt Musiker wie er selbst, überlegte er sich dann während des Abschlussballs bei der Tanzschule Seidel, auch mal so eine Band zu gründen wie die, die dort live spielte. Eine Woche später rief einer der Musiker genau dieser Band bei ihm an. Er habe gehört, der Frank spiele gut Trompete, ob er denn nicht bei ihnen einsteigen wolle?

Der emsige Musiklehrer

„Ich war 17 Jahre alt, meine Eltern waren nicht zu Hause. Das war die erste Entscheidung, die ich ohne meine Eltern gefällt habe“, erinnert er sich. Als die Eltern dann wiederkamen, sagte er: „In einer halben Stunde werde ich abgeholt, ich muss zur Band-Probe.“ Schließlich war er sogar soweit, dass er sich überlegte, Musik zu studieren – oder Volkswirtschaft. Die Aufnahmeprüfung in Düsseldorf machst du, dachte er sich, und wenn du bestehst, wirst du Musiker, sonst Volkswirtschaftler.

Nun, er ist Musiker geworden, hat Orchestermusik studiert, Instrumentalpädagogik und musikalische Früherziehung. Als einer der ersten Musiklehrer überhaupt hat er das Musikgarten-Konzept durchgeführt, in der Musikschule Dinslaken. Er hat bei CD-Produktionen mitgewirkt, beim Starlight-Express, hat eine eigene Privatmusikschule betrieben, Tanzmusik gemacht und viele Auftritte im klassischen Bereich absolviert.

Musikpädagogische Arbeit

Musikalisch ist er nach wie vor sehr rege, er unterrichtet immer noch an der Kreismusikschule Kleve Trompete. Vor einigen Jahren ist er zudem als Quereinsteiger an die Karl-Kisters-Realschule gekommen und überzeugt hier mit einer beeindruckenden musikpädagogischen Arbeit, mitgetragen von der Schulleitung.

So bekommen Schüler der Musikklassen im 5. und 6. Schuljahr kostenlos Instrumente von der Schule gestellt. Es gibt eine Musik-AG, Hendricks musiziert im Klassenverband, außerdem stellt er die unterschiedlichsten Ensembles zusammen – je nachdem, was die Schüler für Talente und Begabungen haben. Da gibt es mal ein Duo für E-Gitarre und Fagott, ein Gesangsensemble, eine Bigband, ein Blasorchester, eine Rockband. „Ich bin schon sehr flexibel, das habe ich im Studium und bei meinen Auftritten gelernt“, sagt Hendricks.

Vielfältiges Arbeiten

Für die Schüler bedeutet das: Sie sind musikalisch, aber auch technisch im Hintergrund gefordert – bei Schulkonzerten, Auftritten in der Stadthalle, bei Made in Kleve, in Frankreich bei der Partnerschule, einmal sogar in Berlin bei der Jubiläumsfeier des Umweltministeriums. Und für Hendricks: „Ich find‘s attraktiv, dass ich hier so vielfältig arbeiten kann.“

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