Ausstellung

Georgisch-deutsche Verbindung im Museum Goch

Patrick Rieve beteiligt sich an der Ausstellung „tavidan“ im Museum Goch.

Foto: Claudia Gronewald

Patrick Rieve beteiligt sich an der Ausstellung „tavidan“ im Museum Goch. Foto: Claudia Gronewald

Goch.   Das Museum Goch zeigt in der Ausstellung „tavidan“ Werke von georgischen und deutschen Künstlern. Die Eröffnung ist am Sonntag.

Es mag im ersten Moment erstaunlich erscheinen, dass das Museum Goch zu einer Ausstellung einlädt, in deren Rahmen sich deutsche und georgische Künstler im Dialog befinden. Ausgangspunkt für dieses Projekt ist die schon länger währende Zusammenarbeit der Gocher mit dem Düsseldorfer Frauenkulturbüro NRW und dem gemeinsamen Austausch mit Georgien. Anlass für die binationale Werkschau ist das 200-jährige Jubiläum der Freundschaft zwischen Georgien und Deutschland in diesem Jahr. Die Ausstellung „tavidan“ (etwa: vom Kopf aus) mit zwei deutschen und zwei aus Georgien kommenden Künstlern wird am Sonntag, 24. September, um 11.30 Uhr eröffnet.

Sie ist damit der Teil einer Reihe von Veranstaltungen, die vor drei Jahren im „Weltkunstzimmer“ in Düsseldorf gestartet und mit einer Präsentation in Tiflis (Georgien) im Juni fortgesetzt wurde. Dritter Kooperationspartner ist das Center for Contemporary Art in der georgischen Hauptstadt. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW unterstützt beide Ausstellungen mit insgesamt 25 000 Euro.

Kuratorin Maria Wildeis betreute die vier Künstler

„Wir hatten den Austausch mit Georgien schon als Frauenkulturbüro“, erklärt dessen Vorstandsvorsitzende Dr. Ruth Seidl, „und beteiligen uns nun gemeinsam mit dem Museum Goch am Jubiläum.“ „Wir können nichts Besseres tun, als Künstler auf die Reise zu schicken“, findet Museumsleiter Dr. Stephan Mann. „Sie nehmen Erfahrungen mit und bereichern gleichzeitig unsere Kultur.“ Dabei gehe es nicht um ökonomische Aspekte. „Was entsteht, sind Verbindungen von unschätzbarem Wert.“

Kuratorin Maria Wildeis betreute die vier Künstler in Goch. „Es ist spannend zu sehen, welche erzählerische Dichte die Künstler in so kurzer Zeit entwickeln“, so Wildeis, „und wie sie sich mit dem Ort auseinandersetzen.“

Die in Berlin lebende Installationskünstlerin Caroline Bayer, die auch schon in Tiflis dabei war, greift mit ihrer Arbeit „Ministry“ ein 1975 erbautes Gebäude auf. Damals das Ministerium für Straßenbau, gehört das reale Vorbild für ihr Werk heute einer Bank. Ihre lichte Holzkonstruktion ergänzt sie um kaukasische Pflanzen ganz nach der Idee des Originalbauwerks, das schon damals Raum für Pflanzenwachstum bot.

Eine Art Tagebuch des Weintrinkens

Der gebürtige Georgier Kote Sulaberidze entwirft mit seinem Panoramabild „My Caucasus“ eine Darstellung des gleichnamigen Gebirges, die er um teils persönliche, teils historische Details ergänzt. Piktogramme weisen etwa auf Goldfunde, Wasserquellen oder mythologische Helden oder Ereignisse hin. Ein subjektiver Blick auf die Geschichte der Region. Poetisch mutet sein Wandbild aus Papierstreifen an. Ein Quadrat in der immer gleichen Größe ist mit Wein bestrichen. Eine Art Tagebuch des Weintrinkens, findet Stephan Mann.

Der in Köln lebende Patrick Rieve beobachtet sein Umfeld und zeichnet seine Eindrücke. Was heraus kommt, ist ein großes, comic-haftes Wandbild, das sich immer wieder verändert und in immer neuen Zusammenhängen denkbar wäre. „Die Zeichnungen erzählen so viele Geschichten, wie sie der Betrachter in ihnen entdecken will“, sagt der Künstler. Ana Chaduneli (Jahrgang 1990) schließlich setzt sich mit dem digitalen und dem realen Raum auseinander. Ihr bemalter Stoff an der Wand korrespondiert mit einer Videoinstallation zum gleichen Motiv.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Zur Eröffnung gibt’s kids opening.

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