Ausstellung

Gesamtschüler zeigen anspruchsvolle Fotos im Museum

Schüler der Gesamtschul-Q1 vom vergangenen Jahr können stolz sein auf ihre Arbeiten, die jetzt im Museum Goch hängen.

Schüler der Gesamtschul-Q1 vom vergangenen Jahr können stolz sein auf ihre Arbeiten, die jetzt im Museum Goch hängen.

Foto: Eve

Goch.  Gesamtschüler Goch zeigen inszenierte Fotografie im Museum Goch: „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Thema sind diesmal dunkle Gestalten.

Mach schnell ein Foto mit dem Smartphone in jeder Lebenslage, teile Bilder auf Facebook, Instagram, Whatsapp oder Snapchat: Fotografieren ist „schnell“ geworden, pro Jahr, so wird geschätzt, sind es 1,2 Billionen Bilder, die weltweit gemacht werden, 85 Prozent davon mit dem Smartphone. „Fotografieren geht aber auch anders. Es kann ein längerer künstlerischer Prozess sein, eine Szene so zu gestalten, dass das Foto eine ganz bestimmte Aussage macht“, sagen Daniel Joest und Christoph Berens, Kunstlehrer an der Gesamtschule Mittelkreis in Goch. Seit vier Jahren bieten sie Schülern des Oberstufenjahrgangs Q1 das Projekt „Inszenierte Fotografie“ an.

Eine eindrucksvolle Vielfalt an kreativen Ideen

Die Ergebnisse der Schülerarbeiten sind jetzt in einer Ausstellung im Museum Goch zu sehen. 28 Exponate präsentieren eine eindrucksvolle Vielfalt an kreativen Ideen, jedes einzelne Foto berichtet von einem individuellen Gedanken. „Ihr habt Fantastisches geleistet, dies ist heute ,euer’ Museum“, sagte Bürgermeister Ulrich Knickrehm zur Eröffnung.

Wichtig, dass sie von der Idee bis zur Umsetzung alles selbst machen

Beraten wurden die Schüler beim Ausstellen von Jasmin Schöne, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums. „Uns ist wichtig, dass die Schüler von der Idee bis zur Umsetzung alles selbst machen. Sie haben die Fotos gerahmt, die Anordnung überlegt und durchgeführt, den Eröffnungstermin organisiert, Getränke geordert“, berichtete Schöne.

Museumsleiter Stephan Mann betonte, es sei eine wichtige Erfahrung, mit eigenen Werken auch den Weg in die Öffentlichkeit zu gehen und zu erleben, wie es sich anfühle, seine Arbeiten einem breiten und unbekannten Publikum zu zeigen.

Eine große Zahl von Schülern aus der jetzigen Q1 war zur Eröffnung gekommen. Sie sollten, wie Daniel Joest mitteilte, sich inspirieren lassen für das Projekt, das auch sie in diesem Schuljahr machen werden.

Bildkomposition mit Schützin

Das Thema „Dunkle Gestalten“ wurde sehr eindrücklich in Gewaltszenen umgesetzt. Ein Foto zeigt eine Frau mit bloßen Füßen, gefesselt an einen Stuhl in einem dunklen Keller. Ein anderes Bild zeigt genau im Zentrum eine Bogenschützin. Sie steht im Wald mit gespanntem Bogen, zielt exakt auf das Objektiv der Fotografin, um sie herum liegen drei Männer, die sie bereits tödlich getroffen hat. Denise Fischer hat es fotografiert und berichtete vom Arbeitsprozess: „Unser Team bestand aus sechs Leuten. Zuerst sollte die Schützin auf einem Pferd sitzen, aber das war schwierig. Wir haben uns die Bildkomposition genau überlegt. Wichtig war auch der Lichtfilter, der eine düstere Stimmung erzeugen sollte.“

Eine andere Arbeitsgruppe erarbeitete ein Foto nach dem Gemälde „Tod des Marat“ von Jacques Louis David. Marat war ein schweizerischer Journalist, der während der Französischen Revolution in der Badewanne erstochen wurde. Er litt an einer schweren Hautkrankheit und verbrachte deshalb die meiste Zeit in der Badewanne, neben sich ein Schreibpult.

Laptop neben der Badewanne

Das nachgestellte Foto beachtet alle Details des Gemäldes, das Schreibpult aber wurde ersetzt durch einen Stuhl mit Laptop.

Andere Fotos inszenieren märchenhaft Prinzessinnen, berichten aus der Historie der Stadt Goch oder stellen Porträts Alter Meister nach.

Der stellvertretende Schulleiter der Gesamtschule, Markus Mühlenbeck, hob die gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Museum hervor. Schule und Kultur fänden so den Weg in Heimat und Stadt, neue Ideen würden entwickelt.

Die Ausstellung „Ich sehe was, was du nicht siehst“ ist bis zum 3. Oktober im Museum Goch zu sehen, di. bis fr. 10 bis 17 Uhr, sa. und so. 11 bis 17 Uhr.

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