Fahrradfahren

Gesellig „keuern“ an der Klever Europaradbahn

Norbert Cloosters hat in Kranenburg einen Kiosk an der Radbahn eröffnet.

Norbert Cloosters hat in Kranenburg einen Kiosk an der Radbahn eröffnet.

Foto: Thed Maas

Kranenburg.  Norbert Cloosters eröffnete in seinem Garten in Kranenburg einen kleinen Kiosk. Hier versorgt er jetzt Radfahrer mit Getränken, Eis und Schnupp.

Norbert Cloosters hat Spaß. Das erste Wochenende an der Europaradbahn war ganz schön was los. Zahlreiche Radfahrer machten sich zu Pfingsten auf, um den neuen Radweg zwischen Kleve und Kranenburg zu testen. Bei schönem Wetter verkehrten hunderte Fietser und genossen die neuen Perspektiven. Und viele Radler kamen am Garten von Norbert Cloosters vorbei. Der pfiffige Kranenburger hat hier einen kleinen Kiosk eingerichtet. Die neue Radbahn ermöglicht ihm ein zusätzliches Geschäft.

Am Gartentörchen von Norbert Cloosters – zwischen Nütterden und Kranenburg gelegen – bekommt der Radfahrer alles, war er für zwischendurch so braucht: Wasser, Cola, Bier, Eis und sonstigen Schnupp. Auf seinem Rasen hat er ein paar Partybänke aufgestellt, im Gartenhäuschen steht der Nachschub, und Cloosters freut sich darüber, mit vielen unterschiedlichen Menschen „keuern“ zu können. „Es ist einfach schön“, erzählt er.

Für seinen Kiosk hat er ein Gewerbe angemeldet, um keinen Ärger mit den Behörden zu bekommen und fortan wird er am Wochenende und an den Feiertagen in seinem Garten sitzen und die Radler zu sich locken. Im richtigen Leben ist Cloosters Fahrer und er glaubt nicht, dass er seinen Hauptberuf nun den Nagel hängen kann: „Dafür sind es doch zu wenige Kunden. Und das Ganze soll ja noch Spaß machen“, sagt er. „Ich öffne dann, wenn schönes Wetter ist und ich Zeit habe.“ Kaffee und Kuchen gibt es bei ihm noch nicht. „Dann müsste ich das noch anders aufziehen. Vorerst bleibt es beim Kiosk.“

Bernhard Klockhaus ist mit dem ersten Wochenende sehr zufrieden. Der zuständige Planer der Radbahn hat viele positive Rückmeldungen erhalten und hofft darauf, dass stets mehr Menschen das Auto stehen lassen, um mit dem Rad zu fahren: „Attraktiver geht es nicht mehr“, so Klockhaus.

Einige Irritationen kamen bei den Radfahrern ob der Straßenschilder auf. Bei Vorfahrtzeichen und Stoppschild fragten sich einige Radler: Was gilt denn jetzt? Klockhaus klärt auf, dass laut Straßenverkehrsordnung immer das Schild unmittelbar rechts vom Weg gilt. Das Stoppschild ist für den Draisinenverkehr gedacht, der Radfahrer muss nicht anhalten. „Ein Autofahrer sollte diese Regelung kennen“, so Klockhaus.

Nachbesserung bei Ampelschaltung

Nachgebessert wird bei den Induktionsschleifen. Die ersten Erfahrungen haben gezeigt, dass sie zu spät die Ampelschaltung auslösen. Oft müssen Radfahrer noch den Button drücken, um etwa an der Wasserburgallee oder in Donsbrüggen ein grünes Zeichen zu erhalten. Künftig soll es so sein, dass der Radfahrer von einer Wärmebildkamera erfasst wird und dies automatisch die Ampel für den Radfahrer auf Grün stellt.

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