Stadtplanung Goch

Goch: Das Thema Hotel am Stadtpark bleibt aktuell

Der Rosengarten mit formgeschnittenen Hecken an der Brückenstraße ist Eingangsbereich zum Gocher Stadtpark.

Der Rosengarten mit formgeschnittenen Hecken an der Brückenstraße ist Eingangsbereich zum Gocher Stadtpark.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Goch.  Die Politik kann wegen der Corona-Krise noch nicht tagen, aber die Diskussion in Goch um einen Hotelbau und Firmenumsiedlung macht keine Pause.

Die Gerüchteküche brodelt weiter in Goch. Emotional wird die Diskussion in sozialen Medien geführt, wie sich der Gocher Stadtpark verändere, wenn ein Hotelneubau an der Brückenstraße entstünde. Die politische Diskussion wurde jäh von der Corona-Krise ausgebremst. Denn in der vertagten Ratssitzung wäre das ein Thema gewesen.

Architekt Klaus Völling weiß, dass es eine „sensible Ecke“ ist. Aber die Pläne (wie berichtet) handelten genau in der Absicht, den Stadtpark positiv zu beleben. Bisher gibt es mit dem Verein „Gocher Stadtpark e.V.“ eine Gruppe Aktiver, die den grünen City-Bereich schätzen und mit Veranstaltungen wecken wollen. „Aber die Gocher Bürger nutzen den Park nicht wirklich. Das ist leider so“, sagt Völling.

Chance, Leben in den Park zu bekommen

„Aus meiner Sicht ist ein Hotel mit Gastronomie eine super Chance, Leben in den Park hinein zu bekommen.“ Genau, wie es der Förderverein doch wolle. Eine Veränderung löse bei vielen aber das Gefühl aus, etwas zu verlieren – in diesem Falle „eine Gestaltung aus den 50er Jahren, so wie der Wandel vom Schwanenteich zur Nierswelle schwer fiel“, erinnert Klaus Völling als „Gocher Kind“.

Die Idee laute, vorn neben der Apotheke einen Platz für Gastronomie zu bilden – die Zuwegung in den Park bleibe natürlich frei – , das Hotel solle eine öffentliche Terrasse zur Niers bekommen. Alles sei von Einwohnern und Hotelgästen gleichermaßen zu nutzen. Ebenso die öffentliche Tiefgarage. Sie diene auch dem städtebaulichen Zweck – so ist es politischer Konsens –, den Gocher Marktplatz mehr oder weniger autofrei zu bekommen.

„Wir bauen nicht, wenn wir nicht willkommen sind“

Die Anregung aus der Bevölkerung, lieber das Grundstück hinter der Nierswelle, auf dem bisher der Aldi-Supermarkt stand, mit einem Hotel zu bebauen, wäre für Klaus Völling zwar auch repräsentativ machbar, aber sie erfüllt eben die beiden Ziele nicht: Parkbelebung und zentrumsnahe Parkplätze, die der Einzelhandel brauche. Jetzt sei die Chance für die Politik, den ganzen Stadtpark mit seinen 48.000 Quadratmetern in seiner Erholungsfunktion besser an den Bürger zu bringen.

„Über andere Standorte ist gesprochen worden“, räumt der mögliche Investor Bernd Zevens im Gespräch mit der NRZ ein. Aber der Stadtverwaltung sei die Lage eben wichtig gewesen. Man müsse nun die Vor- und Nacheile abwägen. Es sei „kein Druck dahinter. Wir werden nicht in Goch bauen, wenn wir da nicht willkommen sind“, so der Klever Investor. Wenn, dann würde das Hotel etwas kleiner sein als das Rilano in Kleve, auf insgesamt 1200 Quadratmetern mit ungefähr 100 Zimmern und Tagungsräumen. Goch vertrage durchaus zwei Tagungshotels.

Verein macht seine Umfrage vor einem Beschluss

Der Sprecher der Stadt Goch, Torsten Matenaers, sagt: „Wenn sich die Politik das vorstellen kann, beginnt die öffentliche Bauleitplanung, dann die Beteiligung der Öffentlichkeit, ein normales Verfahren.“

Dass es dann „zu spät sein könnte“, befürchtet Thomas Claaßen, Vorsitzender des „Gocher Stadtpark e.V.“. „Deshalb habe ich auf Facebook eine Umfrage gestartet, bevor etwas beschlossen wird.“ Nämlich ein Hotel vorn am Park und seitlich auf dem Klosterplatz eventuell der Neubau der niederländischen Firma DFE Pharma, die vielleicht Parkplätze am Gocher Eck benötige. Selbst wenn die unterirdisch wären, mit Grünfläche oben drüber, bleibt der Verein skeptisch. „Wir haben seit zwei Jahren die Übernahme der verwahrlosten Minigolfanlage beantragt und wollen die Konzertmuschel auf eigene Kosten sanieren“, doch beides wurde nicht genehmigt. Auch eine Wiederbelebung des Verkehrskindergartens hält der Verein für zeitgemäß. Thomas Claaßen: „Ja, es muss mal ‘was Neues kommen, aber gleich ein drei- oder viergeschossiges Hotel?“

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