Forstbetrieb Kalbeck

Goch-Kalbeck: Mountainbike-Strecke ist unerlaubt und riskant

   Mountainbiker können und dürfen ihren Sportr auf ausgewiesenen Strecken ausüben. In Kleve gibt’s so eine Strecke.  

   Mountainbiker können und dürfen ihren Sportr auf ausgewiesenen Strecken ausüben. In Kleve gibt’s so eine Strecke.  

Foto: NRZ-Archiv

Goch.  Unerlaubt haben Unbekannte in die hügelige Landschaft des Kalbecker Forstes am Gocher Berg eine Crossroute erbaut.

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„Da haben sich die Mountainbiker wirklich Mühe gegeben“, gibt Förster Frank Koch im Kalbecker Forst zu. Dabei präsentiert er eine Schneise im Dickicht des Waldes am Gocher Berg bei Goch, die tatkräftige Sportradler offensichtlich per Hand in die hügelige Landschaft gestemmt haben. Allerdings unerlaubt.

Außerdem wurden Erdhügel angehäuft, Rampen gebaut, ein Loch ausgehoben und Bretter, teils mit Nägeln, darüber gelegt. Ein kleines, bislang geheimes Paradies für Mountainbiker, die mit ihren Geländefahrrädern bekanntermaßen abseits befestigter Straßen zuhause sind.

Eingriff im Privatwald Kalbecker Forst bei Goch

Über diesen Eingriff im Privatwald Kalbecker Forst ärgern sich „Hausherr“ Max von Elverfeldt und Förster Frank Koch aber ganz besonders. Die Natur braucht dringend Ruhe, außerdem nutzen in unmittelbarer Nähe auch Spaziergänger gerne den Pfad eines ehemaligen Trimm-Dich-Weges zur Erholung. „Das kann gefährlich werden“, gibt Koch zu Bedenken. „Wenn ein Mountainbiker hier herunter crosst, dann sieht er Spaziergänger, die eventuell am Ende des Hügels entlang laufen, nicht rechtzeitig.“ „Außerdem“, ergänzt Elverfeldt, „hängen hier abgestorbene Baumstämme in den umstehenden Bäumen fest.“

Gegrabene Gruben und Sprungkessel

Nicht auszudenken was passiert, wenn da gerade ein Biker entlang fährt, wenn so ein Baum nachgibt. Aber auch die gegrabenen Gruben und Sprungkessel verursachen Erosionen, die den Wald gefährden. „Deswegen präsentieren wir hier diese verbotene Strecke, um alle für den Wald, die Natur aber auch die Gefahren zu sensibilisieren“, macht Max von Elverfeldt glaubhaft. In der Hoffnung, dass sich die Mountainbiker besinnen und vielleicht sogar den Mut haben, sich zu melden und die Strecke rück zu bauen. Dann, so Elverfeldt, würde ihnen auch keine Strafe drohen.

Wer den Wald nutzen möchte: Fragen kosten nichts

„Wir haben hier an verschiedenen Stellen Schilder aufgestellt. Jeder darf den Wald im Rahmen des Betretungsrechts zum Zwecke der Erholung nutzen. Aber eben nicht zum Zwecke eines gemeinschaftlichen Sports“, betont Waldbesitzer Elverfeldt. Wobei mit dem Sport in diesem Fall die Zweiradfahrer gemeint sind. „Uns kann natürlich jeder ansprechen, der Aktivitäten im Wald plant, die über die gesetzlichen Regelungen hinaus gehen.“ Ganz nach dem Motto: Fragen kostet nichts und wer fragt, dem kann geholfen werden.

Auf Waldwegen, die breit genug sind, dürfen Radfahrer gerne fahren

„Fahrradfahrer dürfen natürlich die breiteren Waldwege nutzen“, erklären auch Falk Stefan und Axel Vieting von Wald und Holz NRW. Gemeinsam mit Elverfeldt und Koch nutzen sie die besagte Mountainbikestrecke am Gocher Berg, um sich noch einmal für eine respektvolle Nutzung der Forste (NRW-weit befinden sich davon zweidrittel in Privathand) zu werben.

Im Sinne der Natur und der Erholungssuchenden.

Übrigens: Mountainbiker müssen nicht auf ihren Sport verzichten. Es gibt ausgewiesene Strecken für sie. Auch in Kleve gibt es eine offizielle, also auch erlaubte Strecke für Mountainbiker, wie Wald und Holz NRW bei der Besichtigung der verbotenen Strecke im Kalbecker Forst noch einmal mitteilte.

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