Wilhelm-Anton-Hospital

Goch: Modernste Technik für die Strahlentherapie-Praxis

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Modernste Technik: In Goch wird zukünftig auch die Bestrahlung von kleinsten Tumoren der Lunge, Leber oder des Gehirns möglich sein.

Modernste Technik: In Goch wird zukünftig auch die Bestrahlung von kleinsten Tumoren der Lunge, Leber oder des Gehirns möglich sein.

Foto: Praxis für Strahlentherapie und Radioonkologie

Goch.  Praxis für Strahlentherapie und Radioonkologie sowie das Karl-Leisner-Klinikum investieren 2,9 Millionen Euro in den Standort in Goch.

Die Behandlung von Krebserkrankungen und gutartigen Tumoren ist in Goch zukünftig auf universitärem Niveau möglich. Die Praxis für Strahlentherapie und Radioonkologie am Wilhelm-Anton-Hospital wird für insgesamt 2,9 Millionen Euro modernisiert, wie die Praxis und das Katholische Karl-Leisner-Klinikum (KKLE) am Mittwoch mitteilten. Einzig das seit 2009 bestehende Therapiezentrum bietet im Kreis Kleve die Möglichkeit zur Bestrahlung und verkürzt damit für viele Patienten die zuvor langen Wege nach Nimwegen, Krefeld, Düsseldorf oder Münster.

„Die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der onkologischen Behandlung ist in der Region einzigartig“, sagt KKLE-Sprecher Christian Weßels. „Das meint zum einen die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Wilhelm-Anton-Hospital, zum anderen die enge Zusammenarbeit mit der Praxis.“ Die Partnerschaft zwischen Praxis und Klinikum sei langfristig auf weitere zwölf Jahre angelegt: Das Zentrum für Strahlentherapie und Radioonkologie investiert deshalb am Standort Goch 2,5 Millionen Euro in neue Technik, das Klinikum 400.000 Euro in die Renovierung der Gebäude und Infrastruktur.

16.000 Behandlungen seit 2009

Bei der Strahlentherapie oder Radiotherapie wird hochenergetische Strahlung gebündelt und gezielt auf Krebszellen gerichtet. Ziel ist die Kontrolle, Reduktion und – wenn möglich – die vollständige Vernichtung der bösartigen Zellen. Die Behandlung ist schmerzlos und dauert wenige Minuten. Sie wird typischerweise in einer Serie von Sitzungen über Tage oder mehrere Wochen verabreicht. In der Regel wird sie ambulant durchgeführt.

Seit zwölf Jahren ist die Praxis am Wilhelm-Anton-Hospital etabliert. „Wir haben in dieser Zeit insgesamt etwa 16.000 Behandlungen durchgeführt“, sagt Dr. Michael Glag, der die Praxis mit zwei Standorten – Bocholt und Goch – gemeinsam mit Dr. Eckehard Horst und Dr. Heike Stattaus betreibt.

Strahlengerät wird ausgetauscht

Weil die technische Entwicklung in der Strahlentherapie rasant ist, tauscht die Praxis bis Mitte Januar 2022 das Strahlengerät aus. „Der Linearbeschleuniger ist das Herz unserer Praxis“, sagt Dr. Heike Stattaus, die den Praxis-Standort in Goch leitet. „Nach dem Austausch arbeiten wir mit modernster Technik.“

In Goch wird damit zukünftig auch die Bestrahlung von kleinsten Tumoren der Lunge, Leber oder des Gehirns möglich sein. Auch neu ist das „Atemgating“. Durch die atemgesteuerte Bestrahlung können viele Tumorbehandlungen im Brustbereich – Brustkrebs, Speiseröhrenkrebs, Lungentumore – noch schonender erfolgen.

Bestrahlungen bis Ende Dezember in Bocholt

Das Karl-Leisner-Klinikum schafft mit den Umbaumaßnahmen unter anderem am Fundament und der Tragekonsole die Voraussetzungen für den Austausch des Strahlengeräts. „Wir nutzen diese Gelegenheit, um baulich und optisch alles auf den neuesten Stand zu bringen. Von der Elektrik über die Klimaanlage bis zur Parkettversiegelung und Erneuerung des Außenanstrichs“, erläutert KKLE-Sprecher Christian Weßels.

Durch den Umbau des Strahlenbunkers finden bis Ende Dezember keine Bestrahlungen in Goch statt. Das Praxis-Team ist trotzdem vor Ort erreichbar: Die Ambulanz für Neuvorstellungen und Nachsorge bleibt in Goch aktiv, Bestrahlungen erfolgen in dieser Zeit in Bocholt.

„Die Strahlentherapie in Goch ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung unserer onkologischen Patienten“, so Prof. Dr. Volker Runde, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Wilhelm-Anton-Hospital Goch und ärztlicher Direktor des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums. „Dass wir die interdisziplinäre Kooperation langfristig fortführen, ist eine gute Nachricht für unsere Patienten.“

Bekenntnis zum Standort Goch

Die Millionen-Investition kann auch als deutliches Bekenntnis zum Krankenhaus-Standort in Goch gesehen werden, der in den vergangenen Jahren immer wieder einmal in die Diskussion geraten ist. „Ich denke, dadurch wird klar, dass Goch für uns ein dynamischer Gesundheitsstandort ist. Die Bedeutung einer wohnortnahen Versorgung vor allem onkologischer Patienten kann man kaum hoch genug einschätzen“, sagt KKLE-Sprecher Christian Weßels.

Die Patientenzahlen würden dies unterstreichen: „Allen Trends trotzend ist die Zahl onkologischer Patienten im Wilhelm-Anton-Hospital auch während der Corona-Pandemie stabil geblieben“, so Weßels, der die „ausgezeichnete Versorgungsqualität und das große Vertrauen der Patienten“ als entscheidende Gründe dafür anführt.

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