Kloster Graefenthal

Goch: Selbst ernannter „Prophet“ sitzt in U-Haft

Die Polizei durchsuchte mit zahlreichen Kräften in den frühen Morgenstunden am Mittwoch das Kloster Graefenthal.

Die Polizei durchsuchte mit zahlreichen Kräften in den frühen Morgenstunden am Mittwoch das Kloster Graefenthal.

Foto: Niklas Preuten

Kleve/Goch.  Kloster Graefenthal: Ermittlungsrichterin hat Haftbefehl gegen selbst ernannten „Propheten“ erlassen. Der Förderverein sorgt sich um die Zukunft.

Die zuständige Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Kleve hat Haftbefehl gegen den 58-jährigen Niederländer erlassen, der bei dem Polizei-Großeinsatz auf Kloster Graefenthal am Mittwochmorgen vorläufig festgenommen worden war. Das bestätigte ein Sprecher des Amtsgerichts der NRZ auf Anfrage. Die Staatsanwaltschaft Kleve wirft dem Mann schweren sexuellen Missbrauch von Kindern unter 14 Jahren in zehn Fällen (zwischen 2006 und 2008 in den Niederlanden), zweifache Vergewaltigung in Goch, Freiheitsberaubung und schwere Körperverletzung vor. Der 58-Jährige soll sich laut Staatsanwaltschaft selbst als „Prophet“ bezeichnen und Führer einer Sekte sein, die auf Kloster Graefenthal beheimatet ist.

„Wir kennen die Verhältnisse nicht“

„Wir pflegen eine prima Zusammenarbeit mit dem Eigentümer Camiel Engelen und den Mitarbeitern, mit denen wir Kontakt haben“, sagte Hans Buffart, 1. Vorsitzender des Fördervereins von Kloster Graefenthal, im Gespräch mit der NRZ. „Was sonst im Kloster passiert, wissen wir nicht. Der Abstand ist unglaublich groß. Wir kennen die Verhältnisse nicht.“

Der Förderverein verfolge mit einigem Schrecken die aktuelle Entwicklung. „Wir hoffen, dass wir nicht von den nötigen Mitteln abgeschnitten werden. Sonst wird Graefenthal zerfallen“, befürchtete Buffart. Man müsse aber nun die weiteren Ermittlungen abwarten. „Danach werden wir gegebenenfalls ausführlich darüber sprechen, ob wir uns grundsätzlich neu positionieren müssen“, stellte der 1. Vorsitzende des Fördervereins fest.

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