Sportausschuss

Goch soll einen dritten Kunstrasenplatz bekommen

Aus roter Asche könnte grüner Kunstrasen werden: Die Anlage des SV Asperden ist im Gespräch für eine Umwandlung der Spielfläche.

Foto: Niklas Preuten

Aus roter Asche könnte grüner Kunstrasen werden: Die Anlage des SV Asperden ist im Gespräch für eine Umwandlung der Spielfläche. Foto: Niklas Preuten

Goch.   Der Sportausschuss spricht sich für den Bau eines weiteren Kunstrasenplatzes in der Stadt aus. Asperden wird als Standort favorisiert.

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Die Politik möchte den Spiel- und Trainingsbetrieb für die Gocher Fußballer mit dem Bau eines dritten Kunstrasenplatzes in der Stadt verbessern. Die Mitglieder des Sportausschusses waren sich in ihrer Sitzung am Mittwochabend einig, dass eine weitere Spielfläche neben dem bestehenden Platz hinter dem Städtischen Gymnasium und dem geplanten Bau in Pfalzdorf (siehe Box) notwendig ist.

Ein Antrag von Viktoria Goch auf Umgestaltung des Ascheplatzes in einen Kunstrasenplatz hatte die politische Diskussion angestoßen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus-Dieter Nikutowski erklärte nach Abstimmung mit dem Viktoria-Vorstand, warum ein weiterer Kunstrasenplatz auf der Anlage am Gymnasium aus seiner Sicht jedoch keinen Sinn mache: „Die Rahmenbedingungen sind dort nicht in Ordnung. Es fehlen Umkleidemöglichkeiten, eine Schiedsrichterkabine und auch ein PC mit Internetanschluss für die Eintragung des Spielberichts.“ Von Verbandsseite werde dies regelmäßig angemahnt.

Diskussion um den Standort

Stattdessen präferieren die Sozialdemokraten für den Kunstrasenplatz den Einzugsbereich der Vereine DJK SG Hommersum-Hassum, Spielvereinigung Kessel und SV Asperden. Der Ascheplatz in Asperden sei in einem verheerenden Zustand, sagte Nikutowski. „Deswegen ist dies der richtige Standort für eine Umgestaltung. Wir müssen den Sportplatz zu den Leuten bringen und nicht wie bislang die Leute zum Sportplatz.“

Marcel Lück (BFG) fordert dagegen, „sich noch nicht auf einen Standort festzulegen. Wir sollten das offen diskutieren.“ Auch Marc Groesdonk, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion, möchte „die Vereine einbeziehen und so einen Kompromiss finden, auf den sich alle einigen können“.

Ähnliche Kosten wie in Pfalzdorf

Wann das neue Spielfeld gebaut werden kann, ist auch eine finanzielle Frage. Weil sowohl in Asperden als auch am Gymnasium zunächst der Unterbau erneuert werden müsste, rechnet Wolfgang Jansen, Geschäftsführer des städtischen Vermögensbetriebs, mit ähnlichen Kosten wie in Pfalzdorf. Für die dortige Maßnahme stehen rund 880 000 Euro in den Wirtschaftsplänen für 2018 und 2019. „Dieses Geld ist für einen weiteren Platz 2019 nicht mehr verfügbar“, meinte Lück, während Groesdonk eine Errichtung im nächsten Jahr als „finanziell stemmbar“ bezeichnete.

Für den ausschließlich von Viktoria Goch genutzten Ascheplatz am Gymnasium, der sich „in keinem guten Zustand befindet“ (Wolfgang Jansen), würden im Etat nur noch Mittel für eine kleinere Ertüchtigung übrig bleiben. Der sachkundige Bürger Dietrich Kade verwies darauf, dass es wegen der Nähe zur Schule eine Förderung für die Sanierung geben könnte.

Ulli Köhler, Vorsitzender des SV Asperden, verfolgte die Diskussion von der Tribüne aus und zeigte sich erfreut über die neue Perspektive: „Ich bin Realist und hätte im Traum nicht daran gedacht, dass ein Kunstrasenplatz möglich werden könnte.“ Er hatte bereits einen Sanierungsantrag gestellt, um den Ascheplatz am Grünen Weg zumindest für die nächsten fünf Jahre fit zu machen. „Das ist eine Notlösung.“ Ein Kunstrasen böte dagegen für den SVA, die DJK SG Hommersum-Hassum und die SpVgg Kessel die Chance, „den Spiel- und Trainingsbetrieb zu beleben“. Kessels Vorsitzender Thomas Kriege hält den Standort Asperden für sinnvoll: „Unter der Prämisse, dass alle drei Vereine die Fläche nutzen können.“

>> NEUER KUNSTRASENPLATZ IN PFALZDORF

„Der Ascheplatz in Pfalzdorf befindet sich in einem desolaten Zustand“, sagte Vermögensbetrieb-Geschäftsführer Wolfgang Jansen. Deswegen stehen im Wirtschaftsplan 2018/2019 für die Entsorgung des alten Untergrunds und den Bau eines Kunstrasenplatzes 880 900 Euro bereit. Auch die stark bemooste Aschelaufbahn wird erneuert. Der VfB Alemannia Pfalzdorf finanziert den Neubau mit einem Kredit der NRW-Bank in Höhe von 200 000 Euro. Der städtische Zuschuss für die Arbeiten an der Laufbahn beträgt 76 000 Euro. Zur Gesamtmaßnahme gehört zudem der Bau einer kleineren Multifunktionsfläche, für den die Stadt 53 400 Euro eingeplant hat.

Die Ingenieure können erst mit den Arbeiten beginnen, wenn die Haushaltsberatungen abgeschlossen sind. „Wir gehen derzeit davon aus, dass der Kunstrasenplatz zum Beginn der Saison 2019/20 im nächsten Sommer bespielbar sein wird“, sagte Jansen auf NRZ-Nachfrage. Im Ausschuss hatte er zudem vorgestellt, dass das Pfalzdorfer Platzhaus für 13 600 Euro doppelverglaste Fenster erhalten wird

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