Städtepartnerschaft

Goch soll neue Städtepartnerschaft starten

Die Stadt mit dem unaussprechlichen Namen.

Die Stadt mit dem unaussprechlichen Namen.

Foto: shutterstock

Goch.  Nutzer sozialer Medien wollen Partnerschaft der Stadt Goch mit einer walisischen Stadt mit unaussprechlichem Namen. „Goch“ kommt darin vor.

Die Stadt Goch ist in Westeuropa bestens vernetzt: Vier Städtepartnerschaften pflegt die 34.000-Seelen-Stadt – ins Vereinigte Königreich, die Niederlande, Frankreich und nach Polen. Umtriebigen Nutzern sozialer Medien nach könnte zeitnah eine mit einem unaussprechlichem Namen hinzukommen: Llanfairpwll­gwyngyllgogery­chwyrndrobwll­llantysilio­gogogoch.

Gemeinde mit dem längsten Ortsnamen der Welt

So schrieb etwa der Klever Jimmy Jack Ende des vergangenen Jahres: „Ich möchte euch Gochern für die nächste Dekade die Hausaufgabe geben, diese Stadt in Wales zu eurer Partnerstadt zu machen.“ Die Gemeinde also mit dem längsten Ortsnamen der Welt (58 Buchstaben!) und der Endung „Goch“. Die Resonanz? Bemerkenswert groß. Viele der Nutzer sprechen sich für eine solche Städtepartnerschaft aus, fordern Gochs Bürgermeister Ulrich Knickrehm auf, sich der Sache anzunehmen – freilich mit einem Augenzwinkern.

Die Endung „Goch“ ist ein toller Aufhänger

Auch der Gocher Peter Dercks ist von der Idee begeistert: „Darüber sollte man unbedingt mal nachdenken. Die Endung „Goch“ ist ein toller Aufhänger, Verbindungen zu einem Land aufzubauen, von dem wir doch eigentlich unglaublich wenig wissen.“ Er könne sich gar vorstellen, einen solchen Vorstoß im Ausschuss für Bürgeranträge zu wagen. Ähnlich sieht’s auch Jack. In Zeiten des Austritts des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union sei es noch wichtiger, auf Gemeinsamkeiten zwischen den Ländern zu blicken. „Letztendlich sind beides einfach nur Kleinstädte, die von Europäern bewohnt werden. Der „kleine Mann“ wohnt, arbeitet, heiratet, streitet sich dort. Was beide trennt, sind nur einige Buchstaben. Was beide vereint, könnte der nötige Humor sein, eine Partnerschaft genau in diesen unruhigen Zeiten anzustreben“, sagt er weiter.

Stadtsprecher Torsten Matenaers reagiert mit einem Lächeln auf den Vorstoß, allerdings sagt er: „Ich kenne den Namen. Bisher hat sich jedoch niemand im Rathaus inhaltlich mit einer solchen Städtepartnerschaft beschäftigt.“ Für die Einrichtung einer Städtepartnerschaft brauche es einen Beschluss des Rates. Weiter macht Matenaers deutlich, dass es nicht reiche, bloß aus der lustigen Gegebenheit des Namens eine solche Freundschaft einzurichten. Zudem habe man bereits eine Partnerschaft in Großbritannien. „Der Sinn und Zweck ist nicht bloß der Jux. Ein Austausch bringt viele Vorteile mit sich: Es geht um einen gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Schulterschluss“, sagt Matenaers.

Dass die walisische Stadt Sinn für Humor hat, bewies sie in der Vergangenheit bereits. So schloss sie Gemeindepartnerschaften mit Ee in den Niederlanden und Y in Frankreich. Das Band, das diese Städte verbindet, beschränkt sich auf die Kuriosität der Namen.

Erste Verbindungen scheinen geknüpft

Erste Verbindungen zwischen Goch und Llanfairpwllgwyngyll (die Kurzform des Stadtnamens) scheinen allerdings geknüpft. Karl-Heinz Silz war nämlich schon mal da. Und er ist der Gocher schlechthin für Städtepartnerschaften. Als Vorsitzender führt er den „Verein für Städtepartnerschaften“. „Ich bin bei einem Urlaub in Wales dort gewesen und musste über den Namen doch sehr schmunzeln. Aussprechen kann ich ihn aber nicht“, sagt Silz.

Verein für Städtepartnerschaft macht aber nicht allzu viel Hoffnung

Und dennoch: Allzu viel Hoffnung auf eine neue Partnerstadt wolle er den Gochern nicht machen. Die Pflege einer weiteren würde die Kapazitäten der Ehrenamtler übersteigen. „Ich sage es ganz deutlich: Wir sterben aus. Schon jetzt sind wir immens belastet,“ sagt der 65-jährige Silz. Zwar verfüge der Zusammenschluss Freiwilliger noch über 80 Mitglieder, kaum mehr als zwanzig bringen sich jedoch aktiv in die Arbeit ein.

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