Gesellschaftsspiel

Goch wird zum kreativen Spiel

Originelle Motive aus Goch gibt es jetzt auf Memorykarten. v.l.: Franz Engelen (Pagina Verlag) und Gesine Lersch-van der Grinten (Fotografin der Motive)

Originelle Motive aus Goch gibt es jetzt auf Memorykarten. v.l.: Franz Engelen (Pagina Verlag) und Gesine Lersch-van der Grinten (Fotografin der Motive)

Foto: Andreas Daams / NRZ

Goch.  Gesine van der Grinten hat ein Goch-Memory entwickelt. Ein Stadtsouvenir mit besonderen Motiven.

Nein, nicht nur das Steintor. Sondern auch Figuren in einer Fassade. Oder der obere Teil einer Litfaßsäule am Markt, ohne Plakate – sieht aus wie eine Pickelhaube. Oder das Portal eines etwas heruntergekommenen Ladenlokals, neben dem eine weiße Vespa steht. Das ist Gesine Lersch-van der Grintens Lieblingsmotiv: „Sieht aus wie in Italien“, schwärmt sie. Gesine Lersch-van der Grinten hat Goch fotografiert, durch und durch sozusagen, mit einem ausgesprochen aufmerksamen Blick. Ihr Ziel: Ein Memory-Spiel zu entwickeln, sinnlich, schön, frisch.

Die Idee entstand während der Flüchtlingsarbeit

Auf die Idee kam sie, als sie während ihrer freiwilligen Flüchtlingsarbeit ein Deutschland-Memory sah: „Das war so hässlich, dass man keine Lust hatte, es zu spielen“, sagt sie. Von da an hat sie Motive in Goch gesucht. Denn es müsste doch möglich sein, so etwas in Schön herzustellen. Und so den Eindruck zu erwecken, dass Goch viel Stimmung hat – wenn man denn genau hinschaut.

Dabei halfen ihr die Erfahrungen ihrer Kinder. Denn die, so erzählt sie, hätten immer gerne Memory gespielt, und zwar solche mit bunten Ausschnitten. Nur Kirchen und alte Gemäuer: Das wäre schwer zu merken. Aber abwechslungsreiche, detailstarke Stadtmomente – das würde gehen.

Das Spiel schlägt eine Brücke zur Stadtgeschichte

Mit der Idee ging sie zu Franz Engelen vom Pagina Verlag. Der war sofort begeistert. „Das Memory-Spiel schlägt eine Brücke zwischen den Motiven und der Stadtgeschichte.“ Er lobt, wie unglaublich kreativ die Mezzosopranistin und Memory-Fotografin Lersch-van der Grinten gewesen sei. Es kämen eben nicht nur die markanten Punkte vor, sondern auch beispielsweise ein Einfamilienhaus aus der Gründerzeit.

„Das Schwierigste war eigentlich, die Bilder auszusuchen, die ich schlussendlich nehme“, gesteht die Bildautorin. „Ich hatte so viele Motive, dass ich fünf Memory-Spiele hätte machen können.“

Alle Motive sind außen auf der Box zu sehen

Das kann ja noch kommen. Vorerst hat der Pagina Verlag 500 Exemplare des Goch-Memorys drucken lassen. Wobei sich Gesine Lersch-van der Grinten auch um die Gestaltung der Box gekümmert hat. Plastik wollte sie nicht drin haben, und außen sind alle Motive zu sehen. „Ich würde so ein Spiel ja auch nicht kaufen, wenn ich nicht wüsste, welche Motive es gibt“, erklärt sie.

Auf der Rückseite der 72 Karten befindet sich übrigens das Wappen der Stadt Goch – aber leicht verfremdet. „Ich habe es abgezeichnet und die Farbe Grün genommen, weil die mir besser gefällt“ als das rot-blau-gelbe Original.

Spiel nicht nur für Kindergarten- und Grundschulkinder

Buchhändlerin Annette Hagen, Inhaberin der Buchhandlung „Am Markt“ in Goch, ist von dem Ergebnis beeindruckt. „Ich finde das Goch-Memory total schön“, sagt sie. Und das sei nicht nur etwas für Kindergarten- und Grundschulkinder, sondern auch für Senioren. Goch spielerisch entdecken – hier wird es möglich.

Das Goch-Memory kostet 25 Euro und ist im Museum Goch und in der Gocher Buchhandlung am Markt erhältlich sowie beim Pagina-Verlag oder bei der Herausgeberin selbst.

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