Kulturprogramm

Gocher Goli-Theater wird Kabarettbühne

Freuen sich auf die neue Reihe (v.l.): Uwe Taggruber, Ingrid Kühne, Inga van Beek, Joachim Lück, Michael Gerhold.

Freuen sich auf die neue Reihe (v.l.): Uwe Taggruber, Ingrid Kühne, Inga van Beek, Joachim Lück, Michael Gerhold.

Foto: nik

Goch.   Die neue Reihe „Goliart“ zeigt Kleinkunst im Gocher Nostalgie-Kino. Den Anfang macht eine Comedy-Show mit Ingrid Kühne, weitere Abende folgen.

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Für den Verein Goli geht ein Traum in Erfüllung – und bestimmt auch für ganz viele Gocher, die ihr wiederbelebtes Kino möglichst vielfältig nutzen möchten. Nachdem in jahrelanger Arbeit erst die Technik und die Optik in Schwung gebracht worden waren, ist jetzt eine Bühne gebaut wurde, die den Namen verdient. „Bis vor kurzem hatten wir ja nur eine anderthalb Meter tiefe Bühne, auf der allenfalls ein Solokünstler agieren konnte. Das haben wir geändert: Die neue Bühne ist vier Meter tief und bietet uns ganz andere Möglichkeiten. Zum Beispiel eine Kleinkunst-Reihe, die wir am 20. Juni starten“, erzählt Joachim Lück vom Betreiberverein.

1911 eröffnet ist das Gocher Kino auf der Brückenstraße eines der ältesten Lichtspielhäuser in Deutschland. Und während andere Kinos abgerissen oder mit Macht modernisiert wurden, durfte das Goli im Dornröschenschlaf verharren, bis es im Jahr 2011 von einem neu gegründeten Verein übernommen wurde. Denn ein kleines Kino heutzutage kommerziell zu betreiben, wie es ein Auswärtiger zuvor erfolglos versucht hatte, ist anscheinend kaum möglich. Mit zeitgemäßer digitaler Vorführtechnologie können ja neuerdings sogar aktuelle Filme gezeigt werden. Oder jetzt eben Kabarett.

Start der Reihe ist am 20. Juni

Zu sehen ist das neue Format erstmals am 20. Juni (Fronleichnam), einem Donnerstag, wie auch die Folgeveranstaltungen donnerstags stattfinden. Als künstlerische Leiterin konnte Ingrid Kühne aus Kerken gewonnen werden, die den ersten Comedy-Abend gemeinsam mit drei Kollegen bestreitet: Volker Weininger, Jan van Weyde und Jens Heinrich Claassen sind dabei.

Michael Gerhold von der Künstleragentur Ahrens ist schnell ein Freund des Gocher Goli geworden und setzt auf eine langfristige Zusammenarbeit. 200 Zuschauer dürfen gleichzeitig in den Saal – mehr nicht, aus Brandschutzgründen. Aber dafür bleibt die Stimmung eben gemütlich und quasi-privat „Ich war mit meinem Programm schon zweimal hier, und jedes Mal war es ausverkauft“, erzählt die Frau, die im Karneval bekannt wurde und inzwischen weit über die Region hinaus rund ums Jahr die Menschen begeistert. Das Gocher Kino, auf dessen (wenn auch zunächst bescheidener) Bühne in den 50-er Jahren sogar Hypnose-Shows stattfanden, hat es auch ihr angetan. Und sie freut sich auf die kommenden Abende mit Gochern und Unterhaltungs-Kollegen, an denen sicherlich viel gelacht wird.

Comedy-Mix-Show mit „De Frau Kühne“

Den Anfang macht „De Frau Kühne“ im Zusammenspiel mit den drei anderen Akteuren. Eine „Comedy Mix Show“, die als Reihe „Goliart“ genannt wurde. Zu sehen sein werden Ausschnitte aus den aktuellen Bühnenprogrammen der Teilnehmer. „Alle Künstler kommen in den Monaten danach mit ihrem jeweiligen Soloprogramm nach Goch, für das man sich beim ,Mix’ schon mal Appetit holen kann“, erzählt Kühne. „Okay, mein Fehler“ ist ihr zweites Bühnenprogramm, mit dem die Niederrheinerin derzeit unterwegs ist. Alltägliche Situationen, im Jargon unserer Gegend erzählt, immer ein Angriff auf die Lachmuskeln.

Preisgekrönte Komiker in Goch

Volker Weininger kommt am 14. November ins Goli. Seine Kunstfigur ist der Sitzungspräsident der Karnevalsgesellschaft „Spritköpp“, ein Typ, der brüllendes Gelächter bei Karnevalsfreund und -feind hervorruft. Mal sehen, wie er in Goch wirkt. „Große Klappe – die Erste“ nennt Jan van Weyde sein Programm. Der Schauspieler und Stand-Up-Comedian ist in Goch für den 9. Januar gebucht. Versprochen wird ein großartiges Slapstick-Talent, das „in authentiich-unaufgeregter Art „sein Publikum begeistert. Als junger Vater dient ihm vor allem die Familie als Vorlage für seine Show. Wieder was ganz anderes: Jens Heinrich Claassen, der am 19. März 2020 behauptet: „Ich komm schon klar“. Das möchte man dem nachlässig gekleideten jungen Mann mit der üblen Frisur kaum abnehmen, es sei denn, man hat ihn schon mal auf der Bühne gesehen. Der preisgekrönte Komiker dürfte in Goch neue Fans finden.

Karten gibt es für je 22 Euro im Goli, bei der Kulturbühne und unter www.eventbride.de. Tipp für die Pause: mal die renovierten Toiletten aufsuchen. Die 50-er Jahre leben fort!

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