Modenschau

Gocher Schüler organisierten eigene Modenschau

Modenschau in der Liebfrauenschule Goch.

Modenschau in der Liebfrauenschule Goch.

Foto: Andreas Daams

Goch.   Drei angehende Erzieherinnen haben in der Liebfrauenschule Goch eine Modenschau mit Kindern organisiert – und Kleider aus alten Klamotten gemacht.

Die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die richtige Musik einstellen, bei der Kleidung noch mal kurz Hand anlegen, die Uhr im Blick behalten. Dabei stehen Lena Fitzner, Tatjana Kuhlewey und Mailin Brunen gar nicht im Mittelpunkt der Veranstaltung. Die drei sind angehende Erzieherinnen und besuchen die Oberstufe der Fachschule Sozialpädagogik am Berufskolleg Kleve. Drei Jahre dauert die Ausbildung. „Im dritten Jahr ist ganz viel Praxis angesagt.

So wie jetzt. Eine Modenschau mit recycelter Kleidung, organisiert mit Kindern der Liebfrauenschule Goch. „Wir haben ganz allein das Projekt entwickelt und umgesetzt“, sagt Mailin Brunen. Auf die Idee mit dem Recycling sind sie durch den Politikunterricht gekommen. „Es wird ja so viel weggeschmissen, da dachten wir, das könnten wir gut zum Thema machen.“ Die Kinder der dritten und vierten Klassen waren jedenfalls sofort Feuer und Flamme. Fünf Wochen lang haben sie nachmittags im Offenen Ganztag die Stoffabfälle ihrer Mitschüler geschnitten, genäht, gefärbt und beklebt. Warum ausgerechnet an der Liebfrauenschule? „Hier habe ich schon mein Fachabi-Praktikum gemacht“, erläutert Mailin Brunen. Offenbar mit Erfolg, denn mit dem Recycling-Projekt lief sie offene Türen ein.

Wobei man statt Recycling genauer schreiben müsste: Upcycling. Aus alten Klamotten, die sonst im Müll landen würden, neue schneidern. Die Grundschulkinder laufen jedenfalls selbstbewusst damit über den Laufsteg. Vom gelb-orangen Tüllkleid mit bunten Stoffresten bis zum farbig bemalten T-Shirt ist eine Menge dabei, das sich sehen lassen kann. Statt Markenklamotten zeigt hier jeder seine eigene Marke – das ist echter Individualismus. Und so individuell wie die Kleidung sind auch die jungen Models. Eine Viertelstunde sind immer neue Kleider und Täschchen zu sehen.

Mailin Brunen legt Wert darauf, dass die Kinder ihre eigenen Ideen verwirklicht haben. So soll es ja schließlich auch sein. Kreativität lässt sich nicht verordnen, aber fördern. „Das ist schon auch anstrengend“, gibt sie lachend zu. Schließlich soll ja auch das Drumherum stimmen. Am Eingang fragen neunjährige Securityleute nach den Einladungen, daneben wird Wasser und Saft gereicht. Während der Modenschau knallt es einmal laut, dann regnet es Konfetti. Als Zuschauer sieht man in freudige, stolze Kindergesichter. Und Zuschauer gibt es zahlreiche: Eltern und Lehrer, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollen. Draußen vor der Tür rätseln derweil andere Schüler, was drinnen wohl geschieht. Modenschau? Super Idee! Würden sie auch gerne mal machen. Mailin Brunen jedenfalls ist sich nach dieser Erfahrung noch sicherer als zuvor: Erzieherin – das ist genau die richtige Entscheidung gewesen.

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