Kirchenmusik

Gordon Achenbachs Leben zwischen Sparkasse und Orgel

Gordon Achenbach ist Organist und Chorleiter in St. Franziskus in Uedem und Chorleiter in St. Lambertus in Appeldorn.

Gordon Achenbach ist Organist und Chorleiter in St. Franziskus in Uedem und Chorleiter in St. Lambertus in Appeldorn.

Foto: Privat

Uedem/Kalkar.  Gordon Achenbach ist nebenberuflicher Organist und Chorleiter in Uedem und Appeldorn. Der Sparkassenbetriebswirt hat Kirchenmusik studiert.

Als Gordon Achenbach 1991 seine Banklehre begann, hatte er schon ein abgeschlossenes Hochschulstudium hinter sich. Aber als Kirchenmusiker mit A-Examen wollte er nicht hauptberuflich arbeiten: „Das wäre damals ein Job mit wackliger Perspektive gewesen“, sagt er. Was ja auch eintrat: Immer mehr Gemeindefusionen, weniger Gottesdienste, Kirchenschließungen prägen heute das Bild der Kirche in Deutschland.

Geboren in Wembley

Dabei hatte Achenbach sich schon als Kind für Musik begeistert. Geboren 1963 im englischen Wembley, kam er als Adoptivkind nach Marienbaum. Ersten Klavierunterricht erhielt er mit sechs Jahren beim ehemaligen Kantor von St. Nicolai Kalkar. „Wenn ich aus dem Klavierunterricht herauskam, hörte ich immer die Orgel und dachte, wie schön das doch klingt.“

Ab 1981 nahm er Orgelunterricht und war dann auch schnell entschlossen, das C-Examen zu machen. In der elften Klasse des Gymnasiums spielte er nebenher ein halbes Jahr lang etwa 20 Messen pro Woche, leitete auch den Domchor in Xanten – echte Persönlichkeitsbildung. Nach dem C-Examen war ihm klar: Das willst du studieren.

Also bereitete er sich ein Jahr lang auf die Aufnahmeprüfung vor. Er traf auf ein großes Bewerberfeld. In Düsseldorf gab es 103 Bewerber auf zwei Studienplätze – und Gordon Achenbach erhielt einen der beiden Plätze. Ein intensives Studium mit insgesamt 18 Fächern, darunter Einzelunterricht bei seiner Professorin, schloss sich an. Bis ihm im sechsten Semester bei der Zwischenprüfung Zweifel kamen. „Aber der Leiter der Abteilung Kirchenmusik und meine Professorin bedrängten mich weiterzumachen.“ So machte er also sein A-Examen, bevor er mit 28 Jahren eine Banklehre in Moers begann. Später sattelte er den Sparkassenfachwirt und -betriebswirt obendrauf.

Kirchenmusik seit 1982

Umsonst war sein Studium dennoch nicht: „Seit 1982 habe ich ununterbrochen Kirchenmusik im Nebenberuf gemacht.“ So ist er seit August 2007 Organist und Chorleiter an St. Franziskus Uedem und seit August 2018 Chorleiter an St. Lambertus Appeldorn. „In Uedem habe ich eine große Seifert-Orgel mit 43 Registern“, erklärt er, „da macht es großen Spaß, Orgel zu spielen.“

Mit seinen Chören macht er nicht nur traditionelle Kirchenmusik, sondern auch modernere Sachen. „Ein Kirchenchor muss heute musikalisch breit aufgestellt sein, damit junge Leute Interesse bekommen.“

Zu Hause am Rock- und Pop-Piano

Ihm selbst liegen moderne Musikströmungen durchaus: „Zuhause spiele ich gerne Rock- und Pop-Piano.“ Er war sogar mal Keyboarder in einer Rockband. Als klassischer Organist ist er zugleich ein begeisterter Fan von Johann Sebastian Bach und Max Reger.

Als Ausgleich zum Sparkassenjob und zur Kirchenmusik dreht er frühmorgens und abends mit seinem weißen Labrador eine Runde durch den Uedemer Hochwald.

Bereut er seine Entscheidung, nicht hauptberuflich in den Kirchendienst gegangen zu sein? „Nein, überhaupt nicht.“ Er würde nur gerne mehr Leute aus den umliegenden Dörfern für den Chor in Appeldorn begeistern. Keine einfache Aufgabe. Aber Achenbach gibt nicht auf: „Bisher ist mir das immer gelungen.“

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