Zweiter Weltkrieg

Große Feierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkrieges

Durch Nimwegen und Groesbeek rollen im September viele historische Militärfahrzeuge.

Durch Nimwegen und Groesbeek rollen im September viele historische Militärfahrzeuge.

Foto: AG / NRZ

Nimwegen.  Die niederländische Provinz Gelderland feiert das 75-jährige Ende des Zweiten Weltkrieges mit zig Aktionen. 16 Millionen Euro stehen dafür bereit

Es ist vermutlich die letzte große Gedenkfeier, an der Veteranen des Zweiten Weltkrieges teilnehmen können. Alljährlich kommen amerikanische, kanadische, britische und polnische Soldaten, die in der Region gekämpft haben, an den Niederrhein, um die Befreiung Nimwegens am 20. September zu feiern. In diesem Jahr jährt sich das Erinnern an die militärischen Offensive „Market Garden“ zum 75. Mal und im Mai 2020 feiert ganz Europa das Ende des Zweiten Weltkrieges.

Für die Provinz Gelderland ist dies Anlass, um ein sehr umfangreiches Gedenkprogramm auf die Beine zu stellen. 16 Millionen Euro wird die Provinz zur Verfügung, um Ausstellungen, Präsentationen, Vorträge, Opern, Konzerte, Gedenkfeiern, Themen- und Filmabende und Freilichtspiele zu fördern. „Es werden die größten Gedenkfeiern zum Ende des Zweiten Weltkrieges, die es jemals gegeben hat“, sagte Nimwegens Bürgermeister Hubert Bruls anlässlich der Vorstellung des Programms.

Hunderte Veranstaltungen

Und in der Tat überbieten sich die niederländischen Nachbarn mit zahlreichen Aktivitäten. Allein für den Monat September wird es in und um Nimwegen 47 Veranstaltungen geben. Auch im Oktober sind mehrere Dinge geplant. Für das Frühjahr 2020 wird es dann eine erneute Vorstellung geben.

„Remember September“ ist ein geflügeltes Wort in den Niederlanden geworden. Im September 1944 begann die alliierte Großoffensive zur Befreiung der Niederlande, die im Februar 1945 erfolgreich durchgesetzt wurde. Tausende Soldaten strömten seinerzeit in die Region. Zwischen dem 18. und 22. September wird dies nun besonders gefeiert. So werden am 18. September in Erinnerung an die Invasion der Alliierten 1300 Fallschirmspringer an der Wylerbaan in Groesbeek niederkommen und das Geschehen von damals symbolisch nachstellen. Die Veranstaltung beginnt um 9 Uhr und endet um 16 Uhr.

Am 19. September kann man sich in Groesbeek (Klein America) historische Militärfahrzeuge ansehen (von 10 bis 21 Uhr) und unmittelbar an der neuen Waalbrücke in Nimwegen wird drei Tage lang (20. bis 22. September) ein historisches Basecamp organisiert, welches den ganzen Tag über besucht werden kann. Eine große Gedenkfeier folgt dann am 20. September um 13.30 Uhr ebenfalls in der Nähe der neuen Brücke. Hier wird die Waalüberquerung der Alliierten mit Booten und historischen Fahrzeugen nachgestellt.

Besonders stolz ist Bürgermeister Hubert Bruls auf den Sunset March, der am Samstag, 21. September, organisiert wird. Seit fünf Jahren laufen jeden Abend mindestens zwei Militärs über die neue Waalbrücke, zu Ehren der gefallenen Soldaten. Am 21. September sollen so viele Bürger wie möglich bei diesem Sunset March mitmachen. „Das wird ein Mega-Event“, hofft Bürgermeister Bruls.

Am 22. September folgt dann eine große Veranstaltung am Graafseweg / Heumenseweg in Nimwegen. Zahlreiche historische Militärfahrzeuge fahren ab 9.30 Uhr durch die Straßen. Zwischen 12 und 15 Uhr sind sie auch in Groesbeek, Berg en Dal und Beek zu sehen.

Gedenken in Deutschland

Das Ende des Zweiten Weltkrieges markiert auch für den Kreis Kleve eine einschneidende Zäsur. Doch im Gegensatz zu den niederländischen Nachbarn werfen die deutschen Kommunen nicht mit viel Geld um sich. Das Kriegsende wird nicht gefeiert, es wird der Opfer gedacht. In Kranenburg gibt es am 22. September zwischen 10 und 12 Uhr eine Gedenkfeier am Rathaus. Und bereits am 15. September wird es eine Freiheitswanderung von Groesbeek nach Kranenburg geben. Beginn ist um 8 Uhr, das Ende ist für 17.30 Uhr vorgesehen.

In Emmerich plant die Vereinigung Pro Kultur eine Podiumsdiskussion und ferner wird es im November die üblichen Gedenkfeiern zum Volkstrauertag geben.

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