Kindertheater

Handpuppen gegen die Angst vor dem Tod

Schüler des Konrad Adenauer-Gymnasiums setzten sich mit dem Thema Tod auseinander.

Foto: Katharina Rouenhoff

Schüler des Konrad Adenauer-Gymnasiums setzten sich mit dem Thema Tod auseinander. Foto: Katharina Rouenhoff

Kleve.  Achtklässler des Konrad-Adenauer-Gymnasiums machten aus der Erzählung „Oskar und die Dame in Rosa“ ein kinderfreundliches Theater über den Tod

Ein Theaterstück über den Tod stellt man sich nicht unbedingt witzig vor. Vor allem dann nicht, wenn es von einem sterbenden Kind handelt. Doch mit bunten Socken-Handpuppen und lustigen Dialogen haben Achtklässler des Konrad-Adenauer-Gymnasiums es geschafft, die Geschichte über einen krebskranken Jungen kinderfreundlich aufzuarbeiten. Jetzt brachten sie ihre Mitschüler aus der fünften Klasse mit dem Theaterstück „Oskar und die Dame in Rosa“ zum Lachen und Nachdenken.

Die knallpinke Socke „Oma Rosa“ und der mit Kulleraugen beklebte Oskar waren die Hauptdarsteller in dem Stück, das auf der gleichnamigen Erzählung von Éric-Emmanuel Schmitt basiert. Darin geht es um den zehnjährigen Oskar, der an Krebs erkrankt ist und noch maximal zwölf Tage leben wird. Während seine Eltern das Gespräch mit ihm meiden, ermutigt „Oma Rosa“, eine ehrenamtliche Helferin im Krankenhaus, Oskar dazu, jeden Tag wie einen Lebensabschnitt von zehn Jahren zu verbringen. Schließlich stirbt er mit dem Gefühl, viel älter geworden zu sein.

Das Theaterstück bildete den Abschluss einer Projektarbeit der Klassen 8a und b innerhalb des katholischen Religionsunterrichts. Zuvor hatten sich die Schüler mit den Themen Sterben, Tod und Auferstehung auseinandergesetzt, und sich das Hörbuch „Oskar und die Dame in Rosa“ angehört. Religionslehrer Wolfgang Tyssen bot den Achtklässlern an, die Geschichte jüngeren Schülern in Form eines Theaterstücks näher zu bringen. „Man kann Menschen nicht früh genug die Möglichkeit geben, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen“, sagt er.

Ein Halbjahr lang haben die Achtklässler an einem passenden Text, Handpuppen, Bühnenbild und Ton gearbeitet. Sie durften das Theaterstück in Freiarbeit und nach eigenen Ideen gestalten, konnten aber immer bei ihrem Lehrer nach Hilfe fragen, erzählt Julian Litjens (14). Wolfgang Tyssen, der den Montessori-Zweig mit aufgebaut hat, findet Projekte wichtig, um Schüler individuell zu fördern.

Wichtig war den Verfassern des Texts, das Thema den Fünftklässlern verständlich zu machen, und ihnen ein wenig die Angst vor dem Tod zu nehmen. Deshalb haben die Schüler viele amüsante Dialoge eingebaut. Am leichtesten fiel das den Achtklässlern beim pubertierenden Oskar, „weil wir ja selbst gerade in der Pubertät sind“, sagt Julian Litjens. Nachdenklicher wurde die Stimmung bei der Diskussionsrunde nach dem Theaterstück. Den jüngeren Schülern fiel es schwer, etwas zu dem komplexen Thema zu sagen. „Es ist schon sehr traurig, wenn man jung stirbt“, fand Fünftklässlerin Lena, aber wenn man nur leide, sei der Tod auch positiv.

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