„Leben am Wasser“

Hannah Düppers’ Glück hat zwei Ruder

Die Wardhausenerin Hannah Düppers wohnt in Sichtweite des Spoykanals und ist Leistungssportlerin beim Clever Ruder Club.

Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Die Wardhausenerin Hannah Düppers wohnt in Sichtweite des Spoykanals und ist Leistungssportlerin beim Clever Ruder Club. Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Kleve-Wardhausen.   Hannah Düppers lebt am Spoykanal in Kleve-Wardhausen. Kein Wunder also, dass der Clever Ruder Club e.V. ihr zweites Zuhause ist.

Die 19-jährige Hannah Düppers lacht fröhlich in die Kamera. Ihr sichtlich durchtrainierter und makellos gebräunter Körper verrät, dass sie die meisten Stunden ihrer Freizeit draußen verbringt. Weniger am als auf dem Wasser. Denn die Wardhausenerin ist Mitglied im Clever Ruder Club e.V. (CRC), der sozusagen vor ihrer Haustür liegt. Nur auf der anderen Seite des Spoykanals, in Brienen.

Und die beiden Pokale, die die Sportlerin in den Händen hält, zeigen, dass sie keine „Hobby-Paddlerin“ ist, sondern eine Leistungsruderin. 2015 und 2016 – aber auch schon in den Jahren davor – holte sie sich den Jugend-Kilometerpreis. Soll heißen: Sie ist vor zwei Jahren 2000 Kilometer weit gerudert, voriges Jahr sogar 3000 Kilometer weit. „Doch jetzt ist Schluss damit, denn nur bis 18 Jahre kann man in dieser Kategorie mit machen“, erklärt Hannah Düppers.

Vielleicht schafft sie ja irgendwann den Äquatorpreis, der eine Ruderleistung würdigt, die durch jahrelange wanderruderische Aktivität zustande kommt. Gefordert werden dafür mindestens 40 077 Kilometer. „Mein Trainer und unser Ruderobmann Stefan Verhoeven hat den Preis bereits errudert“, sagt sie und freut sich mit ihrem Sportkollegen. Sie selbst steht immerhin auch schon auf der Bestenliste der zehn Besten der „ewigen Kilometerliste“. „Um die 10 000 Kilometer habe ich zusammen.“

Die Begeisterung, die beim Erzählen von der Leidenschaft Rudern in ihrer Stimme zu hören und in den Augen zu sehen ist, legt die Vermutung nahe, dass sie den Booten, dem Rhein und dem Spoykanal treu bleiben wird. Auch nach dem Abitur, das sie gerade am Berufskolleg Kleve abgelegt hat. „Jetzt habe ich mich erst einmal für den Studiengang Bio Science and Health an der Hochschule Rhein-Waal eingeschrieben“, freut sie sich auf die Studentenzeit. „Aber sicher bin ich mir noch nicht, was ich nun letztendlich einmal beruflich machen möchte.“

Sicher ist nur, dass Hannah dem Sport treu bleiben wird. Bereits mit acht Jahren ergriff sie die Ruder, und ihre Eltern unterstützten sie dabei immer. „Ein guter Ausgleich zur Schule“ sei wichtig, hätten ihre Eltern immer gesagt. Außerdem ist ihre Familie sowieso sehr sportlich. Vater Michael ist ebenfalls begeisterter Rudersportler, Mutter Ute mittlerweile auf das Ruder Ergometer umgestiegen und Bruder Marten war auch ein Jahr aktiv dabei.

An ihrem Sport liebt Hannah den Teamgeist (sie rudert mit zwei bis fünf Kollegen im Team), das „Draußensein“ ebenso wie die körperliche Verausgabung. Rudern stählt nicht nur Arme und Beine, sondern den ganzen Körper.

Und das Element Wasser hat sie immer fasziniert und ihr nie Angst gemacht. Allerdings rudert sie auch am liebsten auf dem Spoykanal und auf dem Altrhein. Da kennt sie sich aus. Hannah Düppers: „Ich bin in all den Jahren noch nie gekentert!“ Gelegenheit dazu hätte es sicherlich oft gegeben. Denn aufs Wasser gehen die Ruderteams bei (fast) jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit.

Vor dem Abi hat Hannah fast täglich ein bis zwei Stunden lang trainiert. „In der Abizeit weniger, aber ich versuche immer ein bis zweimal die Woche ins Boot zu kommen.“ Ihr Lieblingsboot ist übrigens ein Holzboot, ein „Zweier“, mit dem Namen „Snoopy“. „Im CRC haben fast alle Boote einen Namen“, verrät Hannah. Oft sind es Gewässernamen. Beispielsweise „Altrhein“ oder „Edersee“ aber auch „Stadt Kleve“ ist dabei.

Wenn sich der Alltag mal nicht ums Rudern dreht, geht Hannah gerne mit ihren Freunden Longboard fahren oder seit Herbst letzten Jahres auch Segelfliegen in Asperden. „Außerdem macht’s auch Spaß, einfach mal auszugehen, zu quatschen, eben gemeinsam mit Freunden etwas zu unternehmen.“

Bis das Boot wieder ruft und Hannah auf dem Spoykanal auf die zwölf Kilometer lange Trainingsstrecke geht. Die ja auch mitten durchs Hochschulgelände führt… so gesehen kann sich Hannah den Weg zum Studium ja auch errudern.

Wer einmal in den Rudersport hinein schnuppern möchte erfährt mehr im Netz unter www.clever-rc.de.

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