Kultur

Hendrick Goltzius: „Seine Kupferstiche sind virtuos“

Pia Fries betrachtete eine Zeichnung von Hendrick Goltzius.

Foto: Andreas Gebbink

Pia Fries betrachtete eine Zeichnung von Hendrick Goltzius. Foto: Andreas Gebbink

Kleve/Haarlem.   Im Oktober zeigt das Museum Kurhaus Kleve die wichtigsten Werke des Künstlers Hendrick Goltzius. Künstlerin Pia Fries hat seine Arbeiten studiert

Pia Fries ist fasziniert. Seit vielen Jahren beschäftigt sich die Malerin bereits mit dem Werk des niederrheinischen Kupferstechers Hendrick Goltzius. Aber noch nie hat sie seine Originalzeichnungen so nah studieren können wie jetzt im Studierzimmer des Tylers Museum in Haarlem. Zehn Werke hat der Museumskonservator aus seinem Fundus hervorgeholt. Es sind allesamt Arbeiten aus dem späten 16. und frühen 17. Jahrhundert und sie sind sehr typisch für das Werk von Hendrick Goltzius. Pia Fries schwärmt von der Detailgenauigkeit, der Führung des Bleistiftes und der Feder. Hendrick Goltzius war ein Meister seines Faches und das renommierte Tylers Museum – das älteste öffentliche Museum in den Niederlanden – besitzt eine stattliche Sammlung.

Ein großer Kupferstecher

Die international renommierte Malerin Pia Fries war jetzt auf Einladung des Museums Kurhaus und einer kleinen Delegation aus Kleve auf den Spuren des großen Kupferstechers in seiner Wahlheimat Haarlem. Fries ist beeindruckt von der menschlichen Bewegung, die Goltzius festgehalten hat: „Es ist das, was ich selber nicht kann“, sagt sie bescheiden. Im Mittelpunkt seiner Arbeit standen Darstellung des Menschen, mystische Bilder und biblische Themen. Alle Arbeiten zeigen eine hohe symbolische Bedeutung.

Bekannt wurde Goltzius, der 1558 im niederrheinischen Bracht geboren wurde, durch seine Kupferstiche. Sehr genau habe er die Arbeiten Albrecht Dürers studiert, seinen Stil übernommen und ihn zum Teil übertroffen, sagt Valentina Vlasic, die zurzeit für das Museum Kurhaus anlässlich des 400. Todestages eine große Schau zu Goltzius vorbereitet. Der Künstler verstarb vermutlich am 1. Januar 1617 in Haarlem.

Goltzius hat in kurzer Zeit sehr viele Zeichnungen und Kupferstiche erstellt. Vor allem die Stiche haben eine sehr hohe Qualität, sagt Valentina Vlasic. Das Museum Kurhaus verfügt in der Sammlung Angerhausen über eine ganze Reihe von Arbeiten: „Wir haben bereits seit 35 Jahren nicht mehr unseren eigenen Bestand gezeigt.“

Wegen seiner Tuberkulose musste Goltzius um 1600 das Kupferstechen aufgeben. Er widmete sich stärker der Malerei, habe es auf diesem Gebiet aber nie zu einer ähnlichen Meisterschaft gebracht, urteilt Vlasic. Seine Bilder wirken immer etwas ungelenk. „Virtuos sind seine Kupferstiche.“

Im Oktober zeigt das Museum Kurhaus eine sehr große Auswahl. 280 Arbeiten werden zu sehen sein, darunter viele Erst- und Zweitdrucke.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik